Banken sollen ihre „faulen Kredite“ besser bekämpfen

Neuer Leitfaden für notleidende Kredite

Die Europäische Zentralbank verschärft den Kampf gegen ausfallgefährdete Kredite, (Non-Performing Loans – NPL) genannt. Sie ist der Meinung, dass die Banken mit ihrer abwartenden Art das Problem steigender Kreditrisiken nicht in den Griff bekommen.

Dazu hat die EZB am 12. September einen Leitfaden vorgestellt, der Grundlage für öffentliche Konsultationen sein soll. Kommentare und Anregungen der Öffentlichkeit können bis zum 15. November angebracht werden. Dazu findet am 7. November am EZB-Sitz in Frankfurt am Main eine öffentliche Anhörung statt.

Kernpunkt des Leitfadens ist die Empfehlung, dass Banken mit einem hohen Bestand an notleidenden Krediten (NPL) unter Berücksichtigung von Geschäftsplan und Risikomanagement klar festlegen, wie sie den Bestand an NPL-Kredite zukünftig verwalten und verringern werden, und das glaubwürdig und auf eine praktikable Weise.

Die Richtlinie betrifft die direkt von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigten Banken und ist nicht bindend. Die Banken müssen aber ein Abweichen von dieser Richtlinie begründen und können von der EZB zusätzliche Auflagen erhalten. Letztlich wird die Richtlinie von der EZB als Maßstab verwendet werden, wenn Sie den Umgang der Banken mit notleidenden Krediten im Rahmen des aufsichtlichen Dialogs beurteilt.

Das Thema „notleidende Kredite“ ist nicht neu. Die EZB hatte bereits 2014 im Rahmen der umfassenden Bilanzprüfung, bei der erstmals identische Maßstäbe angelegt wurden, festgestellt, dass viele Banken die notwendige Verringerung dieser Kredite nicht konsequent genug angehen. Dieser laxe Umgang mit den faulen Krediten, die sich immerhin 1 Billion Euro belaufen, soll nun mit dem Leitfaden für Banken zu notleidenden Krediten beendet werden.

Ein Kredit ist dann notleidend, wenn die Rückzahlung unwahrscheinlich ist und für die Bank Einzelwertberichtigungs- oder Abschreibungsbedarf besteht. Ein großes Volumen von notleidenden Krediten und ein hoher Abschreibungs- oder Wertberichtigungsbedarf hindert die betroffenen Banken natürlich bei der Vergabe von neuen Krediten. Und das läuft natürlich der Geldpolitik der EZB zuwider. Die EZB möchte mit ihrer Geld- und Zinspolitik die Wirtschaft ankurbeln und wünscht sich natürlich eine funktionierende Bankfinanzierung für Investitionen. Deshalb will sie mit der neuen Richtlinie mittelfristig das Volumen der notleidenden Kredite auf ein „vernünftiges Maß“ reduzieren, damit die Banken wieder den gewünschten Spielraum für neue Kredite bekommen.

Mal sehen, ob das funktioniert. Die Richtlinie ist sicher ein Anfang und ein klares Signal der EZB, dass sie den seitherigen Umgang mit den faulen Krediten nicht mehr hinnehmen will. Die Reaktionen der Bankenwelt werden wir spätestens am 7. November bekommen, wenn die geplante öffentliche Anhörung stattfindet.

Betroffen von der „schärferen Gangart“ der EZB sind allerdings überwiegend die Banken in anderen EU-Staaten. Um das Bild abzurunden: 47 Prozent aller griechischen Kredite sind notleidend, in Deutschland sind es zwei Prozent.

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Eigen- u. Fremdkapital für Wohnimmobilien u. Gewerbeimmobilien mit der Erzielung von Cost-Leverage-Effekten

Die Immobilie – ob als Wohnimmobilie oder als Gewerbeimmobilie ( siehe http://www.finanzierung-ohne-bank.de ) – ist bei professioneller Handhabung eine renditestarke, sichere und attraktive Kapitalanlage ( im Anlagevermögen ) und stärkt die Substanz einer Bilanz. Die optimal finanzierte Immobilie für Unternehmen eignet sich als notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen ebenso zur Kapitalanlage und wie privat wegen des Sachwert-Charakters von Immobilien als Inflationsschutz und zur Ertragsvorsorge im Rentenalter ( Altersvorsorge ). Die Immobilie ist somit auch in Zukunft eine gute, wertbeständige Kapitalanlageform.

Die Immobilie muss nur richtig mit entsprechendem Eigenkapital-Einsatz finanziert sein. Wer z.B. 25% für eine Immobilien-Kapitalanlage als Eigenkapital und die Erwerbsnebenkosten ( ca. 10 % des Kaufpreises ) aufbringt und diese bei der Immobilien-Finanzierung zur Kapitalanlage verwendet, ist für die Bank bei der ergänzenden 75%igen Immobilienfinanzierung mit einem Immobilienkredit ein willkommener Kreditkunde. Bei der Finanzierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien durch Unternehmen lässt sich zudem auf die beteiligungsorientierte Finanzierung ohne Banken zurückgreifen ( siehe www.finanzierung-ohne-bank.de ). Dies gilt auch bei einer Anschlussfinanzierung. Soweit 25% Eigenkapital ( z.B. aus Anlegerkapital ) eingebracht werden ( derzeit am Kapitalmarkt zu 3,5 % bis 5,0 % erhältlich ) und der Rest bankenfinanziert ( derzeit ca. 1,5 % bis 2,5 % ) wird, erzielt durch den cost-leverage-Effekt einen durchschnittlichen Gesamtfinanzierungsaufwand von unter 3% p.a. %.

Der Immobilienkredit wird bei Fremdvermietung der Immobilie im wesentlichen aus den Mieterträgen abgezahlt bzw. getilgt. Die derzeitigen Immobilienrenditen liegen zwischen 5 % bis 10%, so dass bei den zur Zeit sehr günstigen Zinsen Finanzierungsaufwand und Mietertrag zur Deckung gebracht werden können. Der sorgsame Kapitalanleger bekommt also bei einem günstigen “Einkaufspreis der Immobilie” diese durch den Mieter vollends bezahlt. Selbst im Falle einer Verwertung bzw. Zwangsversteigerung der Immobilie (die eine Bank natürlich immer einkalkulieren muss) trägt der Kapitalanleger und die Bank durch das eingesetzte Eigenkapital nur ein geringes Verwertungsrisiko. Wohnimmobilien schneiden regelmäßig in der Zwangsversteigerung besser ab als Gewerbeimmobilien. Deshalb lassen sich Wohnimmobilien leichter mit einem höheren Fremdkapitalanteil finanzieren. Der Kauf einer Mietwohnung kann somit eine krisensichere und rentable Geldanlage sein.

Bei der Immobilien-Kapitalanlage macht es einen Unterschied, ob die Immobilie zur Eigennutzung angeschafft wird oder ob die Immobilie zur Fremdnutzung und Vermietung an Dritte erworben wird. Im ersteren Falle werden Mietaufwendungen erspart und bieten Sicherheit gegenüber einem unsicheren Mietverhältnis oder einem unkalkulierbaren Vermieter. Im zweiten Falle der Fremdvermietung werden zusätzliche Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt und es können Steuervorteile der Gebäudeabschreibung und der Werterhaltungs-Investitionen etc. genutzt werden. Allerdings dürfen die Steuervorteile mit regelmäßig 2% Gebäudeabschreibung und der Zinsaufwands-Absetzung nicht überschätzt werden.

Das Eigenkapital kann durch Mezzanine-Kapital ( z.B. stilles Beteiligungskapital oder Genussrechtskapital ) von privaten Investoren dargestellt werden. Als Fremdkapital kommen neben den Bankkrediten auch grundschuldbesicherte (Erstrang-)Darlehen von privaten Kapitalgebern vom Beteiligungsmarkt in Betracht. Voraussetzung für Darlehen von privater Seite ist lediglich, dass dem Darlehensgeber eine Grundschuldabsicherung eingeräumt sein muss, die ihm selbst unabhängig von Dritten eigene Verwertungsrechte in Bezug auf die Grundschuld einräumt. Private (Erstrang-)Darlehen bedürfen also für ihre kapitalmarktrechtliche Zulassung lediglich der Besicherung. Weitere Informationen erteilt Dr. Horst Werner unter dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de bei entsprechender Anfrage.

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Die Bilanzstruktur durch Innen- und Außenfinanzierung verbessern

Die Bilanzstruktur ( Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital und die Anzahl der Kapitalgeber – siehe www.finanzierung-ohne-bank.de ) entscheidet über die Selbständigkeit eines Unternehmens. Vom Finanzvolumen aus gesehen sollten die Eigenkapitalpartner, Kreditpartner, Leasingpartner und Factoringpartner ( zur Bilanzverkürzung zwecks Eigenkapitalerhöhung ) gut verteilt in größerer Zahl vorhanden sein. Ein Übergewicht des Kreditkapitals von z.B. mehr als 90% an der Bilanzsumme würde die Abhängigkeit von den Banken anzeigen. Alternative Finanzierungswege mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten bei differenzierten bilanziellen und steuerlichen Auswirkungen sind unerlässlich. Auch der Mittelständler braucht eine neue Finanzarchitektur ( sprich Bilanzstruktur ), wenn er den Bestand und die Selbständigkeit seines Unternehmens sichern sowie eine Bankenabhängigkeit vermeiden will. Dies kann jeder Unternehmer über die beteiligungsorientierte Unternehmensfinanzierung mit Kapitalgebern und Privatinvestoren erreichen.

Eine Unternehmensfinanzierung ist auch von innen heraus möglich. Als Unternehmens-Innenfinanzierung bezeichnet man die Mittel zur Finanzierung, die unmittelbar aus den Unternehmensgewinnen durch Thesaurierung im Unternehmen verbleiben oder die aus dem Cash-Flow für Investitionen unternehmensintern als Liquidität vorhanden bleiben und die genutzt werden, um z.B. auf eine Kreditfinanzierung verzichten zu können. Unternehmensinterne Maßnahmen zur Kapitalfreisetzung bilden die Unternehmens-Innenfinanzierung:
(a) Innenfinanzierung aus Umsatz und Ertrag: Dazu gehören die einbehaltenen Überschüsse ( = Eigenfinanzierung oder auch Selbstfinanzierung ), aus Abschreibungsvorteilen ( Entstehung stiller Reserven ) und aus der Auflösung von Rückstellungen ( = Verminderung von Verbindlichkeits-Positionen ).
(b) Zum weiteren entsteht die Innenfinanzierung aus Vermögensumschichtung: Hierzu gehören finanzielle Folgen der Rationalisierung, der Veräußerung von nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen und die Auflösung gebundener Liquidität bei den sogen. Sale-and-Lease-Back-Verfahren ( Verkauf von Gegenständen an eine Leasinggesellschaft mit anschließendem „Rück-Leasing“ ).

Eine Unternehmensfinanzierung durch Kapitalzufuhr von außen ist die bekanntere Form. Im Rahmen der Unternehmens-Außenfinanzierung als Beteiligungsfinanzierung sind Bareinlagen, materielle Sacheinlagen ( z.B. Immobilien, Maschinen etc.) und/oder immaterielle Wirtschaftsgüter ( z.B. Patente, Lizenzen etc. ) zu nennen. Für die Einordnung als Außenfinanzierung spielt es keine Rolle, wer die Finanzierungsmittel bereitstellt. Mit dem Begriff der Außenfinanzierung werden nur die Herkunftsquellen ( = Mittelherkunft ) zusammengefasst, die das Finanzierungskapital zur Verfügung stellen, damit das Unternehmen seine Investitionen, Aufträge und andere Produktionsmittel finanzieren kann. So zählen zur Außenfinanzierung sämtliche Kredite ( Bankkredite oder Investorendarlehen oder Anleihegelder ) in welcher festzinsbelasteten Form auch immer, die von Dritten zur Verfügung gestellt werden. Aber ebenfalls als Teil der Außenfinanzierung werden bei einer Definition im engeren Sinne Gelder betrachtet, die von Aktionären an eine Aktiengesellschaft für den Erwerb der Aktien gezahlt werden oder Kommanditkapital, welches von Kommanditisten bei einer Kapitalerhöhung überwiesen wird. In allen Fällen werden Gelder bereitgestellt, die von „außerhalb“ des Unternehmens kommen. Eine klassische Form der Außenfinanzierung ist die Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt.

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Deutschland kann wieder Exportweltmeister werden.

Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht, löst aber nicht ungeteilt Freude aus.

Nach Prognosen des Münchner Ifo-Instituts wird Deutschland wohl in diesem Jahr Waren und Dienstleistungen für 310 Milliarden US-Dollar mehr exportieren als importieren. Das wären 25 Milliarden mehr als im Vorjahr. Damit würde Deutschland auch China überholen, denn für die chinesische Volkswirtschaft wird nur ein Überschuss von 260 Milliarden erwartet. Japan liegt mit 170 Milliarden auf Platz drei.

Wirtschaftsexperten sehen die Entwicklung zunehmend mit Sorge. Die Überschüsse werden nach Prognosen des Ifo-Instituts auf 8,9 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Die EU-Kommission sieht aber bereits dauerhaft vorhandene Steigerungsraten von sechs Prozent als stabilitätsgefährdent an.

Sicher ist das hohe Plus im Exportüberschuss ein Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Letztlich ist der hohe Überschuss aber auch ein Zeichen dafür, dass das Land unter seinen Verhältnissen lebt. Das führt dazu, dass sich die Länder mit einem Minus in der Leistungsbilanz, also für Importe mehr ausgeben, als sie mit Exporten einnehmen, immer mehr verschulden.

Experten, allen voran die EU-Kommission fordern deshalb schon länger und immer wieder, Deutschland solle mehr investieren und damit die Inlandsnachfrage ankurbeln.

Das US-Finanzministerium sieht die deutschen Überschüsse ebenfalls als großes Risiko für die weltweite Finanzstabilität und fordert ebenfalls verstärkte Investitionen der öffentlichen Hand und der Wirtschaft.

Nun ist es ja nicht so, dass man krampfhaft nach öffentlichen Investitionsprojekten suchen müsse. Es ist allgemein bekannt, dass insbesondere in den Bereichen Bildung, Infrastruktur allgemein und insbesondere Verkehrsinfrastruktur ein langjähriger Investitionsstau besteht.

Allerdings steht immer noch vor und über dem Investitionsstau die „schwarze Null“ des Finanzministers. Da sollte man vielleicht einmal ,insbesondere unter dem Gesichtspunkt der sprudelnden Steuereinnahmen und der vollen öffentlichen Kassen, ein wenig umdenken.

Bei aller Freude über das Exportwachstum, das ja zur guten Konjunktur in Deutschland beiträgt und bei allen Problemen, die für die Weltwirtschaft dabei gesehen werden, darf eine Meldung der letzten Tage auch nicht unbeachtet bleiben. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vermeldet, dass nach vorläufigen Erkenntnissen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat im 10 Prozent zurückgegangen sind. Das ist immerhin der stärkste Rückgang eines Vorjahresvergleichs seit 2009. Auch im Vergleich Juni / Juli ergab sich mit einem Rückgang von 2,6 Prozent der stärkste Monatsrückgang seit August 2015. Während der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen von einer „Bruchlandung“ spricht, sehen Experten den außergewöhnlich hohen Rückgang darin, dass der Vorjahresmonat Juli damals außergewöhnlich gut war.

Stellt sich die Frage, ob der Rückgang nur ein „Ausrutscher“ war oder ob es angesichts der vielen Krisenherde und des „Brexit“ eine Trendwende ist. Dann allerdings wird nichts mehr mit dem „Exportweltmeister“.

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Nachrangkapital als ergänzendes Haftkapital zur Finanzierung

Nachfolgend wird das Nachrangkapital mit seinen vertragsrechtlichen, bilanzrechtlichen und kapitalmarktrechtlichen Bezügen ( www.finanzierung-ohne-bank.de ) beschrieben. Beim Nachrangkapital handelt sich um zugeführtes Unternehmenskapital, das mit einem vertraglich vereinbarten Rückzahlungsnachrang hinter die Zahlungsansprüche anderer Gläubiger versehen ist.

Das Nachrangdarlehen ist ein Darlehen mit einem qualifizierten Rangrücktritt des Kapitalgebers hinter die Ansprüche von erstrangigen Gläubigern. Das Kapital wird fest verzinst. Bei dem Nachrangdarlehen erfolgen die jährliche Zinszahlung und später dessen Kapitalrückführung erst nach der Befriedigung von bevorrechtigten Finanzierungspartnern ( z.B. Banken ) des Unternehmens. Die Ansprüche des Nachrangdarlehens-Gebers werden also erst an zweiter Stelle bedient. Soweit zum jeweiligen Fälligkeitszeitpunkt keine Zahlung des Unternehmens erfolgen kann, bleiben dennoch die Ansprüche (lediglich mit zeitlicher Verschiebung) erhalten. Im Fall der Liquidation oder Insolvenz des Unternehmens dürfen Zahlungen auf das Nachrangdarlehen erst dann durchgeführt werden, nachdem alle bevorrechtigten Gläubiger ihre Forderungen bezahlt bekommen haben.

Das hingegebene Nachrangdarlehenskapital bedeutet eine unternehmerische Beteiligung mit einer eigenkapitalähnlichen Haftungsfunktion für die Verbindlichkeiten des Unternehmens ( das Nachrangdarlehenskapital hat eine insolvenzverhindernde Haftungsfunktion ). Der Nachrang-Darlehensgeber nimmt also mit seinem eingezahlten Kapital an dem unternehmerischen Geschäftsrisiko bis hin zum möglichen Totalverlust seines Kapitals teil und nimmt mit der Kapitalüberlassung Finanzierungsverantwortung für das Unternehmen wahr.
Das Nachrangkapital hat eigenkapitalnahe Bilanzqualität mit erheblicher praktischer Relevanz für die bankenfreie Liquiditätsversorgung von KMU´s und die Kapitalaufnahme von mittelständischen Unternehmen. Nachrangkapital ist Betriebskapital ohne erstrangige Besicherung und meist sogar vollkommen unbesichert als bloßes Risikokapital. Nachrangkapital kann also besichert oder unbesichert sein. Vollkommen unbesichertes Nachrangkapital hat als ergänzendes Haftkapital die größte Eigenkapitalnähe.

Das Nachrangkapital gibt es in verschiedenen Rechtsformen; am bekanntesten sind die Nachrangdarlehen. Aber auch stille Beteiligungen, Genussscheine oder Anleihen ( siehe www.finanzierung-ohne-bank.de ) können mit einer Nachrang-Abrede ausgestattet sein. Hier heißt es für Kapitalanleger aufgepasst, damit diese nicht erst später feststellen, dass sie womöglich wegen Nachrangigkeit gänzlich mit ihrer Rückzahlungsforderung ausfallen.

Dr. Werner definiert Nachrangkapital dementsprechend als nachrangiges Finanzkapital für Unternehmen in der Bedeutung von Risikokapital bzw. Gläubigerhaftkapital im hinteren Rang mit eigenkapitalnahem Charakter. Nachrangkapital steht also immer hinter den bevorrechtigten Vorranggläubigern. Das Nachrangkapital stärkt als Eigenkapitalersatz bzw. als sogen. wirtschaftliches Eigenkapital Bonität und Rating einer Gesellschaft

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Die Kritik an der Geldpolitik der EZB nimmt zu.

Nachdem bereits im Juni der Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon seine Kritik an der lockeren Geldpolitik der EZB verschärft hatte, kommt jetzt auch massive Kritik von anderen Stellen.

Fahrenschon hatte damals in einem Interview gesagt: “Dauerhaft niedrige Zinsen beschädigen die Sparkultur und vernichten Vermögenswerte.“ In einem Interview mit dem Deutschlandfunk verschärfte er die Kritik noch, indem er auf die Frage, ob die Niedrigzinspolitik der EZB die Bürger schrittweise enteigne, antwortete „Ja, ganz klar“.

Zweifellos hinterlässt die Nullzinspolitik bei der Motivation der Sparer deutliche Spuren. Vor einem Jahr hielten sich noch rund zwei Drittel für regelmäßige Sparer. In diesem Jahr sagt das nur noch jeder Zweite. Inzwischen bilden rund 14 Prozent überhaupt keine Rücklagen mehr. Im Vorjahr waren es nur 9 Prozent. Nun hat sich auch der Chef der Deutschen Bank John Cryan zu Wort gemeldet und vor fatalen Folgen der Niedrigzinspolitik gewarnt. Die EZB habe in der Krise viel dafür getan, Europa zu stabilisieren. Inzwischen jedoch würde die lockere Geldpolitik mehr schaden als nutzen. Es könne nicht sein, dass Geld aufnehmen nichts mehr kostet, Geld vorhalten dagegen mit Strafzinsen belegt wird. Man könne nicht verlangen, dass die Finanzaufsicht einerseits höhere Sicherheitspolster fordert und dann für die zusätzlichen Reserven Strafzinsen berechnet.

Neben der Kritik aus den Bankenkreisen meldet sich nunmehr auch ein Wirtschaftsexperte zu dem Thema „Niedrigzinspolitik“ zu Wort. Volker Wieland, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung greift die EZB ebenfalls scharf an. Der „Wirtschaftsweise“ Wieland warnt vor drohenden Risiken im Finanzsektor, wenn die Zentralbank die Niedrigzinspolitik weiterführt und die Anleihekäufe weiterhin ausweitet. Zwar sei es richtig gewesen, dass die amerikanische Notenbank FED und die Europäische Zentralbank in der Finanzkrise durch Zinssenkungen und lockere Geldpolitik reagiert hätten, inzwischen jedoch halten nach Meinung von Wieland beide viel zu lange an dieser Politik fest.

Auch die Wechselwirkung zwischen der lockeren Geldpolitik und dem Verhalten der Politik bezeichnet Wieland als „fatal“. Die niedrigen Zinsen geben den Regierungen viel Spielraum bei ihrer Ausgabenpolitik. Dabei werden dringend notwendige Strukturreformen vernachlässigt und verschleppt.

Man muss aber die Notenbankpolitik und insbesondere das Anleihekaufprogramm noch unter einem anderen Gesichtspunkt sehen. Durch den Kauf von Staatsanleihen im großem Stil werden die Notenbanken bzw. wird die EZB nach und nach immer mehr zum größten Gläubiger der Eurostaaten. Wenn das Kaufprogramm, das Ende 2017 auslaufen soll, über diesem Zeitpunkt hinaus fortgeführt würde, dann wären die Staaten je nach Verschuldungsgrad nach 9 bis 12 Jahren praktisch entschuldet. Wenn keine neuen Schulden dazu kämen, würden auslaufende Anleihen durch neue ersetzt. Die Staaten zahlen die Zinsen an die Notenbanken, also quasi an sich selbst, denn die Gewinne der Notenbanken werden in der Regel an die Staaten abgeführt. Über den jeweiligen Anteil an der EZB gehörten die Staatsschulden praktisch den Staaten selbst. Insofern könnte man sie saldieren.

Es handelt sich bei diesem Thema hoffentlich nicht um einen „geheimen Plan“ der EZB.

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Droht eine Immobilienblase oder hat sie uns schon erreicht?

Wie bei so vielen Dingen im Leben sind sich auch hier die Experten nicht einig.

Nach Schätzungen des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse haben im Jahr 2015 Wohnungen, Häuser und Grundstücke im Wert von über 200 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt. 2016 wird diese Summe noch ansteigen. Dabei sind die Preise so stark gestiegen, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Obwohl der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse die Preissteigerungen mit Sorge beobachtet, sieht er die Gefahr einer „Immobilienblase“ noch nicht. Gleichwohl wird mit Spannung und großem Interesse beobachtet, was passiert, wenn die Zinsen wieder ansteigen.

Noch „befeuern“ die extrem niedrigen Zinsen den Immobilienmarkt. Inzwischen steigen die Preise auch in den ländlichen Regionen, nachdem die Märkte in den Ballungszentren nahezu „abgegrast“ sind, oder Immobilien nur noch zu exorbitant hohen Preisen am Markt zu erhalten sind.

Aber es gibt auch Stimmen, die von einer drohenden Blase am Immobilienmarkt sprechen. Andere meinen, dass die „Immobilienblase“ Deutschland bereits erreicht hat.

So stellt die Commerzbank in einem ihrer wöchentlichen Marktberichte fest, dass der Immobilienboom immer mehr die „Züge einer Blase“ annimmt. Seit einiger Zeit steigen die Preise schneller als die Mieten, Verbraucherpreise und Einkommen. Die Banker mahnen zur Vorsicht.

Auch die Ratingagentur Moody´s sieht die Gefahr einer „Immobilienblase“ nicht nur hier in Deutschland. Der Ausschuss für Finanzstabilität, in dem Vertreter des Finanzministeriums, der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sitzen, sieht die Gefahr für das deutsche Finanzsystem durch Preisblasen größer, als in der Griechenlandkrise. Deshalb sollte die BaFin Eingriffsrechte bekommen, etwa durch Mindestanforderungen bei der Kreditfinanzierung von Immobilien, zum Beispiel mit einer Mindesthöhe von Eigenkapital.

Nach Meinung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat die „Immobilienblase“ Deutschland bereits erfasst. Die Aussage hat schon deshalb ein besonderes Gewicht, weil die BIZ als eine der ersten den Zusammenbruch des amerikanischen Häusermarktes voraussagte. Dabei sieht die BIZ das Problem gar nicht so sehr in den Preissteigerungen schlechthin sondern viel mehr in der Geschwindigkeit der Preissteigerungen. Liegt nämlich die Preissteigerungsrate mehr als 10 Prozent über dem langfristigen Trend, ist das ein deutliches Alarmzeichen. Inzwischen liegt diese Kennzahl in Deutschland bei 10,6 Prozent. Insofern befindet sich der Immobilienmarkt zumindest nach Meinung der BIZ in einer Blase.

Allerdings kann man die derzeitige Situation nicht mit der damaligen Situation in den USA oder in Spanien vergleichen. Wir haben zwar einen Preis-Boom, aber keinen Kreditboom. Insofern ist die Gefahr, dass beim Platzen einer Immobilienblase massenhaft Kredite ausfallen, eher gering.

Trotzdem würde das Platzen einer Immobilienblase, wenn es sie denn gibt, die Finanzmärkte erschüttern.

Insofern ist zu wünschen, das sowohl am Immobilienmarkt als auch bei den Mieten eine Beruhigung eintritt. Dabei könnte die stark erhöhte Bautätigkeit im Land sicher auch einen Beitrag leisten.

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