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Archive for June, 2013

Unternehmensfinanzierung durch Genusskapital:

Begründung, Anforderungen, Abgrenzung

Unternehmensfinanzierung durch Genusskapital hat einerseits lange Tradition und ist andererseits durch die verschärften Kreditvergabebedingungen der Banken für Unternehmen jeder Größe und Rechtsform sehr aktuell, erläutert Dr. Lutz Werner. Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de sowie des www.Investoren-Brief.de.

1. Begründung der Genussrechtsgewährung

Genussrechte als Finanzierungsinstrument  können von jedem Unternehmen unabhängig von seiner Größe oder Gesellschaftsform gewährt werden. Genusskapital kann also nicht nur von einer GmbH oder AG, sondern z. B. auch von einer OHG oder KG und sogar von einem einzelkaufmännisch geführten Betrieb begründet werden. Das Rechtsverhältnis zwischen Unternehmen und Genussrechtsinhaber wird zwischen den Beteiligten individualvertraglich in sog. Genussrechtsbedingungen vereinbart.

2. Formale Anforderungen

Da gesetzliche Vorgaben fehlen, müssen die einzelnen Modalitäten der Finanzierung, insbesondere Regelungen zur Laufzeit, Kündigung, Fälligkeit und Rückzahlung des Kapitals in den Genussrechtsbedingungen bestimmt sein. Werden Genussrechte von einer Aktiengesellschaft gewährt, so ist grundsätzlich ein Beschluss der Hauptversammlung mit einer Dreiviertelmehrheit erforderlich. Darüber hinaus ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu gewähren, das aber ausgeschlossen werden kann.

Genussrechte können sowohl unverbrieft als reine Genussrechte als auch wertpapierverbrieft in sog. Genussscheinen ausgegeben werden. Dabei können Genussscheine als Namenspapier oder Inhaberpapier ausgestaltet werden. Bei einer Emission von nicht verbrieften Genussrechten werden die Genussrechtsinhaber in der Regel in ein Namensregister eingetragen.

3. Abgrenzung zum partiarischen Darlehen und zur stillen Gesellschaft

Da Genussrechte wegen ihrer Flexibilität ohne weiteres wie eine stille Beteiligung ausgestaltet werden können, kann eine Abgrenzung in der Praxis meist dahin stehen, bzw. haben die Beteiligten eben durch die Bezeichnung ihres Vertrages als stillen Gesellschaftsvertrag oder Genussrechtsvertrag die Wahl zu treffen. Unterschiede ergeben sich aber insoweit, als sich allein das Genussrecht im Genussschein verbriefen lässt. Ferner besitzt nur der stille Gesellschafter zwingend gewisse Rechte aus den §§ 230 ff. HGB und nur bei einer stillen Gesellschaft lässt sich eine steuerrechtlich relevante Mitunternehmerschaft des Investors begründen.

Beim partiarischen Darlehen wie auch bei den Genussrechten erfolgt die Hingabe des Kapitals gegen eine Beteiligung am Gewinn. Da bei Genussrechten regelmäßig auch eine Beteiligung am Verlust vereinbart wird, die beim partiarischen Darlehen nicht möglich ist, die Abgrenzung insoweit unproblematisch.

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Nervosität um eine mögliche Zinswende

An den Börsen der Welt herrscht eine auffällige Nervosität. Diese drückt sich aus in heftigen Schwankungen der Börsenindizes und hoher Volatilität. Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de erläutert:

Gründe für diese Berg- und Talfahrt und Nervosität der Anleger und Investoren gibt es viele:

  • Prognose der Weltbank über weiteren Rückgang des globalen Wachstums,
  • verblassender Glanz der Schwellenländer,
  • Rezessionserscheinungen in vielen Ländern Europas.

Aber weder die lahmende Weltkonjunktur noch schlechte Unternehmensnachrichten sind der eigentliche Grund.

Die Nervosität der Märkte hat ihre Ursache im Verhalten der Notenbanken, insbesondere der US-Notenbank Fed und der japanischen Zentralbank. Die Anleger und Investoren machen sich seit Wochen Sorgen um die Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik. Diese Geldpolitik mit Leitzinsen nahe 0 % und Geldschwämme durch Milliarden-Kaufprogrammen von Staatsanleihen könnte bald zu Ende gehen.

Anlass zur Sorge geben Bemerkungen des US-Notenbankchef Bernanke und das Verhalten der japanischen Notenbank. Sie deuteten in den letzten Tagen und Wochen erstmals den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik mit den massiven Konjunkturhilfen an. Die geldpolitische Zeitenwende rückt damit näher. Die Leitzinsen sollen zwar weiter sehr niedrig bleiben, die gigantischen Staatsanleihenkäufe aber sollen in den USA und Japan in diesem Jahr gedrosselt werden und bis Mitte nächsten Jahres 2014 auslaufen. Mit einer Änderung der Zinspolitik wird von den Finanzmarktexperten erst in 2015 gerechnet.

Anders verlautet es  aus der Europäischen Zentralbank. Die denkt noch laut über weitere Zinssenkungen nach und den Einsatz zusätzlicher Maßnahmen gegen Rezession und Kreditklemme in vielen Euro-Ländern.

Das „Einpreisen“ dieser neuen Entwicklung führt zu den erhöhten Volatilitäten an den Finanzmärkten. Besonders leiden diejenigen Anlageklassen, die durch die Liquiditätsspritzen am meisten profitierten: Schwellenländer-Anleihen, Hochzinsanleihen weniger kreditwürdiger Unternehmen sowie generell Anleihen mit langen Laufzeiten und Anlagen in Edelmetallen.

Die Karten werden also neu gemischt. Was kann man in dieser schwierigen Phase den Anlegern raten?

  • Vermeiden Sie Extrempositionen,
  • bevorzugen Sie eine effiziente Diversifikation,
  • bleiben Sie in liquiden Anlageklassen,
  • vermeiden Sie längere Laufzeiten,
  • erhalten Sie sich Flexibilität um bei ändernden Markterfordernissen rasch handeln zu können.

Schon jetzt trennen sich internationale Investoren von langfristigen amerikanischen Staatsanleihen. Die Kurse werden sinken, die Renditen steigen. Das wird mittelfristig die Attraktivität von Geldanlagen auch wieder steigen lassen. Dies vor allem in den USA, weniger in Europa.

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Endlich Gesetze zur verschärften Regulierung des Bankwesens

Fünf Jahre nach Ausbruch der internationalen Finanzkrise und des Zusammenbruchs der Lehmann-Bank werden nun endlich vom Deutschen Bundestag die ersten Gesetze zur verschärften Regulierung des Bankwesens beschlossen. Die Verabschiedung weiterführender Gesetze steht bevor, erläutert Dr. jur. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de sowie des www.Investoren-Brief.de.

Diese Regulierungen dienen unter anderem „zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten“ (so eine etwas umständliche Gesetzesformulierung).

Diese Regulierungen der Banken sind aber auch für Anleger, Investoren und Unternehmen – ja, für die gesamte Wirtschaft – von grundsätzlicher Bedeutung.

1. Vorbereitung zur Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten

Zukünftig werden Kreditinstitute verpflichtet, Pläne für ihre Sanierung zur erarbeiten und an Plänen zur ihrer Abwicklung mitzuwirken. Grund ist die starke Verflechtung der Finanzwirtschaft untereinander und ihre Bedeutung für die Gesamtwirtschaft. Ein EU-Richtlinienentwurf sieht solche Pläne vor. Der Sanierungsplan hat zum Ziel, die Widerstandfähigkeit des Kreditinstituts oder der Finanzgruppe in künftigen Krisensituationen zu stärken. Kreditinstitute sollen Maßnahmen in organisatorischer und geschäftspolitischer Hinsicht treffen müssen, um eine Krise möglichst schnell, effektiv und aus eigener Kraft bewältigen zu können.

2. Abtrennung riskanter Eigengeschäfte der Banken

Große Banken werden gezwungen, den Eigenhandel in rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch selbständige Einheiten auszulagern. Es betrifft Großbanken, wenn ihre riskanten Geschäfte 100 Mrd. € oder 20 % der Bilanzsumme übersteigen. Nach früheren Angaben könnte dies in Europa auf ca. zehn Institute zutreffen. Die Deutsche Bank hat schon angekündigt, ihren Eigenhandel auszugliedern bzw. aufzugeben.

3. Neue Strafvorschriften für Vorstandsmitglieder

Nach ursprünglichen Gesetzesvorschlägen drohen Vorständen bis zu fünf Jahre Haft, wenn sie gegen wesentliche Pflichten im Risikomanagement verstoßen. Diese geplante Regelung war heftig umstritten. Deshalb wurde das Gesetz im letzten Moment entschärft: Geschäftsleiter von Kreditinstituten und Versicherern können sich nur dann strafbar machen, wenn sie gegen eine vollziehbare Anordnung der Finanzaufsichtsbehörde BaFin verstoßen.

4. Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften

Damit sich die Finanzkrise nicht wiederholt, sollen die Banken mehr und qualitativ höherwertiges Eigenkapital vorhalten, um schlechte Zeiten besser durchstehen zu können. Beides hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel III) im Dezember 2010 empfohlen. Mit einer europäischen Richtlinie sollen diese Empfehlungen umgesetzt werden. Das deutsche Recht wird entsprechend dort korrigiert, wo es das geänderte europäische Recht erfordert. Dabei geht es um die Zulassung und Beaufsichtigung von Kreditinstituten an die unterschiedlichen Kapitalpuffer sowie Sanktionen bei Verstößen.

5. Verbot des Anteilverkaufs von Hedgefonds an Privatanleger

Anteile an den als riskant eingestuften Hedgefonds dürfen nicht mehr an Privatanleger verkauft werden. Zudem müssen Hedgefonds künftig Eigenkapital nachweisen, aber auch eine ausreichende Qualifikation ihrer Manager. Das zusammen ist Teil des Gesetzes zur Umsetzung der europäischen AIFM-Richtlinie.

6. Einführung einer neuen Rechtsform, der Investment-Kommanditgesellschaft

Der Bundestag hat das AIFM-Steuer-Anpassungsgesetz (nicht zu verwechseln mit dem AIFM-Umsetzungsgesetz) beschlossen. Es erlaubt die Verwaltung von Altersvorsorgevermögen in einer neuen Investmentfonds-Rechtsform, der Investment-Kommanditgesellschaft. Damit sollen Missbräuche im heutigen Investmentsteuerrecht eingeschränkt werden.

7. Europäische Bankenunion

Ein entscheidender Beitrag zur Überwindung der Finanzkrise soll eine Bankenunion sein. Sie soll die Finanzaufsicht, die Einlagensicherung und die Abwicklung maroder Banken in einer Hand, nämlich bei der Europäischen Zentralbank (andere schlagen dafür die Europäische Kommission oder eine neue selbständige Institution vor) zusammenfassen. Aber der Teufel steckt noch im Detail (besonders umstritten ist auch die Zuständigkeit für die Abwicklung einer Bank – national oder europäisch?). Vieles ist umstritten und soll vor und auf dem nächsten EU-Gipfel Ende Juni weiter beraten werden.

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Finanzkommunikation nach der Platzierung

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.anleger-beteiligungen.de)

Die Marktfinanzierung bedeutet für das Unternehmen stets „in die Öffentlichkeit gehen“. Ein wichtiges Kriterium für einen nachhaltigen Platzierungserfolg ist aber auch das „In-der-Öffentlichkeit-Stehen“.

Die Informationspflichten des Unternehmens am außerbörslichen Markt ergeben sich überwiegend aus der rechtlichen Verbindung zwischen Unternehmen und Kapitalgeber. Anders als am Börsenmarkt gibt es keine über die allgemeinen Rechnungslegungsvorschriften hinausgehenden Verpflichtungen zu vierteljährlichen, vom Wirtschaftsprüfer testierten Zwischenbilanzen und Jahresabschlüssen. Art, Zeitpunkt und Umfang des Informationsflusses sollten aber nicht von gesetzlichen oder vertraglichen Mindestanforderungen, sondern von dem Informationsbedürfnis des Marktes bestimmt werden.

Investor Relations

Investor Relations sind alle Maßnahmen zur Beziehungspflege zwischen Unternehmen und Kapitalmarktteilnehmern und somit ein Teilbereich der Public Relations. Im Zentrum stehen dabei der kontinuierliche Informationsfluss zu Anlegern und potenziellen Kapitalgebern sowie Multiplikatoren wie Medien, Kunden und Mitarbeiter und institutionelle Investoren.

Zu den wesentlichen Zielen der Investor Relations zählen die langfristige Bindung von Kapitalgebern an das Unternehmen sowie die Gewinnung neuer Kapitalgeber. Zu diesem Zweck gilt es, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern und mit einer transparenten und offenen Informationspolitik das Vertrauen der Marktteilnehmer zu gewinnen, indem Informationslücken zwischen Unternehmen und Finanzmarktteilnehmern durch eine optimale Finanzkommunikation geschlossen werden.

Die wichtigsten Zielgruppen der Investor Relations
Insbesondere Kapitalgeber, die bereits in das Unternehmen investiert haben, sollten regelmäßig über das Unternehmen und dessen Produkte und Dienstleistungen sowie über ihre Geldanlage informiert werden. Auch Anleger sind Kunden für „Dienstleistungen und Produkte“ des Unternehmens, nur eben auf der Passivseite der Bilanz.

Weitere Zielgruppen sind

  • private Anleger und professionelle Investoren,
  • Finanzvertriebe, Finanzdienstleister, Vermögensverwalter und Steuerberater,
  • Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten,
  • Presse, Wirtschaftsmagazine und Fachzeitschriften,
  • Institutionelle Investoren und
  • Finanzanalysten.
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Die Anlegerverwaltung

von Dr. jur. Lutz WERNER

Eine informative und gut organisierte Anlegerverwaltung ist von herausragender Bedeutung und zugleich aussagefähige Visitenkarte des Unternehmens. Außerdem ist eine gut funktionierende Anlegerverwaltung ein exzellentes Bindeglied zwischen Anleger und Unternehmen.

Bedeutung einer reibungslosen Anlegerverwaltung

Wer als Privatanleger in ein Unternehmen investiert oder als Vertriebspartner für ein Unternehmen tätig ist, erwartet zu Recht eine reibungslose Information und problemlose Abwicklung sämtlicher geschäftlicher Abläufe. Die Anlegerverwaltung stellt angesichts der Möglichkeiten moderner Software auch bei einer Vielzahl von Anlegern kein Problem mehr dar. Mit einer entsprechenden Software können sämtliche Aufgaben wie Vertriebsprovisionsabrechnungen, Erstellung von Platzierungsstatistiken, Serienbriefe, Lastschrifteneinzüge von Anlegergeldern, Gewinnberechnungen und dergleichen mehr schnell und effizient erfüllt werden.

Der Vertrieb hat die ordnungsgemäß ausgefüllten, vom Anleger und vom Vertriebspartner selbst unterschriebenen Zeichnungsscheine zeitnah (z.B. alle zwei Wochen) dem Emissionsunternehmen zur Gegenzeichnung zu übersenden. Nach Ablauf einer Widerrufsfrist wird sodann der Beteiligungsvertrag wirksam und nach Eingang des Anlegergeldes auf dem Konto des Emittenten die Provision an den Vertrieb ausgezahlt.

Die Dauer der Platzierung
Die Dauer der Platzierung hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem natürlich von dem Emissionsvolumen. Erfahrungsgemäß liegen zwischen den ersten Vertriebsgesprächen und dem Vertriebsstart drei bis sechs Monate. Insgesamt sollten für die Platzierung sechs Monate bis zwei Jahre angesetzt werden. Abhängig von Emissionsvolumen, Platzierungskraft der Vertriebspartner und natürlich der Produktqualität kann die Platzierung auch wesentlich weniger, aber auch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Was auf den ersten Blick als Nachteil erscheinen mag, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als vorteilhaft für das Unternehmen: Es kann während der gesamten Platzierung auf die äußeren Rahmenbedingungen reagieren und die Beteiligungskonditionen jederzeit den Anforderungen des Marktes anpassen. Auch können – anders als beim Börsengang – jederzeit individuell ausgehandelte Verträge mit einzelnen Investoren geschlossen werden. Das Unternehmen genießt beim Private Placement auch in der Platzierungsphase eine große Unabhängigkeit und Flexibilität.

Erfolgsvoraussetzungen bei der Platzierung
Für einen dauerhaften Platzierungserfolg ist neben einem stimmigen Emissionskonzept und einer professionellen Vertriebsstrategie entscheidend, dass das Unternehmen nur mit seriösen und erfahrenen Partnern zusammenarbeitet. Eine reibungslose Anlegerverwaltung schafft zusätzliches Vertrauen bei den Anlegern. Hinter jedem Finanzprodukt steht das Unternehmen selbst. Für eine erfolgreiche Emission muss das Management „lernen“, in Zukunft „Emissionsunternehmer“ zu sein. Es muss dem Markt kommunizieren können, warum es vorteilhaft ist, gerade in das eigene Unternehmen zu investieren.

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Steuerliche Behandlung der atypisch stillen Gesellschaft

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.anleger-beteiligungen.de)

Bei der steuerlichen Behandlung der stillen Gesellschaft ist zwischen „typischer“ und „atypischer“ stiller Beteiligung zu unterscheiden.
Die „atypische“ stille Beteiligung ist eine Sonderform der stillen Gesellschaft, bei welcher der stille Gesellschafter als „Mitunternehmer“ im steuerlichen Sinne gilt. Die Voraussetzungen einer atypisch stillen Gesellschaft gehen über die Anforderungen an eine Bilanzierung des stillen Kapitals als Eigenkapital hinaus. Dabei entspricht eine „atypische“ Ausgestaltung regelmäßig den Interessen solcher Investoren, die neben der Gewinnbeteiligung auch an den Verlusten beteiligt sind und einen Nachrang vereinbart haben. Als Kompensation für dieses erhöhte Risiko erhält er Kontrollrechte, die denen des Kommanditisten entsprechen, d. h. mindestens Bucheinsichtsrechte und gewisse Mitbestimmungsrechte. Damit verfolgt er tatsächlich ein gewisses unternehmerisches Interesse und wird deswegen steuerlich wie ein Mitunternehmer behandelt. Aus der Gestaltung der atypisch stillen Gesellschaft ergibt sich, dass die Einlage des atypisch Stillen – anders als beim typisch stillen Gesellschafter – für das Unternehmen stets auch Eigenkapital darstellt.

Unterscheidung zwischen „typischer“ und „atypischer“ stiller Beteiligung
Bei der Unterscheidung zwischen „typisch“ und „atypisch“ ausgestalteter stiller Beteiligung gelten folgende Kriterien:

  • Mitunternehmerinitiative (d. h. Zustimmungsrechte) und Mitunternehmerrisiko;
  • Beteiligung an den stillen Reserven bzw. dem Geschäftswert;
  • (Total-)Gewinnerzielungsabsicht.

Weil der atypisch still Beteiligte, anders als der typisch stille Gesellschafter, aus steuerlichen Gründen aber an gewissen Maßnahmen der Geschäftsführung des Unternehmens zu beteiligen ist, spricht man auch von einer „mitunternehmerischen“ Beteiligung.

Die Einordnung des atypisch stillen Gesellschafters als Mitunternehmer im steuerlichen Sinne fordert ferner ein Mitunternehmerrisiko. Daher ist die Einlage des atypisch Stillen nicht nur an den Gewinnen, sondern – anders als bei der typisch stillen Gesellschaft – zwingend auch an den Verlusten des Unternehmens zu beteiligen. Eine unbeschränkte Haftung der Einlage des Stillen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens ist nicht notwendig. Vielmehr genügt es, die Beteiligung an den Verlusten auf die Höhe der Einlage zu beschränken.

Der atypisch stille Gesellschafter ist ferner wie ein Kommanditist an Wertsteigerungen und Wertminderungen des Anlagevermögens und den offenen und stillen Reserven zu beteiligen.

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Finanzstudien belegen ein Ende des Rohstoffzyklus

Anleger und Investoren konnten über 15 Jahre steigende Rohstoffpreise erleben. Nun signalisieren aktuelle Zahlen und fundamentale Daten ein Ende des Superzyklus der Rohstoffe erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de sowie des www.Investoren-Brief.de.  An den Finanzmärkten diskutieren die Experten, ob diese Entwicklung nur kurzfristiger Natur ist oder tatsächlich der Anfang vom Ende überproportional steigender Rogstoffpreise.  Mehrere Studien haben die Situation intensiv und über Jahrzehnte analysiert, unter anderem auch eine Studie der Vereinten Nationen.

Der aktuelle Superzyklus der Rohstoffpreise begann 1998 nach der Asien-Krise und mit der Nachfrageexplosion der Schwellenländer wie insbesondere China. Das rasante Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land der Erde und die zweistelligen Wachstumsraten der Industrieproduktion als Werkbank der Welt waren maßgeblich verantwortlich für diese Rohstoffhausse über 15 Jahre.

Der Nachfrageüberhang über viele Jahre ließ die Rohstoffpreise teilweise explodieren: Kupfer z. B. von 1.300 $ auf über 10.000 $ in 2011. Die Rohstoffunternehmen erzielten hohe Margen und investierten stark in neue Vorkommen und in den Ausbau ihrer Kapazitäten.

Die aktuell schwache Weltkonjunktur und die Schwächephase der Schwellenländer sowie der chinesischen Wirtschaft hat aber seit dem letzten Jahr das Ende der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise eingeläutet. So sank nicht nur der Rohstoffpreisindex in letzter Zeit. Auch die Gewinne der europäischen Rohstoffunternehmen sind seit 2011 um über 40 % zurückgegangen.

Die sinkenden Rohstoffpreise haben im Wesentlichen drei Gründe:

  • neu enddeckte Vorkommen und ausgebaute Kapazitäten,
  • neue Technologien wie z. B. Fracking sowie
  • Nachfragerückgang wegen schwacher Weltkonjunktur.

Die Studien über die Preisentwicklung von 30 Rohstoffen über die vergangenen 160 Jahre signalisieren drei große Rohstoffzyklen im letzten Jahrhundert:

  • von 1890 bis 1930 durch die Industrialisierung,
  • von 1930 bis 1990 durch weltweites Nachfragewachstum,
  • und von 1998 bis 2012 durch Nachfrageexplosion der Schwellenländer.

Der langfristige Trend steigender Rohstoffpreise sei allerdings nach Expertenmeinung ungebrochen.

Anleger und Investoren sollten aber bei ihren kurz- und mittelfristigen Anlageentscheidungen bedenken, dass die Studien klar belegen: Der Boom steigender Rohstoffpreise ist erst einmal vorbei! Anlagealternativen zeigt das Finanzportal www.Anleger-Beteiligungen.de und der www.Investoren-Brief.de auf.

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