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Archive for April, 2013

Platzierung und Vertrieb der Kapitalmarktemission

von Dr. jur. Lutz WERNER

Die Platzierung einer Kapitalmarktemission ist nichts anderes als der Verkauf eines bestimmten Produkts, eben eines Finanzprodukts, das wie alle Produkte eines gut durchdachten, produktspezifischen Marketings bedarf, das entscheidend ist für den Erfolg des Private Placement.

Emissionsunterlagen
Ausgangspunkt für den Vertrieb des neuen Finanzprodukts ist zunächst der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigte Verkaufsprospekt. Darüber hinaus sollten insbesondere für die Platzierung größerer Emissionen ergänzende und ansprechende Emissionsunterlagen angefertigt werden.

Für Direkt-Mailing-Aktionen, Unternehmenspräsentationen und Vertriebspartner bieten sich Unternehmensbroschüren, Kurzprospekte sowie Emissionsflyer an. Für Vertriebspartner sollte das Unternehmen zusätzlich auch Schulungsmaterial für Produktseminare erstellen.

Vertriebswege
Bei einem Private Placement übernimmt das Unternehmen selbst die Planung der Emission und auch der Platzierung. Dabei muss aktiv der Weg zu den Kapitalgebern gesucht werden. Einerseits kann das Unternehmen potenzielle Kapitalgeber selbst ansprechen (Direkt- bzw. Eigenvertrieb). Der größte Vorteil eines Direktvertriebs liegt darin, dass keine Vertriebsprovisionen anfallen. Auch bei einem Private Placement kann sich das Unternehmen Unterstützung in Gestalt von Absatzorganen wie Finanzvertrieben und ähnlichen Vertriebspartnern einkaufen, die ergänzend oder anstelle des Unternehmens die Emission platzieren (Fremdvertrieb).

Generell sollte das Unternehmen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Platzierung zum Erfolg zu führen. In Zeiten der neuen Medien kann neben herkömmlichen Vertriebswegen ergänzend das Internet als Vertriebsweg genutzt werden. Ein professioneller Internetauftritt sollte potenziellen Anlegern und Vertriebspartnern sowohl Informationen über das Unternehmen als auch über die Emission sowie Emissionsunterlagen zum Herunterladen bieten. Eine intensive Vernetzung mit den entsprechenden Wirtschafts- und Finanzseiten fördert die Bekanntheit des Finanzprodukts.

Schließlich bietet es sich auch an, im Rahmen einer so genannten „Friends-and-Family-Aktion“ auch unternehmensnahe Personen wie Kunden, Lieferanten und auch Mitarbeiter als potenzielle Kapitalgeber anzusprechen und ggf. zu vergünstigten Konditionen ein Engagement anzubieten.

Neben Privatanlegern kann das Emissionsunternehmen selbstverständlich auch institutionelle Investoren ansprechen. Bei Interesse an einer Investition bestehen diese üblicherweise auf eine individuelle Vereinbarung der Beteiligungskonditionen und beanspruchen mehr Mitspracherechte als Privatanleger. Institutionelle Anleger sollten bereits während der Prospektierungsphase einbezogen werden, da deren Engagement förderlich für die weitere Platzierung der Emission sein kann.

Auswahl der geeigneten Vertriebspartner
Am außerbörslichen Kapitalmarkt sind heute über 450.000 Finanzdienstleister, Anlageberater, Versicherungskaufläute, Makler und Vermittler tätig. Hiervon platzieren bereits heute rund 25.000 Finanzvertriebe und Vermittler Finanzprodukte im Rahmen eines Private Placement.

Unternehmen, die nicht über entsprechende Kontakte zum Kapitalmarkt verfügen, können auf die Erfahrung von Emissionsberatern zurückgreifen, die als Intermediär zwischen Emittent und geeigneten Finanzvertrieben agieren.

Inwieweit sich große Vertriebe oder auf den Handel mit außerbörslichen Wertpapieren spezialisierte Wertpapierhandelshäuser für die Platzierung einer Emission interessieren, hängt vor allem vom Emissionsvolumen ab, denn für große Vertriebe ist es vergleichsweise aufwendig und kostspielig, eine Platzierung anzuschieben. Es existieren jedoch genügend einzelne Finanzdienstleister, kleinere Vertriebe oder auch Vertriebsorganisationen mit mehreren hundert Mitarbeitern, die Emissionen in unterschiedlichsten Größenordnungen platzieren können.

Das Unternehmen sollte nicht davor zurückscheuen, frühzeitig auch bei Banken anzufragen, ob und falls ja in welcher Form eine Unterstützung bei der Platzierung in Frage kommt. Die Chancen auf eine Unterstützung stehen bei Sparkassen, Genossenschaften und kleineren Privatbanken besser als bei großen Geschäftsbanken.

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Prospektierung der Kapitalmarktemission

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.anleger-beteiligungen.de)

Hat das Unternehmen mit der Finanzierungsform einen geeigneten rechtlichen Rahmen für die Emission gefunden und diesen Rahmen mit den gewünschten Beteiligungsbedingungen ausgefüllt, folgt als nächster Schritt die Prospektierung.

Prospektierung für öffentliche Angebote
Bereits in der Vergangenheit galt bei einem öffentlichen Angebot von Wertpapieren auch außerhalb der Börse die Pflicht zur Veröffentlichung eines Verkaufsprospekts. Mit dem Anlegerschutzverbesserungsgesetz ist diese Prospektpflicht auch auf nicht wertpapierverbriefte Vermögensanlagen ausgedehnt worden. Damit unterliegt z. B. auch das öffentliche Angebot von Kommanditbeteiligungen, stillen Beteiligungen und wertpapierlosen Genussrechten grundsätzlich der gesetzlichen Prospektpflicht.

Maßgeblich für das Entstehen der Prospektpflicht ist das Vorliegen eines öffentlichen Angebots. Ein Angebot ist jede schriftliche Willensäußerung mit der Einladung zur Zeichnung zu formulierten Beteiligungsmodalitäten. Ein solches Angebot ist dann öffentlich, wenn es einer unbestimmten Zahl von Personen möglich ist, davon Kenntnis zu nehmen.

Ausnahmen von der Prospektierung bestehen nur im Hinblick auf die Art des Angebots, auf bestimmte Emittenten und auf bestimmte Wertpapiere bzw. Vermögensanlagen. Von Bedeutung für Emissionen von mittelständischen Unternehmen sind hier nur die Ausnahmen im Hinblick auf die Art des Angebots.

Ausnahmen von der Prospektierung auf Grund der Art des Angebots
Ein Angebot ist von der Prospektpflicht ausgenommen, wenn

  • ein begrenzter Personenkreis angesprochen wird,
  • das Angebot an Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber oder von einem seinem Unternehmen verbundenen Unternehmen erfolgt,
  • sich das Angebot an Personen richtet, die beruflich oder gewerblich für eigene oder fremde Rechnung Wertpapiere oder Vermögensanlagen erwerben oder veräußern,
  • bei Wertpapieren Stückelungen von mindestens 100.000 € angebotenen werden oder Wertpapiere nur zu einem Kaufpreis von mindestens 100.000 € je Anleger erworben werden können oder wenn der Verkaufspreis für alle angebotenen Wertpapiere 100.000 € nicht übersteigt,
  • bei Vermögensanlagen das Angebot derselben Vermögensanlage nicht mehr als 20 Anteile umfasst oder der Verkaufspreis der im Zeitraum von zwölf Monaten angebotenen Anteile insgesamt 100.000 € nicht übersteigt oder der Preis jedes angebotenen Anteils mindestens 200.000 € je Anleger beträgt.

Ob für eine bestimmte Emission nun eine Prospektpflicht besteht oder nicht, eines Prospekts sollte sich der Emittent schon deshalb bedienen, weil es ein ideales Instrument zur umfassenden Aufklärung der Geldgeber also der Anleger und Investoren über die Chancen und Risiken ist. Gleichzeitig ist der Prospekt aus Sicht des Unternehmens ein Haftungsvermeidungsinstrument. Ein Prospekt signalisiert zudem die Bereitschaft des Unternehmens zur Transparenz im Umgang mit seinen potenziellen Investoren, was einen wesentlichen Faktor für die Gewinnung von Investoren darstellt.

Inhaltliche Anforderungen an den Prospekt
Zum Schutze der Anleger hat es der Gesetzgeber nicht bei der bloßen Prospektpflicht bewenden lassen, sondern er hat auch gesetzliche Mindestanforderungen für alle Verkaufsprospekte formuliert.

Zusätzliche Anforderungen an die Prospekterstellung ergeben sich aus den Grundsätzen der Rechtsprechung. Eine Hilfestellung für die inhaltliche und formelle Aufbereitung des Verkaufsprospekts geben auch die Grundsätze ordnungsgemäßer Anlageprospekte nach den Richtlinien des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.

Alle diese Anforderungen verfolgen zwei wesentliche Ziele:

  • Der Verkaufsprospekt mit allen Vertragsunterlagen muss den potenziellen Anleger nach bestem Wissen der Prospektverantwortlichen wahrheitsgemäß, vollständig und sorgfältig über alle Umstände informieren, die für ihn im Hinblick auf seine Anlageentscheidung von Bedeutung sind oder sein können.
  • Die potenziellen Anleger muss in die Lage versetzt werden, sich ein zutreffendes Urteil über den Emittenten selbst sowie über die angebotenen Wertpapiere bzw. Vermögensanlagen zu bilden. Dabei müssen ihm die Risiken klar und unmissverständlich aufgezeigt werden.

Formale Anforderungen an den Prospekt
Bei der Erstellung des Verkaufsprospekts ist eine einfache und klare Sprache zu verwenden und die relevanten Informationen müssen auch für den fachlich weniger versierten Kapitalgeber in übersichtlicher und verständlicher Art und Weise präsentiert werden. Die Lesbarkeit, die Gliederungsstruktur, Hervorhebungen, Tabellen und Graphiken sollen das Verständnis beim potenziellen Anleger erleichtern, nicht aber Unternehmensverhältnisse oder Risiken verschleiern. Während der Emission ist stets darauf zu achten, dass der Prospekt aktuell ist. Das Emissionsunternehmen hat die Pflicht zur Aktualisierung, wenn sich wesentliche Umstände im Umfeld des Unternehmens oder der Emission ändern.

Behördliche Genehmigung der Emission
Der Verkaufsprospekt darf erst dann veröffentlicht werden, wenn die BaFin die Veröffentlichung gestattet hat. Die BaFin überprüft den Prospekt auf Vollständigkeit, Klarheit und Kohärenz. Damit der Anleger Kenntnis von dem Prospekt nehmen kann, muss der Emittent die Veröffentlichung in einem überregionalen Börsenpflichtblatt bekanntmachen und den Prospekt zur kostenlosen Abgabe bereithalten.

Angesichts der komplexen gesetzlichen Anforderungen an Kapitalmarktemissionen, die weit über die eigentliche Erstellung des Prospekts hinausgehen, sollte sich der Emittent bei der Konzipierung der Emission und bei der Erstellung des Verkaufsprospektes frühzeitig der Beratung durch fachkundige erfahrene Rechtsanwälte bedienen.

Druck des Verkaufsprospekts

Um die Emission platzieren zu können, benötigt das Unternehmen drucktechnische und optisch gut aufbereitete Prospektunterlagen.

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EZB-Niedrigzinspolitik: Verlierer sind Anleger und Investoren

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Gewinner und Verlierer:

Gewinner sind die europäischen Finanzminister und die großen Unternehmen.

Verlierer sind die Anleger und Investoren in der Europäischen Union, so analysiert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.com.

Noch nie waren die Zinsen über die ganze Breite so niedrig. Profiteure sind die hochverschuldeten Unternehmen und die hochverschuldeten Staaten. Aber Leidtragende sind die Anleger und Investoren, die in dieser Situation unter einem realen Verlust ihrer Geldanlagen stöhnen.

Im Angesicht der Bankenkrise, der Staatsschuldenkrise und der europäischen Konjunkturschwäche ist die Niedrigzinspolitik der EZB  bewusste Strategie (Stichwort Finanzdepression).

Demgemäß reagieren die großen Konzerne ganz vernünftig. Sie stellen die geplante Entschuldung zurück und verschulden sich am Kapitalmarkt für Investitionen in unermesslicher Höhe. So haben beinahe alle großen DAX-Unternehmen in den letzten Monaten umfangreiche Anleihen aufgelegt. Dabei liegt der Jahreszins dieser bonitätsstarken Unternehmens-Anleihen zwischen 1 und 2 %.

Auch die Banken bieten ausgesuchten Unternehmen äußerst günstige Finanzierungen an. Nach einer Finanzanalyse betrug der durchschnittliche Jahreszins für Kredite an deutsche Unternehmen höchster Bonität bei fünfjähriger Laufzeit im Schnitt nur noch 2,75 %. Im letzten Jahr waren es noch mehr als 3 % und in 2011 über 4 %, vor fünf Jahren noch 6 %. Damit sanken für die Großunternehmen die Finanzierungskosten in den letzten zwei Jahren fast um die Hälfte.

Auffällig ist, dass von dieser gewollten Niedrigzinspolitik der EZB besonders die deutschen Unternehmen und der deutsche Fiskus profitieren. Die großen DAX-Unternehmen erzielen mit Niedrigstzinsen am Kapitalmarkt gegenüber ihren europäischen Wettbewerbern Vorteile in Milliarden-Höhe. Begünstigt sind z. B. Daimler mit Verbindlichkeiten von 72 Mrd. € oder die Telekom mit 44 Mrd. €. Im Vergleich zu den Konkurrenten in Frankreich, Italien oder Spanien sind ihre Finanzierungskosten um ein Drittel günstiger.

Leittragende sind die Anleger und Investoren in Deutschland. Sie erwirtschaften bei diesen Konditionen für Geldanlagen nach Abzug der Inflationsrate und nach Steuern eindeutig real nur Verluste. Werterhaltene Geldanlagen sind immer schwerer zu finden. Anleger und Investoren müssen nolens volens in höhere Risiken gehen.

Nach sorgfältiger Suche und Prüfung gibt es aber diese Anlagemöglichkeiten. Allgemein lässt sich sagen, dass der deutsche Mittelstand aktuell so gut aufgestellt ist, um diese rentierlichen und sicheren Geldanlagen dem Anleger und Investor zu bieten.

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Wichtige Aspekte der Kapitalmarktemission

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.anlegerbeteiligung.de)

Bei der Emission eines Unternehmens am Kapitalmarkt sind eine Reihe von wichtigen Gesichtspunkten besonders zu beachten. Hier die Aufzählung einiger beispielhafter Aspekte:


Bilanzielle Aspekte

Bei der Kapitalmarktemission muss das Unternehmen unter bilanziellen Aspekten entscheiden, ob mit der Kapitalmarktemission das Eigenkapital gestärkt werden soll oder ob es im Rahmen einer Projektfinanzierung ausreicht, wenn Fremdmittel mit mittel- bzw. langfristigen Charakter eingeworben werden. Genügt die Aufnahme von Fremdkapital, so bietet sich die Emission einer Anleihe an. Hierdurch lassen sich Anleger mit einem größeren Sicherheitsbedürfnis ansprechen.

Will das Unternehmen hingegen das Eigenkapital stärken, so kommen neben dem Angebot von Vollgesellschaftsanteilen wie Aktien und Kommanditbeteiligungen vor allem mezzanine Finanzierungsformen wie stille Beteiligungen und Genussrechte/-scheine in Betracht. Bei einer eigenkapitalersetzenden Gestaltung sind die eingeworbenen Mittel bilanziell kein Fremdkapital, sondern erhöhen die Eigenkapitalquote des Unternehmens.

Mitspracherechte
Das Ausmaß der Einflussnahme der Kapitalgeber kann entsprechend den Bedürfnissen der bestehenden Gesellschafter und den Ansprüchen der Kapitalgeber durch die Wahl bestimmter Finanzierungsformen gesteuert werden. Ist eine Mitsprache der Anleger vorgesehen, sind Aktien geeignete Instrumente. Keinerlei Mitspracherechte stehen hingegen Anleihegläubigern zu, deren Gelder beim Unternehmen aber als Fremdkapital auszuweisen sind.

Insbesondere mittelständische Unternehmen möchten gerne das Eigenkapital stärken, aber aus den bereits genannten Gründen weiterhin alleinige „Herren im Haus“ bleiben. Hier sind eigenkapitalersetzende Genussrechte und stille Beteiligungen eine ideale Wahl. Bei diesen mezzaninen Emissionsformen sieht die rechtliche Gestaltung regelmäßig vor, dass keine Gesellschafterversammlungen unter Beteiligung von Anlegern abzuhalten sind und die gesamte operative Leitung des Unternehmens bei dem Vorstand bzw. der Geschäftsführung verbleibt. Den Anlegern werden lediglich gewisse Informationsrechte und bei atypisch stillen Beteiligungen ein Mitspracherecht nur bei außergewöhnlichen Entscheidungen eingeräumt, welche die Grundlage der Beteiligung betreffen.

Kapitalbildung
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Emission ist die gewünschte Kapitalbildung, die an der unternehmerischen Politik und der jeweiligen Investitions- und Finanzierungsstrategie ausgerichtet sein sollte. Werden Gelder nur kurzfristig benötigt, sind kündbare Ausgestaltungen vorzuziehen; ist eine dauerhafte Beteiligung vorgesehen, empfehlen sich Aktien- oder Kommanditbeteiligungen, aber auch stille oder Genussrechtsbeteiligungen bzw. Anleihen mit entsprechend langen Laufzeiten. Bei der Emission von stillen Beteiligungen, Genussrechten und Anleihen sollte bei der Liquiditätsplanung die spätere Rückführung des eingeworbenen Kapitals beachtet und im Rahmen der langfristigen Finanzierungsstrategie ausreichend berücksichtigt werden.

Steuerliche Aspekte
Während die Ausschüttungen auf Aktien und Kommanditanteile aus Unternehmenssicht reine Gewinnverwendung darstellen und somit steuerlich nicht abzugsfähig sind, gelten Ausschüttungen auf Anleihen, typisch stille Beteiligungen und bei entsprechender Konzeption auch auf Genussrechte stets als Betriebsausgaben, die den zu versteuernden Jahresüberschuss des Unternehmens mindern. Diese Vorteile der Mezzanine-Finanzierung können auch bei einem Private Placement genutzt werden: Das Unternehmen erhält bilanzielles Eigenkapital, das steuerlich wie Fremdkapital behandelt wird.

Sonstige Aspekte
Bei der Auswahl der Finanzierungsform ist schließlich darauf zu achten, dass künftige Weichenstellungen nicht beeinträchtigt werden. So sollten Umwandlungspläne in andere Rechtsformen, künftige Nachfolgeregelungen (z. B. im Rahmen eines MBI oder MBO) und andere Maßnahmen wie eine Unternehmensteilung, eine Fusion oder sogar ein möglicherweise für einen späteren Zeitpunkt geplanter Börsengang bereits im Vorfeld berücksichtigt werden. Auf Grund der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten ist eine externe Beratung des Unternehmens eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Emission.

Bezüglich der jeweiligen Modalitäten des Emissionsmodells besteht je nach Finanzierungsform ein weit reichender Gestaltungsspielraum im Hinblick auf Veräußerbarkeit, Rendite, Liquiditätsbelastung für die Gesellschaft, Wertsteigerung, Steuern, Kapitalrückfluss und Haftung der Anleger. Bei der rechtlichen Gestaltung müssen die Interessenten der Beteiligten ausgeglichen und auch kapitalmarktrechtliche Anforderungen beachtet werden, z. B., die Abgrenzung zu unerlaubten Bankgeschäften nach §§ 1, 32 des Kreditwesengesetzes, insbesondere das Einlagen-, Depot- und Finanzkommissionsgeschäft.

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Finanzierung am KapitalMarkt: Finanzierung durch ein Private Placement

Die Entscheidung für ein Private Placement erfordert eine umfassende Analyse der Chancen und Risiken. Hierbei spielt auch die Frage der Kostenbelastung eine Rolle. Die Emissionskosten sollten in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen stehen und in die Finanz- und Liquiditätsplanung der Gesellschaft integriert werden. Hat sich das Unternehmen schließlich für ein Private Placement entschieden, muss ein geeignetes Beteiligungsmodell entwickelt werden, das auf die speziellen Belange des Unternehmens, seiner Gesellschafter sowie externen Kapitalgeber zugeschnitten ist. Zwei zentrale Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Welche Finanzierungsform eignet sich für die Emission?
  • Mit welchen Modalitäten soll die jeweilige Finanzierungsform ausgestattet werden?

1. Mögliche Finanzierungsformen

Das Spektrum der möglichen Finanzierungsformen ist bei einem Private Placement groß und für Unternehmer wie Investoren auch unter steuerlichen Gesichtspunkten sehr interessant. So können am außerbörslichen Kapitalmarkt nicht nur Wertpapieren wie Aktien, Genussscheine und Anleihen angeboten werden, sondern auch wertpapierlose Vermögensanlagen wie stille Beteiligungen, Genussrechte und Kommanditbeteiligungen. Wichtige Faktoren bei der Auswahl einer bestimmten Finanzierungsform sind die Rechtsform des Emittenten, bilanzielle Aspekte, das Maß der gewünschten Mitbestimmung, steuerliche Aspekte, die gewünschte Kapitalbindung sowie die voraussichtliche künftige Entwicklung des Unternehmens.

2. Rechtsform des Emittenten

Die wohl bekannteste Möglichkeit der Kapitalmarktemission ist das Angebot von Aktien, das jedoch Unternehmen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft (AG) und der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) vorbehalten ist. Unternehmen in diesen beiden Rechtsformen können auch alle anderen Kapitalmarktinstrumente anbieten, also insbesondere stille Beteiligungen, Genussrechte bzw. –scheine sowie Schuldverschreibungen (Anleihen) jeder Art.

Typische Emissionsformen

  • Vollgesellschaftsanteile (z.B. Aktien und Kommanditanteile)
  • Mezzanine Instrumente (z.B. Genussrechte/-scheine, stille Beteiligungen)
  • Fremdkapital (z.B. Anleihen)

Anders als ein Börsengang steht die Finanzierung durch ein Private Placement allen Unternehmen unabhängig von der Rechtsform offen. Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften bzw. GmbH/AG/OHG & Co. KGs können mezzanine Finanzierungsformen wie stille Beteiligungen und Genussrechte und sogar Wertpapiere wie normale Anleihen und natürlich Genussscheine emittieren. Kommanditgesellschaften bzw. GmbH/AG/OHG & Co. KGs können darüber hinaus auch Kommanditbeteiligungen sowie Wandelanleihen (Umwandlung in KG-Anteil) anbieten. Die Umwandlung des Unternehmens in eine bestimmte Rechtsform ist somit keine zwingende Voraussetzung für ein Private Placement und nur für das Angebot von bestimmten Kapitalmarktinstrumenten notwendig.

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Finanzierungsalternativen zu Bankkrediten – auskömmliche Rendite für Anleger

Die Finanz- und Bankenkrise hat auch zu Veränderungen und Anpassungen bei der Unternehmensfinanzierung geführt. Betroffen sind

  • die Banken, private wie öffentliche Banken,
  • die Unternehmen, mittelständische wie Großunternehmen,
  • sowie Anleger und Investoren

erläutert der Finanzexperte Dr. jur. Lutz WERNER, Herausgeber von Anleger-Beteiligungen.de und des Investoren-Brief.com.

Die Unternehmen passen ihre Finanzierungsstrategie den Veränderungen im Finanzsektor an und reagieren auf den Vertrauensverlust der Banken in der Krise. Die Anleger und Investoren suchen in der Niedrigzinsphase nach höher verzinslichen Finanzalternativen. Das ist die Ausgangslage.

Die Unternehmen haben seit Ausbruch der Finanz- und Bankenkrise im Jahr 2008 ihren Bestand an Krediten zurückgefahren. Sie haben ihren Schuldenbestand deutlich abgebaut. Ende 2012 lagen die an Unternehmen in Deutschland ausgereichten Kredite um über 50 Mrd. € unter dem Bestand von 2008.

Diese Entwicklung ist im Bankensektor allerdings unterschiedlich verlaufen. Bei den privaten und Großbanken ist der Vertrauensverlust besonders groß. Demgemäß konnten die Sparkassen und Kreditgenossenschaften ihr Kreditvolumen stabilisieren und sogar ausbauen. Ihre Kundschaft, vornehmlich kleine und mittlere Unternehmen, haben an den Bankkrediten festgehalten und Finanzierungsalternativen nicht in größerem Umfang nachgefragt.

Die Kunden der privaten Banken wie auch der Landesbanken haben ihr Kreditvolumen gegenüber früheren Höchstständen deutlich zurückgeführt. Die mittleren und Großunternehmen haben dementsprechend Finanzierungsalternativen gesucht und auch gefunden.

Dabei kann festgestellt werden, dass die Kreditentwicklung nicht so sehr durch eine Kreditklemme bzw. Angebotsverknappung geprägt ist. Vielmehr liegen die Gründe für den Rückgang der Kreditfinanzierung auf der Nachfrageseite. Der Vertrauensverlust der Banken hatte also einen Rückgang der Nachfrage nach Bankkrediten zur Folge.

Da der Finanzierungsbedarf für Investitionen wie auch Akquisitionen konstant blieb, sind verstärkt alternative Finanzierungsmöglichkeiten von den Unternehmen in Anspruch genommen worden. Im Vordergrund standen dabei eine höhere Selbstfinanzierung, der direkte Zugang zum Kapitalmarkt, Nachfrage nach vor- und außerbörslichen Finanzprodukte sowie verstärktes Interesse an Schuldscheindarlehen.

Die Unternehmen haben dabei auch die verstärkte Nachfrage seitens der Anleger und Investoren im derzeitigen Niedrigzinsumfeld nach höher verzinslichen Anlagemöglichkeiten genutzt. Dies bot den Unternehmen eine Diversifizierung ihrer Finanzierung auch mit Blick auf die Verschärfung der Bankenregulierung, den zunehmenden Erwartungen erschwerter und verteuerter Kreditvergabe der Banken sowie der Prognose eines weiter niedrigen Zinsumfeldes.

Dazu berichtet die Bundesbank für die letzten beiden Jahren einen deutlichen Anstieg der Unternehmensanleihen wie auch seit 2011 von 60 Mittelstandanleihen an den neu geschaffenen Mittelstandsmärkten. Diese stoßen bei Anleger und Investoren aus Zinsgründen auch auf ein verstärktes Anlageninteresse zur Erzielung einer auskömmlichen Rendite. Diese ist bei Staatsanleihen nicht mehr zu erzielen (siehe interessante Anlage-Alternativen bei Anleger-Beteiligungen.de und Investoren-Brief.com).

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Crowdfunding bzw. Schwarmfinanzierung: Moderne Form der Finanzierung

von Dr. jur Lutz WERNER (www.anleger-beteiligungen.de)

Ein neues Modewort geistert durch die Medien und beschreibt eine neue/alte Form der Finanzierung: Crowdfunding bzw. Schwarmfinanzierung. Eine mögliche  Definition wäre:  Viele Geber (Crowd) steuern kleine Geldbeträge bei, die in ihrer Summe die Finanzierung auch größerer Projekte ermöglichen.

Crowdfunding ist ein moderner Begriff für eine schon länger bestehende Form der Kapitalbeschaffung bzw. Finanzierung, geeignet und optimiert durch die modernen Medien wie Online-Werbung und Internet. Genutzt wird diese Finanzierungsform zu unterschiedlichsten Zwecken:  Sozial, gemeinnützig, politisch, unternehmerisch usw.

2,7 Milliarden Dollar wurden 2012 durch Crowdfunding weltweit eingesammelt, also durch Aufrufe im Internet etwa für Spenden oder Anteile an Unternehmen. Das sind 81 Prozent mehr als im Jahr zuvor. An der Spitze lag 2012 Nordamerika mit 1,6 Milliarden Dollar. In Europa kamen so 945 Millionen Dollar zusammen, in Asien 33 Millionen.

Das älteste unternehmerische Crowdfunding-Finanzportal in Deutschland ist www.emissionsmarktplatz.de, im letzten Jahr umfirmiert in www.Anleger-Beteiligungen.de. Das Finanzportal wurde 1999 von der Dr. Werner Financial Service Group gegründet. Gerade in den letzten Monaten sind eine Reihe neuer, teilweise spezialisierte Plattformen im Internet erschienen.

Das Crowdfunding wird von der Erkenntnis geleitet, dass es z. B. schwerer ist, einen einzigen Geldgeber mit 1 Mio. € zu finden als 10.000 Kapitalgeber mit Kleinbeträgen von jeweils 100 €.

Nach allgemeiner Meinung sollten mehrere Voraussetzungen für ein erfolgreiches, unternehmerisches Crowdfunding  erfüllt sein:

  • ein besonderes und überzeugendes unternehmerisches Projekt,
  • glaubwürdige Online- und Offline – Präsentation sowie Finanzkommunikation,
  • sichere und angemessene Rendite für die Anleger und Investoren.

In Deutschland unterliegt das Crowdfunding der staatlichen Kontrolle. Entweder bedarf es der Genehmigung für eine Spendensammlung durch die Gewerbeämter oder beim unternehmerischen Crowdfunding der Genehmigung der Kapitalmarktaufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die BaFin-Genehmigung ist erforderlich, wenn jemand mehr als 100.000 € einsammeln möchte. Der Geldbetrag ist wiederum unbeschränkt, wenn das Unternehmen  nicht mehr als 20 Kapitalgeber pro Finanzart aufnimmt.

Die Dr. Werner Financial Service Group betreibt seit nunmehr  12 Jahren ein Crowdfunding- Finanzportal unter www.emissionsmarktplatz.de, bzw. seit  letztem  Jahr  umfirmiert in www.anleger-beteiligungen.de. Auf dieser Internet-Plattform, ergänzt durch den per Mail versandten Investoren-Brief.com, können kapitalsuchende Unternehmen nach dem Prinzip des Crowdfunding Kleinbeträge von einer großen Zahl von Anlegern und Investoren einsammeln, um das gewünschte Gesamtfinanzierungsvolumen zusammen zu bringen.

Herausgeber des Crowdfunding-Finanzportals  www.Anleger-Beteiligungen.de und des ergänzenden, wöchentlichen per Mail an ca. 25.000 Anleger und Investoren kostenlos übersandten www.Investoren-Brief.com ist Dr. Lutz WERNER, Vorstand der Hi-Tech Media AG .

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