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Geldanlage der Deutschen

Wie wirken sich Bankenkrise, Wirtschaftslage, niedrige Zinsen und niedrige Inflation auf das Spar- und Anlageverhalten der Deutschen aus? Das ist an den Finanzmärkten eine aktuell spannende Frage, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de.

Der Deutsche Sparkassen und Giroverband ist dieser Frage in einer Untersuchung nachgegangen. Eingangs versicherten 57% der Befragten, das sie ihre finanzielle Situation als gut bis sehr gut einschätzen und jeder Vierte erwartet, dass es noch besser wird. Besorgniserregend ist es aber aus Sicht des Sparkassenverbandes, das die Sparneigung der Deutschen deutlich zurückgeht, von 11,5% vor fünf Jahren auf aktuell 10,3%. Um ausreichend für das Alter vorzusorgen ist nach Auffassung des Verbandes eine Sparquote von mindestens 10% notwendig. Dieses Sparziel sieht der Verband zukünftig in Gefahr.

Das „Sparkassen-Vermögensbarometer“ weist aus, dass ein Drittel der Anleger ihr Sparverhalten an die niedrigen Zinsen und niedrige Inflation angepasst hat und weniger sparen. Nur ein kleiner Teil der Anleger steigert ihr Vorsorgesparen, um ein bestimmtes Anlageziel trotz geringerer Zinsen zu erreichen.

Die Entwicklung an den Finanzmärkten, der Vertrauensverlust der Banken und die Sorge um den Vermögenserhalt treiben die Anleger verstärkt in das sog. Betongold. Demgemäß bevorzugt die Hälfte der Bundesbürger das Einfamilienhaus bzw. die Eigentumswohnung als wichtigste Geld- und Kapitalanlage. Dabei beschränkt sich das Anlageinteresse nicht nur auf die selbstgenutzte Immobilie sondern auch auf Mietobjekte.

Die Geldanlage in eine Immobilie wird natürlich begünstigt durch äußerst niedrige Hypothekenzinsen mit einer entsprechend niedrigen Belastung. Aber auch Eigenmittel werden beim Immobilienerwerb verstärkt eingesetzt.

Lebensversicherung, Rentenversicherung, Bausparverträge und Sparbuch gehen bei der Geldanlage deutlich und verstärkt zurück.

Beim Kauf einer Immobilie muss der Anleger die sinkenden Finanzierungskosten den steigenden Immobilienpreisen gegenüberstellen. Eine Auswertung dieser Situation ergibt, dass die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland zwischen Januar 2009 und Mitte 2013 insgesamt und durchschnittlich um 16,5% gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum der letzten fünf Jahre ist die Standartrate für ein Baudarlehen von 150.000 € mit zehnjähriger Zinsbindung, einer Beleihung von 80% und einer Tilgung von 2% um 29,4% zurückgegangen. Damit sind im Vergleich der angestiegenen Kaufpreise die Finanzierungskosten überproportional gesunken und sprechen weiter für eine Geldanlage in eine gebrauchte Wohnimmobilie.

Berücksichtigt muss allerdings werden, dass die Immobilienpreise in Deutschland sich sehr unterschiedlich entwickelt haben und besonders in den Metropolregionen München, Berlin, Stuttgart, Hamburg und Düsseldorf deutlich stärker gestiegen sind und dort eine Rendite von teilweise nur noch 3% erzielbar ist.

Mehrfachnennungen möglich, ²) 2013 erstmalig abgefragt, Quelle: Vermögensbarometer 2013

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