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Finanzierung am Kapitalmarkt Folge 13

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.anleger.beteiligungen.de)

Private Placement – Privatplatzierung

Wie der Begriff „Private Placement“ (Privatplatzierung) bereits erahnen lässt, handelt es sich bei einem Private Placement im Gegensatz zu Public Placement um eine Kapitalmarktemission außerhalb der Börsen. Ein solches Private Placement kann auf strukturell sehr unterschiedliche Weise durchgeführt werden.

Auf der einen Seite steht die Platzierung bei einem eingeschränkten und ausgewählten Personenkreis von namentlich bekannten, zumeist institutionellen Investoren und wohlhabenden Großinvestoren. Hier investieren die Kapitalgeber regelmäßig zwei- oder auch dreistellige Millionenbeträge in Unternehmen mit möglichst hohen Rendite- und Wertsteigerungsaussichten. Dieser Weg lässt sich für ein Unternehmen meist nur als Fremdemission, d. h. mit Hilfe von (Investment-)Banken beschreiten, die über ein internationales Kontaktnetzwerk zu potenziellen Investoren verfügen. Das Emissionsunternehmen ist bei dieser Form des Private Placement vollständig auf Banken und externe Spezialisten angewiesen und kann selbst zum Gelingen einer solchen Transaktion aktiv nur wenig beitragen. Auf Grund der hohen Platzierungsvolumina und entsprechenden Transaktionskosten, die ohne weiteres mehrere hunderttausend Euro ausmachen können, ist dieser Weg naturgemäß nur großen Unternehmen vorbehalten, die über entsprechende Umsatz- und Ertragsgrößen verfügen.

Eine weitere Möglichkeit zur Durchführung eines Private Placement ist die Platzierung am außerbörslichen Kapitalmarkt bei einem breit gestreuten Anlegerpublikum. Als Kapitalgeber werden überwiegend Privatpersonen angesprochen, die sich durchschnittlich mit Beträgen zwischen 10.000 € und 50.000 € beteiligen. Auch auf diese Weise lassen sich ohne weiteres Emissionen mit einem Gesamtvolumen bis in den oberen zweistelligen Millionenbereich platzieren. Genau wie bei einem Börsengang handelt es sich bei dieser Form des Private Placement um ein öffentliches Angebot des Unternehmens an eine breite Investorenbasis und damit gewissermaßen um ein „Public Placement“ außerhalb der Börsen („Kleines Going Public“). Anders als bei einem Börsengang oder einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren übernimmt das Unternehmen die Platzierung selbst. Die Ansprache der privaten Kapitalgeber erfolgt mittels eines gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsprospekts direkt durch das Unternehmen meist mit der Unterstützung freier Finanzvertriebe.

Private Placement (Privatplatzierung) – Begriffsdefinition:
Der Begriff Private Placement bezeichnet das Angebot zur Ausgabe von Wertpapieren oder wertpapierlosen Vermögensanlagen außerhalb der Börse. Die Platzierung erfolgt durch Investmentbanken bei ausgewählten institutionellen und Großinvestoren oder durch das Unternehmen selbst bei einem breit gestreuten Anlegerpublikum mittels eines Verkaufprospekts und mit der Unterstützung freier Finanzvertriebe bei der Ansprache der Kapitalgeber. Diese Form des „Public“ Private Placement wird deshalb auch „kleines“ Going Public genannt. Erfolgt das Private Placement vor einem fest geplanten Börsengang, ist oft von einem „Pre-IPO“ die Rede.

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