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Neuordnung der Anlageberatung – Honorar oder Provision

Die weltweite Finanzkrise ist längst auch beim Verbraucher angekommen. Den Verbraucher zu schützten, ihn vor Finanzkrisen und Finanzhaien zu bewahren, ist die große Aufgabe auf nationaler und europäischer Ebene, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des www.Investoren-Brief.de. Die einsetzende Neuordnung der gesamten Branche der Finanzvermittler und Anlageberater hat erstmal zur Verwirrung und Verunsicherung geführt.

In der Tat gibt es derzeit ein großes Durcheinander bei den Anlageberatern. Das beginnt bei der Selbstdarstellung und Bezeichnung: Finanzvermittler, Finanzmakler, Honorarberater, Certified Financial Planer, Finanzanlageberater usw.

Auch die bisherigen Rechtsgrundlagen variieren erheblich: Manche Berater arbeiten nach den veränderten Vorgaben der Gewerbeordnung, andere nach dem Wertpapierhandelsgesetz, im August tritt das neue Honoraranlageberatungsgesetz in Kraft, hinzukommt die Neufassung der Finanzmarktrichtlinie Mifid auf europäischer Ebene.

Alle Überlegungen, Vorschläge und Gesetzesinitiativen sind getragen von dem Ziel, für den Kunden mehr Verbraucherschutz zu schaffen. Diese Überlegungen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes haben zwei Ansatzpunkte:

  1. mehr Qualität von Beratern und Vermittlern sowie
  2. unabhängige Beratung.

Ausgangspunkt ist dabei die These: Die verdeckten Provisionen der Anlageberater sind die Wurzel allen Übels. Bisher sind die Provisionen für die Finanzberater der Kern klassischer Beratung und Vermittlung. Dabei kann aber für den Finanzmakler das Kundeninteresse in den Hintergrund treten und die Provisionsgier dominieren.

Dieses Dilemma will der Gesetzgeber im Interesse der Verbraucher regeln. Durch die höheren Anforderungen und die absehbaren Änderungen ist die Branche der freien Vermittler am stärksten betroffen. Sie arbeiteten bisher nach Vorgaben der Gewerbeordnung und die Anzahl betrug vormals etwa 80.000 Finanzberater. Derzeit sind es nur noch die Hälfte und Anfang kommenden Jahres geht man von nur noch 30.000 Personen aus. Prüfungen bei der IHK, größerer Aufwand, Gesprächsprotokolle, Prüfertestate und der Abschluss einer Vermögensschadens- Haftpflichtversicherung haben den Kreis der Vermittler deutlich dezimiert. Nach Verbandsmeinung sei der Markt ohnehin überbesetzt gewesen.

Dem Geist einer unabhängigen Beratung folgt auch das Honoraranlageberatungsgesetz, das ab August in Kraft tritt. Es soll die unabhängige Beratung in Deutschland fördern. Der Kunde soll nach diesem Modell ein Honorar bezahlen, keine verdeckte Provision.

Von diesem doppelten Ansatz in Deutschland geht auch die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid aus, die bis 2017 umgesetzt sein soll. Also zukünftig zweigleisig: Beratung gegen Honorar oder mit offener Provision.

Der Kunde hat also die Wahl:

  • unabhängige Honorarberatung mit neuem Bezahlmodell oder
  • klassische Beratung auf Provisionsbasis.

Wie sich der Kunde entscheidet ist offen und bleibt abzuwarten.

Anders ist die Regelung dagegen in Großbritannien und den Niederlande. Diese beiden EU-Mitgliedstaaten sind vorgeprescht und haben die Provisionsberatung grundsätzlich verboten. Das hat zu Verunsicherung und erheblicher Verschiebung am Finanzmarkt geführt.

Mit der deutschen und europäischen Zweigleisigkeit der zukünftigen Finanzberatung wird die Branche leben können und der Verbraucher hat die Wahl aber auch die Qual.

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