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Archive for October, 2013

Immobilien: Leitmesse Expo Real – Bewertung der Bundesbank

Der deutsche Immobilienmarkt läuft rund! Läuft er aber auch heiß? Das war eine der elementaren Fragen unter den Immobilien-Experten auf der Immobilien-Leitmesse Expo Real in München Anfang dieses Monats. Den Wohnungsmarkt analysiert auch die Bundesbank in ihrem neuesten Monatsbericht, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber der seit 1999 bestehenden Crowdfunding-Plattform Anleger-Beteiligungen.de.

Die Expo Real hat sich zur führenden Immobilien-Messe in Deutschland entwickelt und wird auch für ausländische Anleger und Investoren aus dem Immobilienbereich immer interessanter. Dieses Jahr hatte die Leitmesse 1.700 Aussteller und 36.000 Besucher.

Fangen wir erst einmal mit dem Aktuellen und Positiven an: Der deutsche Immobilienmarkt ist der „sichere Hafen“ für in- und ausländische Anleger und Investoren. Dabei wissen wir aus mehreren Umfragen, dass Sicherheit der Anlage eines der aktuell wichtigsten Anlagekriterien ist.

Der deutsche Immobilienmarkt ist aus mehreren Gründen in einer stabilen Verfassung:

  • große Nachfrage in den drei Bereichen: Wohnungs-, Büro- und Gewerbeimmobilien,
  • ein stabiles wirtschaftliches und politisches Umfeld in Deutschland,
  • sicherer Hafen in einem weitgehend labilen europäischen Umfeld,
  • äußerst günstige Finanzierungsbedingungen

In dieser Situation ist es umso verständlicher, dass die Marktteilnehmer über mangelndes Angebot sog. Core-Objekte klagen. Dementsprechend müssen die Investoren  sich darauf einrichten, verstärkt riskantere Produkte in weniger guten Lagen („Leipzig statt München“) und mit kürzeren Mietverhältnissen ins Auge zu fassen. Dies gilt für alle Immobilien-Bereiche.

Die Knappheit der erstklassigen Immobilien sehen die Experten aber nicht als Vorbote einer allgemeinen Überhitzung. Dafür ist der Markt und sind die Finanzierungen mit hohem Eigenkapitalanteil viel zu solide. Auch in dem aktuell teils leichtfertigen Gerede der Politiker über Mietpreisbremse, Wiederaufleben der Vermögenssteuer usw. werden keine wirklichen Gefahren für den deutschen Immobilienmarkt gesehen. Belastend ist dagegen schon die maßlose Anhebung der Grunderwerbssteuer durch beinahe alle Bundesländer.

Kritisch sieht die Bundesbank die Entwicklung der Immobilienpreise, allerdings fokussiert auf den Markt für Eigentumswohnungen und nur in den sieben größten deutschen Städten. Hier sieht sie Preisübertreibungen (das Handelsblatt titelt dazu völlig übertrieben: Alarm der Bundesbank). Bundesbank: „Vom Preisgefüge auf den Wohnimmobilienmärkten gehen gegenwärtig keine erheblichen makroökonomischen Risiken aus.“ Übertrieben sind die Preise nur in Szenenviertel und in besonders gefragten Innenstadtlagen

Ein Teil der Marktteilnehmer befürchtet allerdings belastende Auswirkungen durch möglicherweise bevorstehende Zinsanhebungen der Banken und insbesondere der Europäischen Zentralbank. Aber dieses Szenario steht angesichts der Wirtschaftsschwäche in mehreren europäischen Ländern und der Aussage des Zentralbankchefs Draghi nicht wirklich bevor.

So ist und bleibt für eine geraume Zeit der deutsche Immobilienmarkt für den in- und ausländischen Anleger und Investor der sichere Hafen.

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Ängste der Großanleger

Auch sog. Großanleger leben nicht ohne Ängste über Entwicklungen und Verzerrungen an den Kapital- und Finanzmärkten. Die Ergebnisse einer globalen Umfrage von Allianz Global Investors (AGI) unter 390 Großinvestoren mit einem Anlagevermögen von 50 Billionen US-$ zeigen sogar steigende Tendenzen der Befürchtungen der Großanleger in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage.

Gefragt wurde von AGI ganz konkret: Welche Risiken sehen Sie durch die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbanken in den letzten Jahren? Der Focus der Umfrage lag also auf den Auswirkungen der extremen Niedrigzinspolitik der Zentralbanken in den USA, Japan und Europa.

Das Ergebnis mit den doch starken Befürchtungen der Großanleger ist überraschend:

  • 68 % sehen gefährliche Verzerrungen an den Anleihemärkten,
  • 45 % befürchten Preisverzerrungen an den Aktienmärkten,
  • 30 % sehen mittel- und langfristig gefährliche inflationäre Entwicklungen.

Etwa 62 % der europäischen Großanleger sehen bereits jetzt „eine Überhitzung der Preise“ bei den Staatsbonds in den westlichen Industrieländern. Hier wird eine Blasenbildung bei den Staatspapieren als Folge der ultralockeren Geldpolitik insbesondere der amerikanischen und der Europäischen Zentralbank befürchtet.

Bezeichnend ist auch, dass die Großanleger, bedingt durch die Finanz-, Banken- und Staatsschuldenkrisen der letzten Jahre eine Überregulierung der Finanzmärkte befürchten, die ihre Ertragsziele deutlich gefährden bzw. schmälern werden.

Für den Anleger und Investor ist es immer mal wieder ratsam, auch die Großanleger und ihr Anlageverhalten im Auge zu haben.

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Crowdfunding für renditeorientierte Anleger und kapitalsuchende Unternehmer

Das Internet macht es möglich: Die Unternehmen können online Kapital suchen – der Anleger kann online investieren. Crowdfunding ( Schwarmfinanzierung), ein aktueller Begriff für eine direkte und transparente Form der Kapitalsuche und der Kapitalanlage, so Dr. Lutz WERNER, Herausgeber der seit 1999 bestehenden Crowdfunding-Plattform Anleger-Beteiligungen.de.

Den Service dazu bieten Finanzportale und Online-Marktplätze wie www.Anleger-Beteiligungen.de (vormals http://www.Emissionsmarktplatz.de). Dieses Finanzportal für kapitalsuchende Unternehmen und renditeorientierte Investoren wird flankiert durch den wöchentlich erscheinenden, kostenlos als Mail versandten http://www.Investoren-Brief.de.

Auf diesen Plattformen bzw. Portalen können Unternehmen ihre Beteiligungsangebote präsentieren, ihre Kapitalwünsche kommunizieren und damit Anleger sowie Investoren direkt ansprechen.

Für die Anleger besteht die Möglichkeit zu alternativen Investments unterschiedlichster Art in der Größenordnung von ca. 1.000 bis ca. 10.000 Euro. Der Anleger kann in mittelständische Unternehmen seiner  speziellen Wahl investieren. Die Vielfalt dieser Anlagemöglichkeiten bei unterschiedlichen Unternehmen, in verschiedenen Branchen, mit vielfältigen Geschäftsideen und unterschiedliche Renditen schafft gleichzeitig dem Anleger eine große Auswahl und ermöglicht ihm eine erstrebenswerte Risiko- sowie Renditediversifizierung.

Das Finanzportal im Internet kann aus erster Hand, kostengünstig, direkt und umfassend in doppelter Hinsicht einen perfekten Service liefern:

1. Die mittelständischen Unternehmen können sich mit ihren Kapitalwünschen umfassend, kostengünstig, unmittelbar und perfekt auf dem Finanzportal präsentieren:

Alle relevanten Daten zum Unternehmen, der Kapitalsuche, von der Geschäftsidee, zum konkreten Produkt oder Dienstleistung bis zur finanziellen Situation des Unternehmens können hier kommuniziert und für den Anleger und Investor transparent dargelegt werden.

Konservative Unternehmen mögen mit dieser Form der Information und Kommunikation über das Internet noch ihre Probleme haben. Diese Transparenz und Kommunikation ist aber für eine effiziente Kaptalbeschaffung im Interesse des Unternehmens notwendig. Mit dieser Transparenz und Informationspolitik kann und muss das Unternehmen seine Kapitalsuche befördern und unterschiedliche Investoren ansprechen.

2. Für den Anleger und Investor bietet das Finanzportal im Internet umgekehrt die einfachste, direkteste und modernste Form der notwendigen Informationsbeschaffung für sein Investmententscheidung:

Die Online-Plattform bietet dem Anleger alle relevanten und verfügbaren Daten und Informationen für seine Anlageentscheidung. Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit und Rendite kann der Anleger und Investor für sich das geeignete Investment aussuchen, prüfen und entscheiden.

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Private Equity nach der Finanzkrise wieder zurück

Fünf Jahre nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers hat das Private Equity wieder den Weg zurück geschafft. Die Finanzinvestoren des Private Equity haben sich im internationalen Übernahmegeschehen wieder zurückgearbeitet. Besonders erfolgreich sind die Beteiligungsgesellschaften mit dem Erwerb und Wiederverkauf von Unternehmen bzw. Beteiligungen in Amerika. In Europa lahmen dagegen die Private-Equity-Aktivitäten noch etwas, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de

Transaktionsvolumen in 2013

Das Übernahmevolumen durch Private Equity erreichte in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Volumen weltweit von über 200 Mrd. $. Das ist ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieses Transaktionsvolumen zeigt, dass es genügend Investitionsmöglichkeiten von Beteiligungskapital gibt. Im dritten Quartal 2013 wurden allein 670 Übernahmen im Gesamtwert von 60 Mrd. $ weltweit angekündigt oder vollzogen. Dabei waren die USA führend, Asien erzielte starke Zuwächse während Europa mit einem Transaktionsvolumen von 15 Mrd. $ im dritten Quartal etwas zurück blieb. In Deutschland rangierte in der Liste der größten Beteiligungen bzw. Veräußerungen durch Finanzinvestoren der Verkauf des Badamaturenherstellers Grohe mit 1,5 Mrd. € an erster Stelle.

Gründung neuer Fonds

Viele Anleger und Investoren suchen derzeit nach Alternativen zu Anlageformen wie Staatspapiere und Aktien. Private-Equity-Gesellschaften sind deshalb wieder auf dem Vormarsch. Insgesamt 1.990 Beteiligungsgesellschaften sind derzeit am Markt für Beteiligungskapital tätig, ein Rekordwert. Aber das sog. „Fundraising“ ist mühsamer als früher, da die Anleger einerseits doch noch verunsichert scheinen und andererseits Sicherheit der Anlage oberstes Gebot ist. So dauert es im Durchschnitt 18,5 Monate bis ein Private-Equity-Fonds das nötige Geld eingesammelt hat. Vor der Finanzkrise im Jahr 2006 waren nur 11,3 Monate notwendig. An den Finanzmärkten bewährte Private-Equity-Gesellschaften sind dabei deutlich im Vorteil. So wurden in 2013 bisher 380 neue Fonds mit einem Beteiligungskapital von zusammen 278 Mrd. $ neu aufgelegt. 2013 ist damit seit Ausbruch der Finanzkrise das erfolgreichste Jahr. Vom Rekordwert in 2008 von 900 neuen Fonds mit einem Anlage- bzw. Beteiligungskapital von zusammen 532 Mrd. $ ist man allerdings noch weit entfernt.

Anlage in Immobilien und Jungunternehmen

Viele durch die Finanzkrise verunsicherte Anleger bevorzugen Anlagemöglichkeiten in Immobilien. In diese Fonds-Kategorie floss demgemäß auch überproportional viel Anlagekapital.

Das zähe Wirtschaftsgeschehen in allen drei großen Wirtschaftsregionen der Welt (Amerika, Europa und Asien) hat auch die Risikofreude der Anleger und Investoren in die Finanzierung von Jungunternehmen durch sog. Wagniskapital eher gebremst. Amerika liegt zwar in diesem Bereich traditionell vor dem alten Kontinent, tut sich aber auch weiter schwer. Stärker ausgeprägt ist die Risikofreude für Wagniskapital  aber in China. Dort ist, trotz auch dort bestehender Finanz- und Konjunkturprobleme, ein starker Anstieg zu verzeichnen.

Insgesamt hat in 2013 der Anleger aber wieder zu Beteiligungs- bzw. Übernahmekapital bei Private-Equity-Gesellschaften zurückgefunden.

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Die Geldanlage der Deutschen

Immer wieder begegnen uns Untersuchungen über ein spannendes Thema: Wie legen die Deutschen ihr Geld an? Welche Motive leiten sie dabei?
Immerhin haben gemäß der amtlichen Statistik die privaten Haushalte ein Geldvermögen von 5 Billionen € zur Mitte dieses Jahres. Wie dieses Geld angelegt wird, ist für die gesamte Finanzwelt von allgemeinem und für viele von besonderem Interesse.


Die Investmentbank Goldman Sachs hat dazu wieder die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter privaten Anlegern vorgelegt. Die Umfrage bestätigt frühere Erkenntnisse, gibt aber auch überraschende Einblicke in die Motivations- und Seelenlage der Privatanleger in Deutschland.

1. Was sind die wichtigsten Kriterien der Geldanleger?
Nicht erstaunlich ist das ausgeprägte und dominierende Sicherheitsbewusstsein der deutschen Anleger. Für ca. drei Viertel der privaten Anleger ist die Sicherheit der Anlage das wichtigste Kriterium. Das Untersuchungsergebnis kann nach den durchlebten Finanz-, Banken- und Staatsschuldenkrisen nicht überraschen. Nach dem Kriterium der Sicherheit folgen mit weitem Abstand auf Platz zwei mit 13 % Liquidität, es folgt das Kriterium der Rendite mit 9 %.

2. Was sind die bevorzugten Anlageformen?
Zu diesen Anlagekriterien passen auch die bevorzugtesten Anlageformen. Es führt mit weitem Abstand das Sparbuch vor Fonds, Immobilien und Festgeld. Dieses Umfrageergebnis von Goldman Sachs wird auch bestätigt durch die Statistik und Berechnungen der Deutschen Bundesbank. Die deutschen Anleger halten etwa 40 % ihres Geldvermögens von 5 Billionen €, also 2 Billionen € in Form von unterschiedlichen Bankguthaben (Sparbuch, Tagesgeld, Termingeld, Festgeld usw.).

3. Was sind die vom Anleger erzielten Renditen?
Mit der Dominanz des Sicherheitsbewusstsein des deutschen Anlegers korrespondiert die äußerst niedrig erzielte Rendite. Selbst bei einer aktuell niedrigen Geldentwertungsrate von ca. 1,5 %, erzielen die meisten Anleger mit ihren Bankeinlagen eine so geringe Rendite, dass sie nach Berücksichtigung von Inflation, Steuer und Gebühren größtenteils reale Verluste haben.

Die meisten Anleger wissen das auch. Nach den Krisen ist die Sicherheit oberstes Gebot, die Renditeerwartungen sind dementsprechend zurückgeschraubt und äußerst niedrig. Dementsprechend äußern sich die Anleger bei der Umfrage trotz realer Verluste mit ihrer Anlage zufrieden.

Das alles überragende Sicherheitsbewusstsein erklärt auch, weshalb der deutsche Anleger so zurückhaltend gegenüber Aktien ist. Hier wirken zusätzlich die Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte nach: Stichwort Neuer Markt und Internetblase.

Bei der Suche nach höheren Renditen weicht der Anleger nur bedingt in andere Anlageformen wie Gold oder Immobilen aus.

Erstaunlich zurückhaltend sind die Anleger bei den höher verzinslichen Anleihen. Wenig erklärbar ist, dass der deutsche Privatanleger Direktanlagen in Unternehmensanleihen wenig schätzt. Eher ist er über Lebensversicherungen, Fonds usw. indirekt am Anleihemarkt (Staats- und Unternehmensanleihen) beteiligt.

4. In welcher Region und Währung tätigt er seine Anlage?
Die deutschen Unternehmen sind auslandsorientiert – lange Zeit Exportweltmeister. Die deutschen Touristen verdienen sich weiter den Titel des Tourismus-Weltmeister. Der deutsche Anleger ist dagegen auf den deutschen Markt fixiert und zeigt wenig Auslandsorientierung. Der Privatanleger erkennt zwar in Asien und Amerika wirtschaftlich vielversprechende Regionen, dort sieht er auch langfristig gute Anlagechancen, sein Geld legt er aber lieber in Deutschland an.

Der deutsche Anleger hat eine starke „Heimatorientierung“. Nicht nur die privaten Anleger auch die professionellen Investoren und sogar die Großinvestoren legen ihr Geld aktuell lieber im Euroraum oder in Deutschland an. Ihr Auslandsengagement überprüfen sie aktuell, auch mit Rücksicht auf schlechte Erfahrungen in Krisenzeiten.

Dabei spielt auch die Währung eine große Rolle. Trotz aller Unkenrufe der letzten Zeit ist der Euro stabil. Dementsprechend vertraut der Anleger dem Euro, den er vor dem Schweizer Franken und deutlich vor dem US-Dollar einstuft. Dabei bedenkt der Anleger und Investor das nicht unerhebliche und immer latente Währungsrisiko.

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Unternehmensfinanzierung durch Genussrechte

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.anleger-beteiligungen.de)

Die Finanzierung mittelständischer Unternehmen durch sog. Genussrechte ist in die Schlagzeilen geraten. Die Stiftung Warentest hatte vor dem Genussschein-Angebot des Windkraftunternehmens Prokon gewarnt. Dies hat den Blick auf diese Anlageform gelenkt. Die FAZ sah sich veranlasst, Anfang September mit einem umfangreichen Beitrag die Unternehmensfinanzierung durch Genussrechte zu erläutern. Dazu gab die FAZ folgende Definition von Genussscheinen heraus:

Ein Genussschein ist eine Anlageform zwischen Aktie und Anleihe. Er verbrieft wie eine Anleihe den Anspruch auf Zinsen und die Rückzahlung des Nominalwertes. Das Stimmrecht ist üblicherweise ausgeschlossen. Wie eine Aktie gewährt er dem Inhaber aber auch häufig das Recht, am Reingewinn einer Gesellschaft teil zu haben, nimmt andererseits auch am Verlust durch eine Verringerung des Rückzahlungsanspruchs teil. Der Verlust kann bei späterem Gewinn des Emittenten wieder aufgeholt werden. Im Konkurs- bzw. Liquidationsfall sind die Rückzahlungsansprüche zumeist gegenüber aller anderen Gläubiger nachrangig.

Genussrechte als Finanzierungsinstrument schauen auf eine lange Tradition zurück und sind bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland bekannt.

Angesichts der chronisch schwachen Eigenkapitalausstattung des deutschen Mittelstands und der sich verschärfenden Kreditvergabebedingungen wenden sich in den vergangenen Jahren immer mehr mittelständische Unternehmen dem Genussrecht als Finanzierungsinstrument zu.

1. Rechtliche Grundzüge

Der Gesetzgeber setzt Genussrechte zwar in einer Vielzahl von Vorschriften als selbstverständlich bestehend voraus, hat jedoch bewusst auf eine detaillierte Reglementierung verzichtet, um die Gestaltungsvielfalt nicht zum Nachteil der Vertragspartner einzuschränken. Wesentlicher Vorteil der Begebung von Genussrechten ist somit über die Möglichkeit des Eigenkapitalausweises hinaus ihre Flexibilität, so dass sie im Rahmen einer Unternehmensfinanzierung sowohl für Einzelmaßnahmen wie für Publikumsbeteiligungen gleichermaßen geeignet sind. Hintergrund der Existenz dieses Rechtsinstruments ist der Bedarf an haftendem Kapital für Kapitalgesellschaften, das keine Eigentums- und Mitspracherechte verbrieft und am Gewinn beteiligt ist. Zur Schließung dieser Lücke hat sich in Deutschland das allgemein anerkannte Rechtsinstrument des Genussrechts entwickelt.

2. Das Genussrecht als reines Vermögensrecht

Von einem Genussrecht spricht man, wenn ein Unternehmen einem Nichtgesellschafter – regelmäßig gegen die Leistung von Geld – typische Vermögensrechte einräumt. Anders als bei der stillen Gesellschaft ist das Rechtsverhältnis zwischen Unternehmen und Genussrechtsinhaber nicht gesellschaftlicher Natur. Insoweit ist der Begriff „Genussrechtsbeteiligung“ missverständlich, denn der Kapitalgeber erwirbt weder einen Anteil am Unternehmen noch eine sonstige Gesellschafterstellung, sondern stellt dem Unternehmen lediglich für einen bestimmten Zeitraum Kapital zur Verfügung und wird so zu dessen Gläubiger. Als Gegenleistung erhält er dafür bestimmte Genussrechte – in der Regel eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens, z. B. in Form einer jährlichen Ausschüttung. Üblicherweise werden die Genussrechte nicht nur am Gewinn, sondern auch am Verlust des Unternehmens beteiligt. Auf diese Weise wird der unternehmerische Charakter dieses Finanzierungsinstrumentes betont, zumal der Investor meist eine höhere Rendite als z. B. ein Kreditgeber erwartet. Allerdings gewähren Genussrechte dem Investor keinerlei mitgliedschaftlichen Verwaltungs-, Stimm-, oder Kontrollrechte. Die Geschäftsleitung besitzt weiterhin uneingeschränkte Freiheit in allen unternehmerischen Entscheidungen. Als Vermögensrechte werden dem Genussrechtsinhaber üblicherweise eingeräumt das Recht auf

  • Verzinsung,
  • Beteiligung am Gewinn (und Verlust),
  • Auf Rückerstattung des Kapitals und/oder
  • Sachdividende.

Sonstige Rechte vermögensrechtlicher Natur wie z. B. die Beteiligung am Liquidationserlös können von dem Unternehmen ebenfalls eingeräumt werden, sind aber aus steuerlichen Gründen nicht marktüblich.

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