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Archive for September, 2013

Ende der Rezession – Wirtschaftsaufschwung in Europa

Der Präsident der Europäischen Kommission, Barroso, die Europäische Zentralbank und die FAZ verkünden unisono das Ende der Rezession in der Europäischen Union und einen gemäßigten Wirtschaftsaufschwung. Damit wird die Überwindung der schweren Finanz-, Konjunktur-, Banken- und Staatschuldenkrise eingeläutet.

Woran nun ist die Wirtschaftserholung in Europa zu erkennen? Das erläutert der Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de, Dr. Lutz WERNER:

  • Die Zinsunterschiede zwischen den Eurostaaten werden geringer,
  • die Industrieproduktion steigt,
  • das Vertrauen der Märkte kehrt zurück,
  • der Einkaufsmanagerindex dreht in den positiven Bereich,
  • die Auslandnachfrage zieht langsam an,
  • der Euro zeigt deutliche Stärken,
  • an den Aktien- und Finanzmärkten geht es aufwärts,
  • die Geschäftsaufsichten der Unternehmen steigen,
  • das Verbrauchervertrauen entwickelt sich positiv.

Noch vor einem Jahr haben Finanzgurus in den Medien, Talkshows usw. bei jeder Gelegenheit den Untergang der Europäischen Union, den Zerfall der Währungsunion, den Absturz des Euro, den Austritt Griechenlands aus der EU usw. herauf beschworen. Nichts davon hat sich bewahrheitet.

Heute gibt es positive Entwicklungen, die Europäische Union befindet sich auf dem richtigen Weg, es gibt Grund zur Zuversicht, die Krisenländer machen Fortschritte. Aber die Politik darf nicht nachlassen, weder national noch europaweit.

Wir müssen bedenken, dass die Krise nicht konjunkturell sondern strukturell begründet war. An den Strukturverbesserungen ist deshalb weiter intensiv zu arbeiten: Haushaltskonsolidierung, Schuldenabbau, Bankenaufsicht, Stärkung der europäischen Institutionen sind nur einige Stickworte.

Als überzeugter Europäer, der auch auf europäischer Ebene tätig war, möchte ich anmerken: Europa war nicht die Ursache der Probleme und  Krisen. Die Ursachen lagen in der maßlosen Verschuldung einzelner Mitgliedsstaaten und der überzogenen Geschäftsgier vieler Banker. Aber Europa kann und muss Teil der Bewältigung der Krisen (Staatsschulden- und Bankenkrise) sein. Ohne europäische Hilfe wäre Griechenland längst Insolvent und Banken abgestürzt.

Als wichtigste und drängendste Aufgaben der Europäischen Kommission nannte ihr Präsident: Aufbau einer effizienten Bankenaufsicht, Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit insbesondere unter den Jugendlichen und eine bessere Kreditversorgung der kleinen und mittleren Unternehmen. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen.

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Wirtschaftspolitische Herausforderungen der neuen Bundesregierung

Von Dr. Lutz WERNER

Der Wähler hat gesprochen. Nun sind die Parteien des neuen Deutschen Bundestages in der Pflicht, eine Bundesregierung zu etablieren.

Ich möchte für Sie als Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlichen www.Investoren-Brief.de einen Blick auf die anstehenden wirtschaftspolitischen Aufgaben der nächsten Bundesregierung in der neuen Legislaturperiode werfen.

Die Wirtschafts- und Politikexperten nennen übereinstimmend im Wesentlichen folgende Bereiche:

1. Energiewende

Die Parteien und die Wirtschaft sind sich in der Bewertung einig: Die Energiewende droht zu scheitern! Die Strompreise laufen aus dem Ruder und gefährden Unternehmen, Verbraucher und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die neue Bundesregierung muss schnell handeln, damit die Energieversorgung umweltfreundlich, klimaschonend, sicher und bezahlbar bleibt. Die planwirtschaftlichen Züge des Energiesektors müssen wieder durch mehr Marktwirtschaft und mehr Wettbewerb ersetzt werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nicht länger tragbar. Außerdem muss der Schulterschluss mit unseren europäischen Nachbarländern gesucht werden.

2. Verschuldungskrise im Euro-Raum

Mit wenig abgestimmten Maßnahmen und um Zeit zu gewinnen, wurden die Märkte insbesondere durch ein resolutes Eingreifen der Europäischen Zentralbank beruhigt. Nunmehr benötigen wir dringend einen langfristigen, abgestimmten Plan, um die Europäische Union, den Euro, ihre Mitgliedsstaaten und die Finanzen in Europa zu stabilisieren. Dabei hat die europäische Bankenunion höchste Priorität, um die Banken und ihre Bilanzen zu sanieren. Es wird weiter notwendig werden, zur Krisenbewältigung in der Finanzpolitik stärkere europäische Institutionen zu schaffen, die diese Aufgaben glaubwürdig erfüllen können.

3. Infrastruktur, Technologie und Bildung

Unstrittig ist, dass es in den vergangenen Jahren zu wenige öffentliche Investitionen gegeben hat, insbesondere in Infrastruktur und Bildung. Hier ist ein Investitionsstau entstanden, und nicht nur bei Brücken und Straßen, der unbedingt behoben werden muss. Die Einführung der PKW-Maut, unter entsprechender Senkung der Kraftfahrzeugsteuer für Inländer, wäre dabei eine mögliche Maßnahme. Dazu gehört weiter, dass wir einen positiven Umgang mit neuen Technologien und Innovationen brauchen. Hier ist die Kernenergie, Fracking, Gentechnologie und auch Nanotechnologie zu nennen.

4. Arbeitsmarkt

Alle Parteien haben einen Reformbedarf für den Arbeitsmarkt erkannt. Alle Parteien plädieren inzwischen für einen Mindestlohn (bei allerdings unterschiedlicher Gestaltung). Dringend sind Regulierungen von Werkverträgen, befristeten Arbeitsverhältnissen, Zeit- und Leiharbeit vorzunehmen. Hier kann und muss etwas geschehen, um den viel gelobten sozialen Frieden in Deutschland zu sichern.

Die Herausforderungen (national und europaweit) sind groß. Die Aufgaben unter Berücksichtigung von stabilen Finanzen zu bewältigen ist schwer, aber auch ohne wesentliche Steuererhöhungen erreichbar.

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Die Hypothekenanleihe für sicherheitsbewusste Anleger

Von Dr. Lutz WERNER (www.anleger-beteiligungen.de)

Die Hypothekenanleihe ist eine besondere Form der Inhaberschuldverschreibung, genauer gesagt eine Inhaberschuldverschreibung mir erstrangiger und erststelliger grundpfandrechtlicher Absicherung der Anleihegläubiger. Die Besonderheit gegenüber gewöhnlichen Anleihen besteht darin, dass der Emittent zu Gunsten der Gesamtheit der Anleihegläubiger (Anleger und Investoren) Grundpfandrechte bestellt.

Die Hypothekenanleihe hat aus Sicht des Anlegers den Vorteil, dass der Anspruch auf Rückzahlung der auf die Hypothekenanleihe eingezahlten Gelder dinglich durch Grundbucheintragung gesichert ist und somit gegebenenfalls aus der Verwertung der mit dem Grundpfandrecht belegten Immobilien realisiert werden kann. Im Übrigen handelt es sich bei einer Hypothekenanleihe um eine normale Schuldverschreibung.

Die Hypothekenanleihe dient aus Sicht der Unternehmen der Aufnahme von besichertem Investorenkapital und kann auch von nicht börsennotierten Unternehmen BaFin-frei und ohne BaFin-gebilligten Kapitalmarktprospekt von jedem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ausgegeben werden. Hierzu muss das Unternehmen auch keine fremden Anleger ins Grundbuch aufnehmen. Dies kann vielmehr über eine Eigentümergrundschuld zur Sicherungsabtretung geregelt werden. Die Besicherung des Investorenkapitals kann im ersten oder zweiten Rang im Grundbuch erfolgen. Die erfolgreiche Platzierung einer Hypothekenanleihe führt zu einem positiven Standing für das Unternehmen bei Banken, institutionellen Investoren, Geschäftspartnern und Lieferanten. Das Unternehmen, welches eine erste Anleihe am Kapitalmarkt untergebracht hat, tut sich umso leichter bei der Platzierung weiterer besicherter Schuldtitel.

Eine Hypothekenanleihe mit der Dr. Werner Financial Service Gruppe (www.finanzierung-ohne-bank.de und http://www.Anleger-Beteiligungen.de) über den Kapitalmarkt mit einem Hypothekenanleiheprospekt als Wertpapierprospekt zur bankenunabhängigen Kapitalbeschaffung emittieren, ist insbesondere für Immobilienunternehmen und Bauträgergesellschaften eine zusätzliche Alternative zur Kreditfinanzierung.

Hypothekenanleihen sind als Finanzinstrumente eine durch Grundschulden besicherte Sonderform der Schuldverschreibung zur Finanzierung von Immobilien und Bauträgerprojekte. Schuldverschreibungen (= Anleihen, Bonds oder auch Rentenpapiere genannt), Schuldscheindarlehen und partiarische Darlehen sind schuldrechtliche Verträge gem. §§ 488 ff, 793 ff BGB mit einem Gläubiger-Forderungsrecht ( “Geld gegen Zins” ). Anleihen sind deshalb nichts anderes als wertpapierorientierte Darlehen. Sie stellen bilanzrechtlich Verbindlichkeiten dar und werden mit einer Festverzinsung oder auch einer Mindestverzinsung plus Gewinnbeteiligung zur Unternehmensfinanzierung auf Zeit begeben (Gewinn-Schuldverschreibung). Die genannten Finanzinstrumente können mit einer Nachrangklausel bzw. einem Rücktritt hinter andere Gläubigeransprüche (= Rangrücktritt) versehen werden, so dass sie dann als sogen. “wirtschaftliches Eigenkapital” eingeordnet werden können.

Die Schuldverschreibung (auch Anleihe genannt) kann auch durch Hypotheken bzw. Grundschulden abgesichert werden, so dass man in diesem Falle von einer “Hypothekenanleihe” ( covered bonds ) oder von einem Pfandbrief spricht. Der Pfandbrief kann auch mit anderen Sicherheiten als Grundschulden, z.B. mit Forderungsabtretungen, belegt werden. Die Besicherung einer Anleihe mit Immobilien wird also “Hypothekenanleihe”; die Besicherung mit mobilen Vermögenswerten “Pfandanleihe” oder “Pfandbrief” genannt.

Die Hypothek bzw. Grundschuld wird zur Sicherung der Kapitalgeber in der III. Abteilung des Grundbuchs eingetragen. Die Eintragung kann erstrangig oder nachrangig nach den besicherten Bankkrediten eingetragen werden. Es handelt sich hierbei um ein Pfandrecht an einem Grundstück. Als akzessorische Sicherheit ist die Hypothek vom Bestehen einer Forderung abhängig. Eine Hypothek kann als Buch- oder Briefhypothek oder auch als verbriefte Eigentümergrundschuld beim Amtsgericht eingetragen werden.

Die Buchhypothek wird ohne Zusatzurkunde im Grundbuch eingetragen. Bei der Briefhypothek erhält der Gläubiger eine zusätzliche Urkunde, den sogenannten Hypothekenbrief. Dieser “Brief” hat Wertpapiercharakter. Er erleichtert die Übertragung einer Grundschuld bzw. einer Hypothek , da sie durch Zession ( = Abtretung ) und bloße Übergabe des Briefes unabhängig von Grundbuch übertragen werden kann. Als Berechtigter einer Hypothek kann der Anleihegläubiger eine Zwangsversteigerung einleiten, wenn der Anleiheschuldner seine Pflicht zur Zahlung der Anleihezinsen nicht erfüllt.

Die Hypothek ist dementsprechend ein Sicherungsmittel. Der Begriff Hypothek kommt aus dem griechischen und heißt soviel wie Unterpfand. Das Grundbuch für die Eintragung befindet sich beim zuständigen Amtsgericht des verpfändeten Objekts. Ein Anleihegläubiger, der ein berechtigtes Interesse nachweist, kann eine Grundbucheinsicht beim Amtsgericht vornehmen. Das Grundbuch gibt zudem Auskunft, wer Eigentümer des Grundstückes ist und welche Lasten oder vorrangige Eintragungen sich auf dem Grundstück befinden. Da in der III. Abteilung des Grundbuchregisters alle Grundpfandrechte eingetragen werden, kann aus der laufenden Nummer der Eintragung der Vor- oder Nachrang des Sicherungsrechts erkannt werden.

Für die Hypothekenanleihe gelten analog ergänzend die Vorschriften des Pfandbriefgesetzes von 2005 mit den dort dargelegten Beleihungsprinzipien. Unmittelbar gilt das Pfandbriefgesetz jedoch nur für Kreditinstitute. Nach den dort dargelegten Beleihungsprinzipien sind vom Herstellungs- oder Anschaffungswert vorsorglich Sicherheitsabschläge von 20% vorzunehmen. Und nach § 20 a Abs. 6 Kreditwesengesetz sind Gewerbeimmobilien von einem unabhängigen Sachverständigen einer jährlichen Bewertungs- und Werthaltigkeitskontrolle zu unterstellen. Wohnimmobilien müssen in dreijährigen Abstand durch Bewertung überwacht werden.

Hypothekenanleihen bzw. Schuldverschreibungen – gleich in welchen Ausprägungen – sind kapitalmarktrechtlich grundsätzlich Wertpapiere und zwar unabhängig davon, ob eine Verbriefung durch ein physisches Wertpapier stattfindet oder nicht. Die Bedeutung liegt deshalb für Anleihen darin, dass für die öffentliche Emission (= Ausgabe und Angebot an Dritte) von Anleihen ein bankenaufsichtsrechtlich genehmigter Wertpapierverkaufsprospekt erforderlich ist. Ohne Wertpapierprospekt dürfen lediglich 149 potentielle Anleger angesprochen bzw. beworben werden (= gesetzliche Eintrittsschwelle – siehe § 3 Abs. 2 Ziff. 2 WertpapierProspektGesetz – WpPG).

Bei einer Mindesteinlage ab € 100.000,- stellt das Wertpapierprospektgesetz die Ausgabe von (Anleihe-)Wertpapieren prospekt- und genehmigungsfrei, d.h. dass keine gesetzliche Pflicht zur Erstellung eines Wertpapierverkaufsprospektes besteht ( siehe § 3 Abs. 2 Ziff. 3 WpPG ). Hypothekenanleihen können also am Kapitalmarkt auch BaFin-frei angeboten werden. Ergänzende Informationen erteilt dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de .

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Schuldverschreibungen zur Publikumsfinanzierung

Von Dr. Lutz WERNER

1. Definition:

Eine Schuldverschreibung (Anleihe oder Obligation) ist ein Wertpapier, dass ein Forderungsrecht verbrief. Schuldverschreibungen sind klassische Instrumente der langfristigen Kapitalbeschaffung. Bei der Emission von Schuldverschreibungen wird Fremdkapital direkt über den Kapitalmarkt aufgenommen, d. h. Schuldverschreibungen sind eine Form der Außen- und Fremdfinanzierung, erläutert Dr. Lutz WERNER, der Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich erscheinenden http://www.Investoren-Brief.de.

In Zeiten einer restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken entscheiden sich zunehmend auch mittelständische Unternehmen für die Emission einer Anleihe. Anleihen können im Hinblick auf die Konditionen in unterschiedlichsten Varianten begeben werden. Schuldverschreibungen (Anleihen) können als Wertpapiere auch von mittelständischen Unternehmen (KMU) gestreut und öffentlich am Markt angeboten werden.

2. Rechtliche Grundzüge

Schuldverschreibungen sind Wertpapiere, in denen das Unternehmen als Schuldner, dem Anleger und Investor eine bestimmte Leistung verspricht. Der Emittent verspricht die Leistung üblicherweise als Gegenleistung für einen vom Erwerber als Darlehen zur Verfügung gestellten Geldbetrag. Schuldverschreibungen verbriefen Forderungsrechte und gewähren dem Kapitalgeber somit keinerlei Mitgliedschaftsrechte am Unternehmen.

Der Inhalt von Schuldverschreibungen bzw. Anleihen ist im BGB nur in den Grundzügen gesetzlich näher definiert. Die Schuldverschreibung kann wie jedes Wertpapier als Inhaber- oder Namenspapier ausgestaltet sein. Die Inhaberschuldverschreibung ist in den § 793 ff BGB  geregelt, die Namensschuldverschreibung ist in § 806 BGB ausdrücklich erwähnt.

3. Inhaberschuldverschreibung

Die häufigste Form der Schuldverschreibung ist die sog. Inhaberschuldverschreibung. Hierbei handelt es sich um eine Schuldverschreibung, bei der das Unternehmen als Schuldner die Leistung dem jeweiligen Inhaber des Wertpapiers verspricht. Inhaberschuldverschreibungen sind üblicherweise frei handelbar und können auch an einer Börse notiert werden. Um eine Schuldverschreibung bei einer Vielzahl von Anlegern zu platzieren, wird ihr Gesamtvolumen meist in kleinere Teilbeträge gestückelt, die sog. Teilschuldverschreibungen.

4. Arten von Schuldverschreibungen bzw. Anleihen

Es bieten sich einem Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, bei der Emission von Schuldverschreibungen die jeweiligen Anleihebedingungen individuell zu gestalten, da sich der Inhalt des Gläubigeranspruchs grundsätzlich aus den Anleihebedingungen ergibt und diese im Wesentlichen frei ausgestaltet werden können.

Die Konditionen einer Anleihe setzen sich insbesondere aus folgenden Elementen zusammen:

  • Emissions- und Rückzahlungskurs,
  • Nominalzinssatz und Laufzeit.
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Klassische Unternehmensanleihen zur Kapitalbeschaffung

Bei der klassischen Unternehmensanleihe stellt der Anleihegläubiger (Anleger bzw. Investor) dem Unternehmen Kapital in Form eines Darlehens zur Verfügung. Dementsprechend handelt es sich bei der vom emittierenden Unternehmen versprochenen Leistung an den Anleger meist um die Rückzahlung dieses Geldbetrages zuzüglich eines ebenfalls in Geld geschuldeten Zinses, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlichen www.Investoren-Brief.de.

Genau wie bei einem einfachen Darlehen können die Kapitalbindung, Kündigung, Verzinsung und Rückzahlung sehr flexibel gestaltete werden.

Die Kapitalbindung kann befristet oder unbefristet sein. Es können verschiedene Kündigungsrechte vereinbart werden und die Verzinsung kann fest oder variabel sein. Darüber hinaus ist die Vereinbarung eines ergebnisabhängigen Gewinnanteils (Gewinnschuldverschreibung) oder auch eine Kombination verschiedener Renditeformen möglich. Auch hinsichtlich der Rückzahlung existieren verschiedene Tilgungsformen. Häufig erfolgt eine Gesamttilgung nach Kündigung durch den Emittenten oder am Ende der Laufzeit. Auch eine gestaffelte Rückzahlung in Raten ist möglich. Bei gutem Geschäftsverlauf kann das Unternehmen die Anleihen auch früher als vorgesehen „zurückkaufen“, indem es den Anlegern die vorzeitige Rückgabe mit einer Art „Entschädigung“ schmackhaft macht. Im Hinblick auf die Haftung können Anleihen auch mit einem Nachrang gegenüber Forderungen von Dritten ausgestattet werden und somit einen mezzaninen Charakter erlangen.

Zur Bezeichnung der einzelnen Verzinsungsvarianten haben sich unterschiedliche Bezeichnungen durchgesetzt:

  • Bei einer festverzinslichen Anleihe (auch Rentenwerte bzw. Fixed Rate Notes) hat der Anleihegläubiger einen Anspruch auf Zahlung von festen Nominalzinsen, die an bestimmten Terminen fällig sind.
  • Bei variabel verzinslichen Anleihen (Floating Rate Notes) wird meist ein fester Zinsbestandteil (Mindestverzinsung) mit einem Referenzzinssatz (z. B. EURIBOR oder LIBOR) verknüpft. Parameter eines variablen Zinssatzes können auch die Bonitätseinstufung des Emittenten oder ein bestimmter Inflationsindex sein.
  • Gewinnschuldverschreibungen sind Anleihen mit zusätzlichen Zinszahlungen, die an die Gewinnausschüttungen einer Kapitalgesellschaft gebunden sind, d. h. der Inhaber der Anleihe wird zusätzlich am Gewinn des Unternehmens beteiligt.
  • Bei Nullkuponanleihen (Zero-Bonds) erfolgt die Zinszahlung nicht laufend, sondern endfällig über eine Auszahlung am Ende der Laufzeit der Anleihe. Die Rendite für den Gläubiger besteht damit ausschließlich in der Differenz zwischen dem Erwerbskurs und dem Rückzahlungspreis.

Zwei Formen von Nullkuponanleihen sind möglich:

  • Nullkuponanleihe, im klassischen Sinn: hier wird am Ende der Laufzeit der Nennwert der Anleihe ausbezahlt. Der Ausgabekurs der Anleihe hat dann ein dementsprechend großes Disagio.
  • Zinssammler: die Anleihe wird zum Nennwert ausgegeben und sammelt dann die (festen oder variablen) Zinsen bis zum Laufzeitende an.
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