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Die Unternehmensfinanzierung

von Dr. Lutz WERNER

Die Finanzierung eines Unternehmens wird nach der Innen- und der Außenfinanzierung unterschieden, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de

  1. Die Innenfinanzierung

Die Innenfinanzierung beinhaltet wiederum die Selbstfinanzierung. Diese erfolgt Thesaurierung von gewinnen, wobei das Potenzial auf die Höhe des Unterschieds zwischen erzieltem Gewinn nach Steuern und Gewinnausschüttung begrenzt ist. Voraussetzung ist in diesem Fall, dass durch den betrieblichen Leistungsprozess ein Liquiditätsüberschuss entsteht, der nach Investitions- und Finanzierungsvorhaben zur Verfügung steht.

Die offene Selbstfinanzierung (Einbehaltung von Gewinnen) kann freiwillig oder auf gesetzlicher Grundlage (wie bei der gesetzlich vorgeschriebenen Bildung einer Rücklage bei der Aktiengesellschaft) erfolgen. Demgegenüber werden bei einer stillen Selbstfinanzierung Vorgänge nicht in der Bilanz sichtbar. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die Kapitalschöpfung aus Abschreibungsvorteilen oder um die Bildung stiller Reserven des Unternehmens, die durch Bewertungsmaßnahmen entstehen.

  1. Die Außenfinanzierung

Die Außenfinanzierung umfasst demgegenüber alle Finanzierungsmaßnahmen, bei denen einem Unternehmen Kapital von außen zufließt. Wird einem Unternehmen durch die Eigentümer, durch Miteigentümer oder durch Anteilseigner Eigenkapital von außen zugeführt, spricht man von der Eigenfinanzierung in Form der Einlagen- oder Beteiligungsfinanzierung; wird Kapital durch Gläubiger zugeführt, die kein Eigentum am Unternehmen erwerben, lediglich schuldrechtlich mit ihm verbunden sind, wird von der Außenfinanzierung in Form der Fremdfinanzierung gesprochen.

  1. Die Einlagenfinanzierung

Die Einlagenfinanzierung ist dadurch gekennzeichnet, dass Eigenkapital nicht durch Innenfinanzierung gebildet wird, sondern durch einlagen aus privaten Mitteln der Eigentümer geleistet werden. Kapitalgesellschaften erhalten Eigenkapital durch die Gewährung von Gesellschaftsrechten an natürliche oder juristische Personen, die Geschäftsanteile übernehmen. Bei der Aktiengesellschaft handelt es sich hierbei um Grundkapitalanteile, bei einer GmbH um Stammanteile. Von Beteiligungsfinanzierung wird gesprochen, wenn sich neue Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligen, die im Gegenzug zu einer Überlassung von haftendem Kapital Mitwirkungs- und Kontrollrechte ohne Stimmrechte eingeräumt bekommen. Dies sind bspw. Atypisch stille Gesellschafter ohne Genussrechtsbeteiligte. Diese erhalten für die Überlassung von kapital eine erfolgsabhängige Ausschüttung auf ihre Einlagen; tragen also ein mitunternehmerisches Risiko.

  1. Die Fremdfinanzierung

Die Fremdfinanzierung aus Darlehen beinhaltet Kapital aus Bankdarlehen, aus der Ausgabe von Schuldverschreibungen, Kapitalschöpfung aus Leasingfinanzierungen oder auch über Privatdarlehen. Die Fremdfinanzierung ist dadurch charakterisiert, dass Fremdkapitalgeber i. d. R. keine Mitsprache-, Kontroll- oder Entscheidungsrechte zugewiesen bekommen. Sie haben lediglich einen Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Kreditsumme einschließlich der darauf anfallenden Zinsen. Fremdmittel müssen in der Regel durch schuld- oder sachenrechtliche Krediteinheiten wie Grundschulden, Bürgschaften, Verpfändung von Warenlagern oder Geschäftseinrichtungen und Forderungsabtretungen besichert werden.

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