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Die Finanzierungsanfrage

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.hi-tech-media.de)

Die wachsende Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten veranlasst immer mehr Unternehmen dazu, alternative Finanzierungformen zu nutzen. Hierzu gehört vor allem die Aufnahme von zusätzlichem Eigenkapital. In diesem Zusammenhang ist der angelsächsische Begriff “Private Equity” gebräuchlich.
Einer der möglichen Wege zur Finanzierung mit Private Equity führt über so genannte Beteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften).

Nach der Auswahl von geeigneten Beteiligungsgesellschaften ist die Kontaktaufnahme der zweite Schritt. Sie dient dazu, das Unternehmen bzw. Finanzierungsvorhaben kurz und prägnant vorzustellen und zu klären, ob seitens der Beteiligungsgesellschaft grundsätzliches Interesse besteht. Sofern es sich um ein etabliertes Unternehmen und kein Gründungsvorhaben handelt, bildet üblicherweise die Analyse der letzten Jahresabschlüsse den Ausgangspunkt. Daneben ist eine Darstellung des Unternehmens an Hand eines Business Plans erforderlich. Dieser sollte eine klar strukturierte Darstellung des Unternehmens enthalten. Unabhängige Unternehmensberater unterstützen mittelständische Unternehmen bei der Erarbeitung entsprechender Darstellungen und Planungen.

Je nach Grad der Übereinstimmung vertiefen und konkretisieren sich die Gespräche und es schließt sich eine Feinprüfung, ggf. unter Einschaltung externer Berater oder Experten, an. Bei der Frage, ob eine Beteiligungsanfrage zum Ziel führt, spielen eine Reihe unterschiedlicher Faktoren eine Rolle. Ein „Erfolgsrezept“ gibt es hier nicht. Folgende Punkte sollten Unternehmer im Umgang mit Beteiligungsgesellschaften jedoch unbedingt beachten:

  • Die Kontaktaufnahme sollte nicht unvorbereitet starten, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die unternehmerische Qualifikation des Managements und die Güte des Unternehmens als zu „bescheiden“ erscheinen.
  • Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Bereitschaft, eine echte Partnerschaft einzugehen. Wer die Aufnahme einer Beteiligungsgesellschaft als „notwendiges Übel“ betrachtet, für den ist dieser Finanzierungsweg nicht geeignet.
  • Kapitalbeteiligungs- bzw. Venture-Capital-Gesellschaften verstehen sich nicht als „Notärzte“. Überlegungen zum Eigenmittelbedarf müssen rechtzeitig angestellt werden.
  • Problembereiche und Risiken sollten frühzeitig thematisiert werden. Werden die Risiken erst bei der späteren detaillierten Prüfung des Unternehmens (sog. Due Diligence) durch die Beteiligungsgesellschaft erkannt, kann der möglicherweise entstehende Vertrauensverlust zur Absage der Finanzierung führen.

Die MBG und die Beteiligungsgesellschaften der Sparkassen gehen bei der Bearbeitung von Finanzierungsanfragen weniger selektiv vor als kommerzielle Beteiligungsgesellschaften. Bei den MBG wird etwa die Hälfte aller Gesuche einer genaueren Prüfung unterzogen, etwa ein Viertel aller Unternehmen wird als für das Beteiligungsgeschäft eingestuft.

Fazit
Eine Finanzierung durch Beteiligungsgesellschaften findet nahezu ausschließlich durch Eigenkapital bzw. Eigenkapitalersatz statt und stellt somit eine mögliche Ergänzung zur klassischen Bankenfinanzierung dar. Der wesentliche Vorteil dieses Finanzierungsweges liegt in der Erhöhung des bilanziellen Eigenkapitals und der hierdurch bedingten erleichterten Aufnahme von ergänzendem Fremdkapital. Um die beabsichtige Wertsteigerung der Beteiligung zu erreichen, sind Beteiligungsgesellschaften regelmäßig auch auf anderen Ebenen wertschöpfend für das Unternehmen tätig, insbesondere durch Beratung und Unterstützung des Managements. Das Spektrum der Unterstützung kann grundsätzlich die gesamte Bandbreite unternehmerischer Tätigkeit umfassen.

Die Aufnahme eines Minderheitsgesellschafters führt stets zu einer Verwässerung der eigenen Anteile und zu einem Verlust an Stimmrechten und Einfluss. Vor allem kommerzielle Beteiligungsgesellschaften verlangen im Rahmen der Berichterstattung teilweise eine bedingungslose Offenlegung aller Geschäftsdaten. Vor dem Hintergrund der meist großen Beteiligungsvolumen ist es verständlich, dass kommerzielle Beteiligungsgesellschaften in einem gewissen Umfang Einfluss auf die Geschäftsführung ausüben, zumindest aber eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Abhängigkeit seitens der Unternehmen besteht. Realistische Aussichten auf eine Finanzierung durch kommerzielle Beteiligungsgesellschaften haben zudem nur wachstumsstarke Unternehmen, die auf Basis eines dynamischen Marktes und einer ausgezeichneten Markterstellung überdurchschnittliche Erträge bzw. eine deutliche Wertsteigerung in kurzer Zeit erwarten lassen.

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