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Archive for March, 2013

Finanzierungsalternativen zu Bankkrediten – auskömmliche Rendite für Anleger

Die Finanz- und Bankenkrise hat auch zu Veränderungen und Anpassungen bei der Unternehmensfinanzierung geführt. Betroffen sind

  • die Banken, private wie öffentliche Banken,
  • die Unternehmen, mittelständische wie Großunternehmen,
  • sowie Anleger und Investoren

erläutert der Finanzexperte Dr. jur. Lutz WERNER, Herausgeber von Anleger-Beteiligungen.de und des Investoren-Brief.com.

Die Unternehmen passen ihre Finanzierungsstrategie den Veränderungen im Finanzsektor an und reagieren auf den Vertrauensverlust der Banken in der Krise. Die Anleger und Investoren suchen in der Niedrigzinsphase nach höher verzinslichen Finanzalternativen. Das ist die Ausgangslage.

Die Unternehmen haben seit Ausbruch der Finanz- und Bankenkrise im Jahr 2008 ihren Bestand an Krediten zurückgefahren. Sie haben ihren Schuldenbestand deutlich abgebaut. Ende 2012 lagen die an Unternehmen in Deutschland ausgereichten Kredite um über 50 Mrd. € unter dem Bestand von 2008.

Diese Entwicklung ist im Bankensektor allerdings unterschiedlich verlaufen. Bei den privaten und Großbanken ist der Vertrauensverlust besonders groß. Demgemäß konnten die Sparkassen und Kreditgenossenschaften ihr Kreditvolumen stabilisieren und sogar ausbauen. Ihre Kundschaft, vornehmlich kleine und mittlere Unternehmen, haben an den Bankkrediten festgehalten und Finanzierungsalternativen nicht in größerem Umfang nachgefragt.

Die Kunden der privaten Banken wie auch der Landesbanken haben ihr Kreditvolumen gegenüber früheren Höchstständen deutlich zurückgeführt. Die mittleren und Großunternehmen haben dementsprechend Finanzierungsalternativen gesucht und auch gefunden.

Dabei kann festgestellt werden, dass die Kreditentwicklung nicht so sehr durch eine Kreditklemme bzw. Angebotsverknappung geprägt ist. Vielmehr liegen die Gründe für den Rückgang der Kreditfinanzierung auf der Nachfrageseite. Der Vertrauensverlust der Banken hatte also einen Rückgang der Nachfrage nach Bankkrediten zur Folge.

Da der Finanzierungsbedarf für Investitionen wie auch Akquisitionen konstant blieb, sind verstärkt alternative Finanzierungsmöglichkeiten von den Unternehmen in Anspruch genommen worden. Im Vordergrund standen dabei eine höhere Selbstfinanzierung, der direkte Zugang zum Kapitalmarkt, Nachfrage nach vor- und außerbörslichen Finanzprodukte sowie verstärktes Interesse an Schuldscheindarlehen.

Die Unternehmen haben dabei auch die verstärkte Nachfrage seitens der Anleger und Investoren im derzeitigen Niedrigzinsumfeld nach höher verzinslichen Anlagemöglichkeiten genutzt. Dies bot den Unternehmen eine Diversifizierung ihrer Finanzierung auch mit Blick auf die Verschärfung der Bankenregulierung, den zunehmenden Erwartungen erschwerter und verteuerter Kreditvergabe der Banken sowie der Prognose eines weiter niedrigen Zinsumfeldes.

Dazu berichtet die Bundesbank für die letzten beiden Jahren einen deutlichen Anstieg der Unternehmensanleihen wie auch seit 2011 von 60 Mittelstandanleihen an den neu geschaffenen Mittelstandsmärkten. Diese stoßen bei Anleger und Investoren aus Zinsgründen auch auf ein verstärktes Anlageninteresse zur Erzielung einer auskömmlichen Rendite. Diese ist bei Staatsanleihen nicht mehr zu erzielen (siehe interessante Anlage-Alternativen bei Anleger-Beteiligungen.de und Investoren-Brief.com).

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Marktfinanzierung, 10. Teil

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.hi-tech-media.de)

Die Finanzierungsanfrage bei Beteiligungsgesellschaften

In der Praxis engagieren sich Beteiligungsgesellschaften über eine Mischung aus Vollgesellschaftsanteilen und mezzaninen Finanzierungsformen, teilweise auch mit Fremdkapitalanteilen. Danach und welche Art von Beteiligungsgesellschaften man im Boot haben möchte (kommerzielle oder förderorientierte Beteiligungsgesellschaften) findet im ersten Schritt die Auswahl und danach die Anfrage statt, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber der Internet-Plattform Anleger-Beteiligungen.de.

Nach der Auswahl von geeigneten Beteiligungsgesellschaften ist die Kontaktaufnahme zwecks Finanzierungsanfrage der zweite Schritt. Sie dient dazu, das Unternehmen bzw. Finanzierungsvorhaben kurz und prägnant vorzustellen und zu klären, ob seitens der Beteiligungsgesellschaft grundsätzliches Interesse besteht. Sofern es sich um ein etabliertes Unternehmen und kein Gründungsvorhaben handelt, bildet üblicherweise die Analyse der letzten Jahresabschlüsse den Ausgangspunkt. Daneben ist eine Darstellung des Unternehmens an Hand eines Business Plans erforderlich. Dieser sollte eine klar strukturierte Darstellung des Unternehmens enthalten. Unabhängige Unternehmensberater unterstützen mittelständische Unternehmen bei der Erarbeitung entsprechender Darstellungen und Planungen.

Je nach Grad der Übereinstimmung vertiefen und konkretisieren sich die Gespräche und es schließt sich eine Feinprüfung, ggf. unter Einschaltung externer Berater oder Experten, an. Bei der Frage, ob eine Beteiligungsanfrage zum Ziel führt, spielen eine Reihe unterschiedlicher Faktoren eine Rolle. Ein „Erfolgsrezept“ gibt es hier nicht. Folgende Punkte sollten Unternehmer im Umgang mit Beteiligungsgesellschaften jedoch unbedingt beachten:

  • Die Kontaktaufnahme sollte nicht unvorbereitet starten, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die unternehmerische Qualifikation des Managements und die Güte des Unternehmens als zu „bescheiden“ erscheinen.
  • Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Bereitschaft, eine echte Partnerschaft einzugehen. Wer die Aufnahme einer Beteiligungsgesellschaft als „notwendiges Übel“ betrachtet, für den ist dieser Finanzierungsweg nicht geeignet.
  • Kapitalbeteiligungs- bzw. Venture-Capital-Gesellschaften verstehen sich nicht als „Notärzte“. Überlegungen zum Eigenmittelbedarf müssen rechtzeitig angestellt werden.
  • Problembereiche und Risiken sollten frühzeitig thematisiert werden. Werden die Risiken erst bei der späteren detaillierten Prüfung des Unternehmens (sog. Due Diligence) durch die Beteiligungsgesellschaft erkannt, kann der möglicherweise entstehende Vertrauensverlust zur Absage der Finanzierung führen.

Die MBG und die Beteiligungsgesellschaften der Sparkassen gehen bei der Bearbeitung von Finanzierungsanfragen weniger selektiv vor als kommerzielle Beteiligungsgesellschaften. Bei den MBG wird etwa die Hälfte aller Gesuche einer genaueren Prüfung unterzogen, etwa ein Viertel aller Unternehmen wird als für das Beteiligungsgeschäft eingestuft.

Fazit

Eine Finanzierung durch Beteiligungsgesellschaften findet nahezu ausschließlich durch Eigenkapital bzw. Eigenkapitalersatz statt und stellt somit eine mögliche Ergänzung zur klassischen Bankenfinanzierung dar. Der wesentliche Vorteil dieses Finanzierungsweges liegt in der Erhöhung des bilanziellen Eigenkapitals und der hierdurch bedingten erleichterten Aufnahme von ergänzendem Fremdkapital. Um die beabsichtige Wertsteigerung der Beteiligung zu erreichen, sind Beteiligungsgesellschaften regelmäßig auch auf anderen Ebenen wertschöpfend für das Unternehmen tätig, insbesondere durch Beratung und Unterstützung des Managements. Das Spektrum der Unterstützung kann grundsätzlich die gesamte Bandbreite unternehmerischer Tätigkeit umfassen.

Die Aufnahme eines Minderheitsgesellschafters führt stets zu einer Verwässerung der eigenen Anteile und zu einem Verlust an Stimmrechten und Einfluss. Vor allem kommerzielle Beteiligungsgesellschaften verlangen im Rahmen der Berichterstattung teilweise eine bedingungslose Offenlegung aller Geschäftsdaten. Vor dem Hintergrund der meist großen Beteiligungsvolumen ist es verständlich, dass kommerzielle Beteiligungsgesellschaften in einem gewissen Umfang Einfluss auf die Geschäftsführung ausüben, zumindest aber eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Abhängigkeit seitens der Unternehmen besteht. Realistische Aussichten auf eine Finanzierung durch kommerzielle Beteiligungsgesellschaften haben zudem nur wachstumsstarke Unternehmen, die auf Basis eines dynamischen Marktes und einer ausgezeichneten Markterstellung überdurchschnittliche Erträge bzw. eine deutliche Wertsteigerung in kurzer Zeit erwarten lassen.

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Anleger und Investoren betroffen von der weltweiten Krise der Solarbranche

von Dr. jur Lutz WERNER (www.hi-tech-media.de)

Seit Monaten zeichnet sich ab: Die Solarbranche ist weltweit in einer tiefen Krise.

Anleger, Investoren, Unternehmer und Arbeitnehmer sehen mit Entsetzen, wie die Branche einbricht. In der letzten Woche nun ein weiterer Tiefpunkt: Der weltgrößte Hersteller von Solarmodulen, das chinesische Unternehmen Suntech Power, ist Insolvent. Das Stuttgarter Technologie-Unternehmen Bosch stößt nach Milliarden-Verlusten sein Solargeschäft ab.

Das Desaster einer Branche, die noch vor kurzem mit überschwänglichem Optimismus, getragen auch von Politik-Ideologen, mit maßlosen Subventionen hoffte das große Geld zu machen.

Es ist nicht allein ein deutscher sondern ein weltweiter Niedergang.

Zum Bespiel der chinesische Solarriese Suntech (der Name ist schon größenwahnsinnig) baute in kurzer Zeit riesige Fertigungskapazitäten auf und rückte 2010 auf Platz 1 vor. Durch diese weltweit großen Überkapazitäten fielen die Preise dramatisch. Im vergangenen Jahr allein um 40 %. Das trieb amerikanische, chinesische aber auch viele deutsche Solar-Unternehmen in die Insolvenz: Eine Branche die nur auf die Subventionen und das viele Geld der Anleger und Investoren schielte. Eine Branche, die Forschung und Entwicklung dabei völlig vernachlässigte. Der größte deutsche Modulhersteller Solarworld, ums Überleben kämpfend, gerät in die Schlagzeilen, nicht weil der Unternehmenschef neue technische Entwicklungen ankündigt, sondern weil er beschäftigt ist mit dem Kauf von Schlössern.

Nun ist auch das angesehene und seriöse Technik-Unternehmen Bosch mit der Solarsparte am Ende: Mit Abschreibungen und operativen Verlusten in der Fotovoltaik von über 2 Mr. € musste die neue Geschäftsführung die Reißleine ziehen, um nicht das gesamte Unternehmen zu gefährden. Ein wahrlich kostspieliger Ausflug in die „Sonne“, auch für über 3.000 Arbeitnehmer, besonders in den neuen Bundesländern, deren Arbeitsplätze mehr als gefährdet sind.

In Deutschland kamen Goldgräberstimmung mit der Energiewende und unvorstellbares politisches Missmanagement und Desorganisation der Bundesregierung zusammen.

Innerhalb der Bundesregierung liegen die Kompetenzen für die Energiepolitik bei zwei Ministerien, die nicht nur unterschiedlichen, rivalisierenden Parteien angehören sondern zwei geradezu gegensätzlichen Lagern: Grüne Ideologen und Wirtschaftskonservative. Zu allem Unglück noch eine Kanzlerin, die sich weigert zu führen und stattdessen auf sogenannten Energie-Gipfeln nur moderiert.

Das Resultat ist, dass die Mehrheit der von der Energiewende betroffenen Investoren, Verbraucher, Netzbetreiber und Unternehmen gemäß einer Umfrage das Projekt erstmalig negativ sehen.

Tatsächlich hat das Vertrauen der deutschen Wirtschaft in den Fortgang der Energiewende erheblich gelitten. So fordert die Wirtschaft von der Kanzlerin „ein Machtwort, um das Wirrwarr ihrer Minister bei der Energiepolitik zu beenden“.

Als besondere Schwachstellen erweisen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Energiewende:

  • Zuerst braucht es nach Ansicht der Betroffenen eine grundsätzliche Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetz,
  • weiter muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien mit dem Netzausbau synchronisiert werden,
  • nötig ist auch eine verbindliche Gesamtplanung im Einvernehmen von Bund und Ländern unter Berücksichtigung auch der europäischen Dimension und Partner.

So paaren sich bei den Erneuerbaren Energien weltweit bzw. der deutschen Energiewende unternehmerische Fehlentscheidungen mit politischem Missmanagement: Unsägliche Zustände für Anleger, Investoren und Unternehmer, die als wichtigstes Gut Planungssicherheit brauchen.

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Einlagensicherung: Deutschland ist nicht Zypern!

Die Zypern-Krise richtete den Blick erneut auf die Frage: Wie sicher sind unsere Spareinlagen? Die Bundesregierung sah sich veranlasst die Staatsgarantie der Bundeskanzlerin vom Herbst 2008 für unsere Spareinlagen zu wiederholen mit der Erläuterung, Zypern sei ein Sonderfall. Dennoch überrascht das Umfrage-Ergebnis eines Fernsehsenders: 90 % der Abstimmungsteilnehmer haben Angst um ihre Spareinlagen.
Dazu erklärt der Wirtschafts- und Finanzexperte Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Investoren-Brief.com und Anleger-Beteiligungen.de unmissverständlich:

  1. Die Einlagen in Deutschland sind sicher. Sie gelten als die sichersten im Euro-Raum.
  2. Aber: Der Anleger verliert mit Spar-, Termin- oder Festgeld nach Abzug der Steuern und Inflation von aktuell 1,5 % bares Geld.

Die Einlagen in Deutschland werden durch ein dreifaches Sicherungssystem gewährleistet:

  • Der gesetzliche Einlagenschutz nach EU-Recht sichert für jeden Sparer Einlagen auf Konten und Sparbücher bis zu 100.000 € ab.
  • Die privaten Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken stehen mit ihren Sicherungsfonds beim Ausfall einzelner Institute in gleicher Höhe gerade.
  • Der deutsche Staat hat eine Staatsgarantie abgegeben und hält damit seine schützende Hand über das Spargeld seiner Bürger.

Aber, und das zeigt die Zypern-Krise auch, die Sicherungssysteme sind nur so sicher wie der Staat der die Garantien letztendlich gewährleistet. Dabei drückt sich die Sicherheit des Staatswesens in seiner Bonität aus, das heißt wie die Kapitalmärkte die Zinssätze zur Refinanzierung festsetzen. Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen sind die niedrigsten im Euro-Raum. Die deutsche Bonität sprich Sicherheit wird also sehr hoch eingestuft.

Aber mit diesen Niedrigstzinsen für deutsche Staatsanleihen, Tages- und Festgeld, so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr, hat der Anleger ein anderes Problem: Sein Geld verliert kontinuierlich an Wert.

Für Tagesgeld erhält er im Durchschnitt nur 0,98 % Jahreszins, für einjähriges Festgeld 0,85 %. Dazu kommt die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins noch weiter senken könnte und dass die EZB den Kreditinstituten derzeit Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung stellt. Das bedeutet wiederum, dass die Banken ihren Kunden für die Einlagen auch nur Niedrigstzinsen offerieren.

Trotz dieses Dilemmas parken die deutschen Anleger nach Bericht der Bundesbank auf Konten und Sparbüchern derzeit 2 Billionen Euro.

Sicherheit ist also in diesen Zeiten ein hohes Gut. Die Sicherheit hat aber auch für den Anleger und Investor seinen Preis in negativer Rendite!

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Umfrage offenbart verunsicherte Anleger und Investoren

the bankIn einer groß angelegten internationalen Investorenumfrage des Marktforschungsinstituts GfK, durchgeführt in Deutschland und in acht weiteren europäischen Ländern sowie USA, wurden die Anleger nach ihrem Anlageverhalten, ihrer Vermögenslage und ihren Erwartungen befragt. Die Ergebnisse sind, gerade auch im internationalen Vergleich, äußerst interessant und aufschlussreich berichtet der Wirtschafts- und Finanzexperte Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Investoren-Brief.com und des Internetportals Anleger-Beteiligungen.de.

Noch nie waren die Deutschen in Gelddingen so verunsichert wie derzeit. Die Studie spricht von einer Schockstarre. Die größte internationale Umfrage unter Anlegern und Investoren offenbart: Die deutschen Anleger sind getrieben von Inflations- und Verlustängsten sowie dem Wunsch Steuern zu sparen. Das Resultat: Die deutschen Anleger sind vermögenstechnisch einseitig aufgestellt.

Der Anteil der Aktien- und Fondbesitzer ist mit 8 % verschwindend gering, so gering wie in keinem anderen in die Umfrage einbezogenen Land.

Knapp 80 % des nicht unbeträchtlichen Geldvermögens der Deutschen liegt in Sparbüchern und Lebensversicherungen oder ist auf Fest- und Termingeldkonten gebunkert. Dies sei Ausdruck der deutschen Verunsicherung und gerade in einer Niedrigzinsphase eher problematisch.

Ganz oben in der Beliebtheitsskala rangieren weiter Eigenheim, betriebliche Altersvorsorge und Gold.

Das sind alles Anlage- bzw. Sparformen, die entweder Schutz vor Verlusten suggerieren oder Steuervorteil bei Erträgen und Wertzuwächsen versprechen.

Gleichzeitig offenbart die Umfrage ein tiefes Misstrauen der Anleger gegen Finanzinstitutionen. Das erstreckt sich auch auf die Bundesbank und die Europäische Zentralbank, denen nicht zugetraut wird in den nächsten Jahren die Geldwertstabilität zu sichern. Das Misstrauen bezieht auch die Bundesregierung, Rentenbürokratie sowie Banken und Versicherungen mit ein und führt zu der oben schon angesprochenen Schockstarre.

Der Anleger spürt, dass die eins bewährten Spar- und Anlageformen nicht mehr richtig funktionieren, zu Alternativen fehlt ihm Wissen und Mut. So ist die Gefühlswelt des deutschen Anlegers geprägt von den Finanzkrisen, Inflationsängsten und nachwirkenden schlechten Erfahrungen an den Aktienmärkten (Neuer Markt und Internetblase des Jahres 2000).

Ergebnis der Investorenumfrage: Dem deutschen Anleger erscheinen derzeit Investitionen ins Eigenheim und in Bildung allein attraktiv.

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Geldanlage mit Nachhaltigkeitskriterien?

Neben den klassischen Geldanlagekriterien wie Sicherheit, Rendite und Liquidität spielt die Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle für Anleger und Investoren, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Investoren-Brief.com.

Haben wir es hier mit einer Modewelle zu tun?

Was ist Nachhaltigkeit, wenn der Begriff heute beinahe beliebig verwandt wird?

Ursprünglich war der Begriff Nachhaltigkeit ein Synonym für den verantwortlichen, langfristigen Umgang mit unseren Ressourcen. In den letzten Jahren hat sich der Begriff weiter entwickelt und die Bedeutung von ethisch, ökologisch und sozial verantwortlich angenommen. Aus der Sicht der Anleger und Investoren wuchs der nachhaltige Geldanlagenmarkt in Deutschland in den letzten Jahren zweistellig auf 63 Mrd. € in 2011, so die Angabe des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG).

Nachhaltige Geldanlage ist umso begehrter geworden, als sich gerade in den letzten Jahren gezeigt hat, dass damit eine bessere Performance erreicht werden kann als mit einer konventionellen Anlage. War doch gerade die Gier nach kurzfristigen Gewinnen Auslöser der Finanzkrisen.

Wie sieht nun eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie aus?

Nach welchen Kriterien erfolgt ein nachhaltiges Investment?

Dazu haben die Experten drei Nachhaltigkeitskriterien entwickelt:

  1. Das Negativ- oder Ausschlusskriterium
    Danach werden die Anlagen in Unternehmen ausgeschlossen, die der Anleger negativ einordnet wie z. B. Rüstungsindustrie, Atomenergie, Gentechnologie oder Unternehmen, die mit Tierversuchen, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen usw. in Zusammenhang gebracht werden.
  2. Positiv Kriterium
    Danach werden Unternehmen bevorzugt, deren Verhalten in ökologischer, sozialer oder ethischer Hinsicht positiv eingeschätzt wird; Unternehmen z. B. die bestimmte Umwelt- oder ethische Standards einhalten.
  3. Best-in-Class-Ansatz
    Danach werden, unabhängig von Negativ- oder Positivkriterien, die Anlagen in den Unternehmen gesucht, die im Branchenvergleich in ökologischer, sozialer und ethischer Hinsicht Bestmarken setzen.

Nachdem bei einer Umfrage etwa 70 % der Deutschen angaben, ihr Geld mit gutem Gewissen anlegen zu wollen, ist die nachhaltige Geldanlage wohl mehr als eine Modewelle. Dennoch haben nur etwa 4 % tatsächlich nachhaltig angelegt.

So bleibt es letztlich jedem Investor überlassen, nach welchen Kriterien er bei der Geldanlage vorgeht.

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Marktfinanzierung, 9. Teil

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.hi-tech-media.de)

Finanzierungen durch förderorientierte Beteiligungsgesellschaften

Die institutionellen Investoren untergliedern sich einerseits in kommerzielle und andererseits in förderorientierte Beteiligungsgesellschaften. Auf der Seite der  förderorientierten Beteiligungsgesellschaften stehen die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften und die Beteiligungsgesellschaften der Sparkassen. Diese operieren nicht ausschließlich renditeorientiert, sondern berücksichtigen bei ihren Investitionen auch Aspekte der Mittelstandförderung.

1. Mittelständische Beteiligungsgesellschaften
Die bisher genannten Beteiligungsgesellschaften aus der Industrie richten ihre Beteiligungen ausschließlich an der erreichbaren Rendite für ihr eingesetztes Kapital aus. Wie gezeigt wurde, kommt die Beteiligung an kleineren mittelständischen Unternehmen für eine kommerzielle Beteiligungsgesellschaft wegen des geringen erforderlichen Beteiligungsvolumens, der hohen Renditeerwartungen und der eingeschränkten Exitmöglichkeiten nicht in Betracht. Vor dem Hintergrund einer sinkenden Eigenkapitalquote und zunehmender Schwierigkeiten bei der Finanzierung vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen sah die Politik deshalb bereits Anfang der 70er Jahre Handlungsbedarf und initiierte das ERP (European-Recovery-) Beteiligungsprogramm. Das Programm war offen für alle Beteiligungsgesellschaften, wurde aber von den kommerziellen Beteiligungsgesellschaften nicht angenommen.

Auf Bundesländerebene wurden daraufhin Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG) als Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft gegründet. Zu deren Gesellschafterkreis zählten meist Wirtschaftsverbände, Kreditinstitute und Versicherungen der jeweiligen Region. Als förderorientierte Gesellschaften verfolgen sie als wichtigstes Ziel die Strukturförderung und refinanzieren sich aus dem ERP-Beteiligungsprogramm und anderen Fördermitteln. Zudem erhalten sie Bürgschaften von privaten Bürgschaftsbanken, die wiederum Garantien von den Bundesländern erhalten.

Dank der Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel ist eine Beteiligung auch an solchen Unternehmen möglich, in die eine Beteiligungsgesellschaft sonst nicht oder nur zu erheblichen schlechteren Konditionen investieren würde. Im Fokus des Geschäfts der MBG stehen deshalb kleinere Unternehmen in traditionellen Wirtschaftsbereichen mit häufig regionalem Markt und teilweise geringen Wachstumsraten. Rund 60 % dieser Investitionen entfallen auf die verschiedenen Branchen der Industrie, weitere 10 % jeweils auf Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe. Der Investitionsschwerpunkt der MBG liegt bei Wachstums- und Expansionsfinanzierungen, doch auch Gründungsvorhaben werden unterstützt. Bei der Mehrzahl der eingegangenen Beteiligungen handelt es sich zudem um Erstinvestitionen, also die erstmalige Bereitstellung von Beteiligungskapital für das Unternehmen.

Die MBG stellen den mittelständischen Unternehmen stilles Kapital mit einer Laufzeit von zehn Jahren in den alten Bundesländern und fünfzehn Jahren in den neuen Bundesländern zur Verfügung. Die maximale Beteiligungshöhe beträgt 2,5 Mio. €. Die Rückzahlung des Kapitals erfolgt zum Nominalwert. Die erwartete Rendite beträgt derzeit maximal ca. 12 % jährlich über die Beteiligungsdauer. Neben dem finanziellen Vorteil der Beteiligung bieten die MBG zusätzliche Leistungen für die Unternehmen, wie etwa Unterstützung beim Controlling, Netzwerkkontakte und sonstige Beratungsdienste. Die MBG gehen selten Engagements oberhalb von 1 Mio. € ein. Die durchschnittliche Beteiligungssumme liegt bei 370.000 €, verglichen mit einem durchschnittlichen Beteiligungswert von 2,8 Mio. € bei den übrigen im BVK zusammengeschlossenen Venture-Capital- und Private-Equity-Gesellschaften.

2. Beteiligungsgesellschaften der Sparkassen
Auch die Beteiligungsgesellschaften der Sparkassen können zu den förderorientierten Beteiligungsgesellschaften gezählt werden. Zwar ist die Gewinnerzielung bei ihnen ein wesentliches Ziel, doch daneben werden auch Aspekte der regionalen Wirtschaftsförderung berücksichtigt und öffentliche Fördermittel zur Refinanzierung genutzt.

Das traditionelle Geschäft der Sparkassen ist wie bei allen Kreditinstituten die Vergabe von Darlehen. Wo die Fremdmittelvergabe bei Erfüllung dieser Aufgabe an ihre Grenzen stößt, sollen Beteiligungen die Finanzierungslücke auf Seiten der Unternehmen schließen. Mittlerweile hat sich die Beteiligungsfinanzierung durch die Sparkassen oder ihre Beteiligungsgesellschaften in ganz Deutschland etabliert.

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