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Archive for December, 2013

Bundesanleihen – Rückblick auf das Emissionsjahr 2013

Die Bundesfinanzagentur, oberste Schuldenverwalterin des Bundes, ist mit dem Emissionsjahr  2013 sehr zufrieden. Demnach hat der Bund, ganz gemäß seiner Ende 2012 veröffentlichten Schuldenplanung, in 2013 am Anleihemarkt 257 Mrd. € aufgenommen. Diese hohe Summe von 257 Mrd. im Verhältnis zur Nettokreditaufnahme von 17 Mrd. € zeigt überdeutlich, dass der Bund in großem Umfang eine Umschuldung vorgenommen hat, um die äußerst günstigen Kreditkonditionen am Kapitalmarkt für sich zu nutzen (zu Gunsten der Steuerzahler, zu Lasten der Anleger), erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich erscheinenden www.Investoren-Brief.de.

Die durchschnittliche Rendite der Schuldtitel im Jahr 2013 betrug 0,5 %. Aus Sicht des privaten Anlegers bzw. des professionellen Investors eine erschreckend niedrige Rendite. Im Angesicht einer Inflationsrate in 2013 von durchschnittlich 1,5 % ein absolutes Verlustgeschäft.

Trotz dieser offensichtlichen Situation mit negativen Realrenditen waren die neu emittierten Bundesanleihen von den Anlegern und Investoren sehr nachgefragt: Die Kaufangebote für die Schuldtitel des Bundes betrugen 377 Mrd. € bei den öffentlichen Auktionen.

Wenn man, wie die Bundesfinanzagentur die Nachfrage ins Verhältnis zum Zuteilungsvolumen setzt, ergibt das eine Überzeichnungsquote von 1,8. Entsprechend zufrieden äußerte sich der Chef der Finanzagentur Diemer: „2013 war für uns sehr erfolgreich. Bei allen 72 Auktionen lagen die Gebote stets über dem geplanten Volumen.“

Emissionen der Bundesanleihen und Bundesschatzanweisungen 2013 in Zahlen:

Emissionsvolumen 257. Mrd. €
Zuteilungsvolumen 214. Mrd. €
Marktpflegevolumen 43 Mrd. €
Nachfragevolumen 377 Mrd. €
Nachfrageüberschuss 120 Mrd. €
Überzeichnungsquote 1,8
durchschnittliche Rendite 0,5 %

Bei der letzten Auktion 2013 stockte die Bundesfinanzagentur eine zweijährige Bundesschatzanweisung um 5 Mrd. € auf. Die Nachfrage betrug 7,24 Mrd. € bei einem Zinscoupon von 0. Die durchschnittliche Rendite belief sich auf 0,21 %!

Das zeigt, dass die großzügige Geldpolitik der Zentralbanken weltweit verbunden mit der sehr guten Bonität des Bundes zu niedrigsten Zinsen bei Bundesanleihen bzw. Bundesschatzanweisungen geführt hat. Dennoch sind Bundesanleihen sehr gefragt.

Damit hat die Bundesfinanzagentur als Schuldenverwalterin des Bundes bei ihren Auktionen eine fantastische Ausgangslage und kann zurecht von einem erfolgreichen Jahr sprechen. Von einer derartigen Finanzierungssituation kann ein kreditsuchendes bzw. ein kapitalnachfragendes Unternehmen nur träumen. Leittragender dieser Situation mit Niedrigzinsen unter der Inflationsrate  im Zeichen der finanziellen Repression ist der Anleger und Investor, der eine negative Realrendite zur Kenntnis nehmen muss und auf Dauer erhebliche Verluste erleidet.

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Abkommen der WTO – neuer Impuls für deutschen Mittelstand

Mit einem epochalen Abkommen auf Bali überrascht die Welthandelsorganisation (WTO) die internationale Wirtschaftswelt.

Die World Trade Organization, als Nachfolgeorganisation des internationalen GATT 1994 gegründet, hat allzu lange um ein weltweit gültiges Handelsabkommen gerungen. Es ist auch nicht leicht mit 159 unterschiedlichsten Mitgliedsländern die notwendige Einstimmigkeit für ein Handelsabkommen zu erzielen. Das ist nun erstmalig auf Bali gelungen, wahrlich ein bemerkenswerter Durchbruch zum unmittelbaren Vorteil auch unserer mittelständischen Wirtschaft.

Die Weltwirtschaft hatte sich seit der Finanzkrise 2008 schlecht entwickelt. Im Angesicht der Finanz-, Banken- und Staatsschuldenkrisen hatte der Protektionismus an Boden gewonnen und dämpfende Wirkung auf die Weltwirtschaft entfaltet. Insgesamt hatten die Länder 3.300 neue Schutzbestimmungen erlassen, um sich vermeintlich in Eigeninteresse vor fremden Wettbewerbern zu schützen. Die Folge für die Weltwirtschaft war Stagnation nach vielen Jahren florierenden Welthandels zum Wohle und Wohlstand aller.

Der Welthandel war in den letzten Jahrzehnten immer deutlich stärker gewachsen als die Wirtschaft selbst. Der Grundgedanke der WTO ist, dass der Handel zwischen zwei Ländern für beide Länder und ihre Wirtschaft vorteilhaft ist. Dabei sind multilaterale Regelungen im Rahmen der WTO für 159 Staaten immer besser und der sog. Königsweg als bilaterale Handelsabkommen, die die Weltwirtschaft häufig nur stark zersplittern.

Nach fünf Jahren des wiedererstarkten Merkantilismus und Protektionismus nun auf Bali der Durchbruch und die Wende mit Beschlüssen der 159 Mitgliedsstaaten zu

  • Abbau bürokratischer Hürden und Hemmnisse für den Welthandel,
  • Vereinfachung und Erleichterung bei den Zollprozeduren,
  • Ächtung und Verbot von Exportsubventionen.

Mit der weltweiten Abschaffung von Handelsschranken, Bürokratie und Zollvorschriften erwartet die Internationale Handelskammer (ICC) einen Wirtschaftsimpuls von 1 Billion $ und die Entstehung von 21 Mio. neuen Arbeitsplätzen.

Der Beschlüsse der Welthandelsorganisation sind von besonderer Bedeutung für Deutschland als die drittgrößte Exportnation und da besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die unter Bürokratie und Handelsbeschränkungen besonders gelitten haben. Ihnen wurde der Zugang zum internationalen Geschäft durch nichttarifäre Handelshemmnisse oft erschwert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) als Spitzenverbände der so erfolgreichen deutschen Außenwirtschaft, feiern deshalb mit voller Überzeugung die handelserleichternden Beschlüsse der World Trade Organization und beziffern die Vorteile für unsere Unternehmen auf 60 Mrd. € durch eine Verringerung der Kosten internationalen Handels um 10 %. Diese Vorteile kommen der mittelständischen Wirtschaft direkt und indirekt insgesamt zugute.

So spricht dann auch der DIHK davon, dass die Beschlüsse der WTO auf Bali neue Impulse für die Unternehmen in Deutschland bedeuten.

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Perspektiven des Europäischen Marktes für Unternehmensanleihen

Die zögerliche Kreditvergabe durch die Banken im Euro-Raum veranlasst die Unternehmen verstärkt sich einer Finanzierung über den Markt für Unternehmensanleihen zuzuwenden. Dies signalisieren ganz überzeugend die aktuellen Zahlen, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich erscheinenden  www.Investoren-Brief.de.

Nach einer Studie aus dem Bankenbereich wird das Volumen neuer, auf Euro lautende Unternehmensanleihen in 2013 ca. 260 Mrd. € betragen. Das ist ein kontinuierlicher Anstieg in den letzten drei Jahren von 137 Mrd. €, über 250 Mrd. € in 2012 auf jetzt 260 Mrd. €. Damit hat der Emissionsmarkt für Unternehmensanleihen alle Prognosen der Fachleute übertroffen.

Was sind die Gründe für diese erfolgreiche Entwicklung der Unternehmensanleihen in Europa?

  • Die Unternehmen nutzen das für sie niedrige Zinsniveau,
  • ein aufnahmebereiter Markt stellt das Kapital den Unternehmen reibungslos zur Verfügung,
  • niedrige Risikoaufschläge bedingen eine günstige Finanzierung.

In dieser Situation am Kapitalmarkt ist es nicht überraschend, dass

  • ein deutlicher Trend zu längeren Laufzeiten besteht und
  • eine Wiederbelebung der Hybridanleihen zu beobachten ist, mit denen sich die Unternehmen nicht nur Fremd – sondern zunehmend auch Eigenkapital besorgen.

Interessant ist auch die Verteilung der Unternehmensanleihen in Europa auf die Branchen:

  • Führend bei den in 2013 neubegebenen Unternehmensanleihen im Euro-Raum ist die Autobranche mit 40 Mrd. €. Dafür werden zwei Gründe ins Feld geführt: Das wachsende Finanzdienstleistungsgeschäft der Autohersteller sowie umfangreiche Investitionen in neue Antriebstechniken.
  • Es folgen die Versorger mit 36,8 Mrd. € und die Telekommunikation mit 34,7 Mrd. €.
  • Deutlich zurück liegen die Öl- und Gasbranche mit 21,7 Mrd. €, die Baubranche mit 14,3 Mrd. €, die Nahrungsmittelbranche mit 12,1 Mrd. € sowie Einzelhandel und Computer/Elektronik mit jeweils 11 Mrd. €.

Der deutliche Zuwachs der Unternehmensanleihen in Europa in den letzten Jahren ist dem parallelen Rückgang der Risikoaufschläge zu verdanken. Das bedingte im Zusammenwirken mit den Niedrigständen der Zinsen äußerst günstige Finanzierungskosten für die Unternehmen an einem sehr aufnahmefähigen Kaptalmarkt.

Anders ist die Situation allerdings in den Staatsschuldenländern Südeuropas. Hier ist die Kreditversorgung durch die krisengeschüttelten Banken besonders schlecht. Der Ausweg für die Unternehmen zum Anleihemarkt ist im Gegensatz zu den Kernländern mit deutlichen Risikoaufschlägen verbunden. Gleichwohl konnten auch in den sog. Peripherieländern die Unternehmen rund 50 Mrd. € an Unternehmensanleihen generieren.

Eine Finanzuntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass dieser so stark wachsende Finanzmarkt für Unternehmensanleihen auch für Anleger und Investoren seine guten Seiten hat. Europas Konjunkturwende in diesem Jahr werde im nächsten Jahr zu einer weiteren Verbesserung  der wirtschaftlichen Situation der Unternehmen führen und damit sich auch zum Vorteil für Investoren entwickeln. Eine verbesserte Risikobewertung der Unternehmen bedeutet aussichtsreiche Prognosen insbesondere für Hochzinsanleihen, Bankanleihen sowie Kreditverbriefungen zum Vorteil der Anleger. Deshalb empfehlen die Experten eine weitere Investition in Anleihen europäischer und insbesondere deutscher Unternehmen

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