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Perspektiven des Europäischen Marktes für Unternehmensanleihen

Die zögerliche Kreditvergabe durch die Banken im Euro-Raum veranlasst die Unternehmen verstärkt sich einer Finanzierung über den Markt für Unternehmensanleihen zuzuwenden. Dies signalisieren ganz überzeugend die aktuellen Zahlen, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich erscheinenden  www.Investoren-Brief.de.

Nach einer Studie aus dem Bankenbereich wird das Volumen neuer, auf Euro lautende Unternehmensanleihen in 2013 ca. 260 Mrd. € betragen. Das ist ein kontinuierlicher Anstieg in den letzten drei Jahren von 137 Mrd. €, über 250 Mrd. € in 2012 auf jetzt 260 Mrd. €. Damit hat der Emissionsmarkt für Unternehmensanleihen alle Prognosen der Fachleute übertroffen.

Was sind die Gründe für diese erfolgreiche Entwicklung der Unternehmensanleihen in Europa?

  • Die Unternehmen nutzen das für sie niedrige Zinsniveau,
  • ein aufnahmebereiter Markt stellt das Kapital den Unternehmen reibungslos zur Verfügung,
  • niedrige Risikoaufschläge bedingen eine günstige Finanzierung.

In dieser Situation am Kapitalmarkt ist es nicht überraschend, dass

  • ein deutlicher Trend zu längeren Laufzeiten besteht und
  • eine Wiederbelebung der Hybridanleihen zu beobachten ist, mit denen sich die Unternehmen nicht nur Fremd – sondern zunehmend auch Eigenkapital besorgen.

Interessant ist auch die Verteilung der Unternehmensanleihen in Europa auf die Branchen:

  • Führend bei den in 2013 neubegebenen Unternehmensanleihen im Euro-Raum ist die Autobranche mit 40 Mrd. €. Dafür werden zwei Gründe ins Feld geführt: Das wachsende Finanzdienstleistungsgeschäft der Autohersteller sowie umfangreiche Investitionen in neue Antriebstechniken.
  • Es folgen die Versorger mit 36,8 Mrd. € und die Telekommunikation mit 34,7 Mrd. €.
  • Deutlich zurück liegen die Öl- und Gasbranche mit 21,7 Mrd. €, die Baubranche mit 14,3 Mrd. €, die Nahrungsmittelbranche mit 12,1 Mrd. € sowie Einzelhandel und Computer/Elektronik mit jeweils 11 Mrd. €.

Der deutliche Zuwachs der Unternehmensanleihen in Europa in den letzten Jahren ist dem parallelen Rückgang der Risikoaufschläge zu verdanken. Das bedingte im Zusammenwirken mit den Niedrigständen der Zinsen äußerst günstige Finanzierungskosten für die Unternehmen an einem sehr aufnahmefähigen Kaptalmarkt.

Anders ist die Situation allerdings in den Staatsschuldenländern Südeuropas. Hier ist die Kreditversorgung durch die krisengeschüttelten Banken besonders schlecht. Der Ausweg für die Unternehmen zum Anleihemarkt ist im Gegensatz zu den Kernländern mit deutlichen Risikoaufschlägen verbunden. Gleichwohl konnten auch in den sog. Peripherieländern die Unternehmen rund 50 Mrd. € an Unternehmensanleihen generieren.

Eine Finanzuntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass dieser so stark wachsende Finanzmarkt für Unternehmensanleihen auch für Anleger und Investoren seine guten Seiten hat. Europas Konjunkturwende in diesem Jahr werde im nächsten Jahr zu einer weiteren Verbesserung  der wirtschaftlichen Situation der Unternehmen führen und damit sich auch zum Vorteil für Investoren entwickeln. Eine verbesserte Risikobewertung der Unternehmen bedeutet aussichtsreiche Prognosen insbesondere für Hochzinsanleihen, Bankanleihen sowie Kreditverbriefungen zum Vorteil der Anleger. Deshalb empfehlen die Experten eine weitere Investition in Anleihen europäischer und insbesondere deutscher Unternehmen

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