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Gold – Mythos, Fakten und Wahrheiten

Das Handelsblatt beschäftigte sich in einem äußerst umfangreichen Beitrag mit dem Thema Gold. Die Anleger hatten in den letzten Jahren viel Freude mit ihrem liebsten Edelmetall, dem Gold. Der Goldpreis stieg bis Ende 2011 ständig an und erreichte ein Allzeithoch von über 1.900 $, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de.

Nach einer Seitwärtsbewegung in 2012 fiel in 2013 allerdings das Gold stark von 1.700 $ bis unter  1.200 $. Seit dem Jahreswechsel aber steigen die Preise wieder an und zwar um 15% auf aktuell über 1.350 $.

Interessant ist in groben Zügen die Entwicklung des Goldpreises nachzuzeichnen und die Einflüsse zu skizzieren, die den Goldpreis maßgeblich beeinflussten. Maßstab für den Goldpreis  ist die Feinunze. Dabei wird der Preis traditionell in US-Dollar $ angegeben:

  • 1980 begann ein 20-jähriger Abwärtstrend des Goldpreises, der am 20.07.1999 seinen Tiefststand mit 252 $ erreichte.
  • Um den Goldpreis zu regulieren und zu stabilisieren schlossen die nationalen Notenbanken im September 1999 das Central Bank Gold Agreement (CBGA), in welchem die Volumina der jährlichen Goldverkäufe der Zentralbanken geregelt wurden.
  • Seit 2000 stieg der Goldpreis dann wieder ständig an: 2005 zum ersten Mal seit 1987 über 500 $. Besonders stark stieg der Goldpreis in der Banken- und Finanzkrise 2008. In diesem Jahr erstmals über 1.000 $, 2011 erstmals über 1.500 $ (Staatsschuldenkrise in Europa).
  • Sein Allzeithoch erreichte der Goldpreis am 06.09.2011 mit 1.9020 $.

Die Preisentwicklung der letzten vier Jahrzehnte zeigt, dass die Goldnachfrage und das Goldangebot oft stark schwanken. Je nach Relation von Angebot und Nachfrage sowie je nach Preiselastizität der Nachfrage und Preiselastizität des Angebots steigt oder fällt der Goldpreis. Manchmal ist er sehr volatil.

Goldpreis und Dollarpreis tendieren oft umgekehrt proportional oder anders ausgedrückt: Fällt der Dollarkurs, steigt oft der Goldkurs und umgekehrt.

Gold ist für viele Käufer und Verkäufer ein Spekulationsobjekt. Sie kaufen das Gold nicht, weil sie es z. B. zur Schmuckproduktion benötigen, sondern in der Absicht bzw. Hoffnung, bei einem späteren Verkauf einen Gewinn zu erzielen. Daneben sehen manche Anleger in einem Goldkauf einen „sicheren Hafen“, speziell in Krisenzeiten.

Der Goldpreis kann erheblich beeinflusst werden, insbesondere von Marktteilnehmern mit großen Goldreserven, etwa Zentralbanken und Goldminengesellschaften. Soll der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen bzw. verkauft oder die Goldproduktion wird gesteigert. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold auf oder die Goldproduktion der Minengesellschaft wird gedrosselt.

Der gesamte Goldbesitz aller Zentralbanken entspricht nur 16% (26.780 t) der weltweit vorhandenen Goldmenge. Dies relativiert die Möglichkeiten einer goldbesitzenden Zentralbank, den Kurs in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Die gesamte jeweils geförderte Goldmenge wird auf etwa 165.000 t (das sind 5,3 Mrd. Feinunzen) geschätzt. Das entspricht einem theoretischen Wert von zurzeit 7 Billionen $. Zum Vergleich: Der Börsenwert aller Anleihen beträgt 91 Billionen $, der Wert aller Derivate 700 Billionen $. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt beträgt laut internationalem Währungsfond (IWF) 60 Billionen $.

Der Goldanteil am weltweiten Finanzvermögen sank von 5% 1968 auf 0,2% im Jahr 2000. Im Verlauf des Bullenmarktes ab 2001 erhöhte sich die Goldquote. Ende 2011 auf dem Höhepunkt des Goldpreises betrug der Wert des für alle Anlagezwecke verfügbaren Goldes (d.h. ohne die Schmuckbranche, Industrieanwendungen, Währungsreserven der Zentralbanken) 2 Billionen $. Das entspricht etwa 1% des weltweiten Finanzvermögens.

Der Anteil der internationalen Goldreserven an den gesamten Währungsreserven ist in den letzten drei Jahrzehnten durch Verkäufe und eine geringere Bedeutung für die Währungssicherung von 60% 1980 auf einen Tiefstand von 8% im März 2005 zurückgegangen. Im September 2010 lag der Anteil bei 10%.

Gold wird oft als langfristige Wertanlage in Krisenzeiten angesehen. Das gilt speziell bei Krisen und in Zeiten von Hyperinflation. Wenn Aktien, Fonds und Immobilienwerte verfallen, steigt der Goldpreis. Geld wird in solchen Krisenzeiten weniger wert, weil es von den Zentralbanken massenhaft produziert wird, um die Wirtschaft anzukurbeln. Gold hingegen ist nicht künstlich reproduzierbar und wird so zu einer eigenen Währung. Der Preis löst sich von Angebot und Nachfrage, ein Sinnbild des vermehrten Misstrauens in die Regierungen, das Papiergeld und in die wirtschaftliche Entwicklung (Inflation usw.).

Gold ist Geld!? So kann man das sehen, seit im Jahre 1971 die Weltwährung Dollar sich vom Gold löste, weil die US-Regierung das nicht mehr halten konnte. Somit kennen wir keine Goldwährung und keinen Goldstandart. Ddeshalb ist für einige Experten klar: Ohne Fesseln durch eine Goldbindung explodieren die Staatsdefizite und das Kreditvolumen. Entsprechend umstritten ist vieles um Gold und Geld. Die treuesten Anhänger und Anleger des Goldes sind übrigens die Zentralbänker. Sie halten einen großen Teil ihrer Währungsreserven in Gold!

Das Handelsblatt formuliert „25 Wahrheiten“ (teils richtig, teils unbequem, teils überlegenswert) um das Gold, die ich hier zusammenfassend und kommentarlos zur eigenen Beurteilung wiedergeben möchte:

  1. Gold das wahre Geld – oder nicht?
  2. Gold fasziniert zwar seit Jahrtausenden – seine Kaufkraft schwankt jedoch.
  3. Gold macht sich nicht so rar, wie man gerne glaubt.
  4. Gold ist das schönste Edelmetall – nicht das beste.
  5. Gold macht ein anfälliges Portfolio auch nicht stabiler.
  6. Gold hilft bei Währungskrisen – nur manchmal.
  7. Goldschmuck ist keine Anlage, sondern – schmückt.
  8. Gold-Wertpapiere sind nicht das Gleiche wie Barren und Münzen.
  9. Gold ist ein „Angstmetall“.
  10.  Gold ist vor allem in Zeiten niedriger Zinsen attraktiv.
  11. Gold ist etwas für Superreiche.
  12. Gold ist nicht unabhängig von anderen Kursschwankungen.
  13. Den Goldpreis legt ein Geheimzirkel fest.
  14. Der Goldstandard hat große Nachteile.
  15. China hortet Gold – warum eigentlich?
  16. Mit dem Preis sinkt auch die Goldförderung.
  17. Minen aus der Goldindustrie sind keine sichere Anlage.
  18. Die Förderung wird immer aufwendiger.
  19. Wo ist eigentlich das Gold der Bundesbank?
  20. Verzichtet Deutschland auf sein Gold?
  21. Gold ist ein Objekt der Spekulation.
  22. Gold hat ganze Völker zerstört.
  23. Indiens Goldrausch ist gefährlich für das Land.
  24. Nicht nur Gold bringt Erleuchtung.
  25. Gold ist tödlich – zumindest, wenn man darin badet.
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