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Archive for November, 2014

Anleger erleben weiteren Anstieg der Immobilienpreise

Die deutschen Immobilienpreise steigen kräftig weiter. Das geht aus der jüngsten Analyse des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hervor. Danach nahmen die Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien im dritten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,8 Prozent zu, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anlger-Beteligungen.de und des wöchentlich erscheinenden http://www.Investoren-Brief.de.

Dies errechnet sich aus dem Anstieg des VDP-Immobilienpreis-Index von 116,2 auf 121,8 Punkte. Der Index erreichte damit den höchsten Wert seit Messbeginn 2003 mit dem Stand 100.

Bedeutung erlangt er deshalb, weil er im Gegensatz zu den meisten übrigen Preisdaten am Immobilienmarkt auf tatsächlich abgeschlossenen Transaktionen beruht. Noch mehr Aussagekraft haben die umfassenden Daten der Gutachterausschüsse, die ebenfalls aus abgeschlossenen Verträgen gewonnen werden. Diese Angaben haben aber den Nachteil, dass sie nur mit großer zeitlicher Verzögerung veröffentlicht werden.

Aus den Daten des VDP geht weiter hervor, dass sich Wohnimmobilien stärker verteuert haben als Gewerbeimmobilien wie Büros und Geschäfte. Während der Teilindex Wohnen um 5,2 Prozent auf 123,4 Punkte stieg, nahm der Preisindex für den gewerblichen Immobilienmarkt um 3,7 Prozent auf 116,9 Punkte zu. Für beide Messreihen waren dies historische Höchststände.

Der weiteren Auffächerung der Preisdaten ist zu entnehmen, dass der starke Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt vor allem von der kräftigen Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern stammt: Deren Preise stiegen im Jahresvergleich um 7,2 Prozent. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um 3,3 Prozent, Eigentumswohnungen um 2,6 Prozent.

Die starke Dynamik auf dem Markt für Mehrfamilienhäuser – hier steht der Teilindex inzwischen auf 124,9 Punkten – führt der VDP darauf zurück, dass diese Gebäude nicht nur von privaten Investoren, sondern auch von institutionellen Anlegern wie Versicherern oder Rentenkassen gefragt seien. Das hänge mit den regional angespannten Wohnungsmärkten zusammen, außerdem mit dem niedrigen Zinsniveau und der damit verbundenen Suche der Investoren nach einer attraktiven Anlagerendite.

Bei den Gewerbeimmobilien spielen die VDP-Daten etwas schwächere gesamtwirtschaftliche Aussichten wider. Der wichtigste Gewerbemarkt, die Büroimmobilien, zeigt einen Preisanstieg im Jahresvergleich von 3,7 Prozent nach 5 Prozent im Vorquartal. Die Büromieten stiegen um 1,8 Prozent. Einzelhandelsflächen verteuerten sich um 3,9 Prozent, während die Mieten um 1,1 Prozent stiegen.

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Stärkung der Anleger und Investoren durch sog. Finanzmarktwächter

Das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) möchte die Anleger und Investoren am Finanzmarkt durch den Aufbau eines sog. Marktwächters Finanzmarkt und ergänzend durch den Aufbau eines sog. Marktwächters Digitale Welt in besondere Weise schützen.

Eine Anschubfinanzierung ermöglicht nun den Start der Aufbauphase für beide Marktwächter. Ab 2015 sollen sie den Markt beobachten und nach der Devise „Erkennen – Informieren – Handeln“ die Interessen der Verbraucher und Anleger an den Finanzmärkten durchsetzen helfen, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlichen, kostenlosen www.Investoren-Brief.de. Die Marktwächter sind ein gemeinsames Vorhaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und der 16 Verbraucherzentralen in den Ländern.

Die Marktwächter sollen die Position der Verbraucher und Anleger stärken. In unübersichtlichen Märkten werden sie die Klarheit und Transparenz erhöhen. Wenn Missstände und Fehlentwicklungen schneller aufgedeckt und bekämpft werden, dann profitieren davon nicht nur die Verbraucher und Anleger, sondern auch die Finanzwirtschaft insgesamt.

Die Marktwächter sind ein wichtiges Signal zur Stärkung des Anleger- und Verbraucherschutzes. Die Probleme auf den Finanzmärkten in den letzten Monaten haben gezeigt, dass ein Seismograph und eine bessere Kooperation zwischen Politik, Behörden, Wissenschaft und Verbraucherschützern nötig ist, um rechtzeitig Verwerfungen der Finanzmärkte ins Visier zu nehmen zum Vorteil aller Marktteilnehmer.

Ziel der Marktwächter ist es, die Märkte genau zu beobachten und die Verbraucher noch intensiver aufzuklären und zu informieren. Es wird ein Frühwarnsystem aufgebaut, von dem die Verbraucher/Anleger und Aufsichtsbehörden profitieren sollen, indem sie Informationen über den Markt erhalten.

Ab Februar 2015 können die Marktwächter dann nach der Aufbauphase ihre Arbeit aufnehmen. Der Bundesverband und die Verbraucherzentralen in den Ländern werden mit den Marktwächtern den Finanzmarkt und die digitalen Märkte systematisch beobachten, Verbraucherprobleme erfassen und identifizieren, Politik, Behörden und Verbraucher regelmäßig informieren sowie ihre rechtlichen Instrumente einsetzen.

In der Aufbauphase werden die Verbraucherzentralen und der Bundesverband zunächst die bundesweite Erfassung von Anfragen und Beschwerden optimieren, um eine vertiefte Marktbeobachtung aus Sicht der Verbraucher zu ermöglichen. Zudem wird der Dialog und Austausch mit Behörden, Verbrauchern und anderen Akteuren geführt, um auch deren Erwartungen beim Aufbau der Marktwächter zu berücksichtigen.

Der Finanzmarktwächter

Der Marktwächter beobachtet das Marktgeschehen, um frühzeitig Missstände zu erkennen und Lösungen aufzuzeigen. Nach der Devise „Erkennen – Informieren – Handeln“ werden Beobachtungen erfasst, analysiert und an relevante staatliche Aufsichtsstellen (insbesondere an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), Politik und Öffentlichkeit weitergegeben. Quelle für die Marktbeobachtungen sind Anfragen und Beschwerden der Anleger und Verbraucher, die sich an die Verbraucherzentralen wenden. Vertiefende Analysen werden in Federführung von fünf fachlich spezialisierten Verbraucherzentralen durchgeführt: Die Verbraucherzentralen Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen und Sachsen. Die zentrale Koordination des Finanzmarktwächters liegt beim Bundesverband (vzbv).

In den nächsten Jahren besteht aus Anleger- und Verbrauchersicht vor allem bei den Themen Altersvorsorge, Kredite und Versicherungen ein dringender Beobachtungs- und Untersuchungsbedarf. Auch Produkte auf dem Grauen Kapitalmarkt werden im Fokus stehen.

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Kleinanlegerschutz für den „Grauen Kapitalmarkt“

Das Bundeskabinett hat in der letzten Woche den Entwurf eines Kleinanlegerschutzgesetzes beschlossen. Mit den neuen Regelungen sollen Verbraucher und Anleger besser vor hochriskanten und intransparenten Finanzprodukten geschützt werden. Der Entwurf sieht mehr und aktuellere Informationen für Anleger sowie Werbe- und Vertriebsbeschränkungen für Anbieter von Vermögensanlagen vor, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de (die älteste Crowdfunding-Plattform in Deutschland) und des http://www.Investoren-Brief.de.

Mit dem neuen Kleinanlegerschutzgesetz werden Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor unseriösen und intransparenten Finanzprodukten geschützt. Nicht zuletzt der Fall Prokon hat gezeigt, dass es im grauen Kapitalmarkt Regulierungsbedarf gibt. Wo es Verbrauchern schwer fällt, sich selbst zu schützen, muss für mehr Transparenz gesorgt werden.

Verbraucher müssen Risiken besser abschätzen können. Sie sollen sich künftig vor dem Erwerb einer Vermögensanlage ein umfassendes Bild von dem angebotenen Produkt und den damit verbundenen Gefahren machen können. Die Anforderung an die Anbieter und Vermittler werden verschärft: Sie müssen mehr, bessere und aktuellere Informationen in ihren Prospekten veröffentlichen. Wer gegen diese Informationspflichten verstößt, dem droht im Extremfall auch ein Vertriebsverbot der betroffenen Vermögensanlage. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kann künftig die von ihr getroffenen Sanktionen auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Anleger und Investoren werden so frühzeitig vor unseriösen Angeboten gewarnt.

Anleger dürfen nicht durch trügerische Werbung zu Opfern von Renditeversprechen unseriöser Anbieter werden. Mit dem Gesetz wird daher auch die Werbung für Graumarktprodukte beschränken. Künftig ist die Werbung für Vermögensanlagen im öffentlichen Raum wie z.B. in Bussen und Bahnen oder auf Plakaten nicht mehr zulässig. Werbung in den Medien muss künftig mit einem deutlichen Warnhinweis auf die Verlustrisiken versehen sein.

Der kollektive Verbraucherschutz wird gestärkt. Dazu wird er ein Aufsichtsziel der BaFin. Sie kann künftig auch gegen über den Einzelfall hinausgehende Missstände im Bereich des Verbraucherschutzes vorgehen und die erforderlichen Maßnahmen zu deren Beseitigung ergreifen.

Das Gesetz soll aber nicht bewirken, dass wünschenswerte Finanzierungen unangemessen erschwert werden. Darum enthält es Ausnahmeregelungen für Projekte genossenschaftlichen oder bürgerschaftlichen Engagements und den Bereich des Crowdfunding (Start-up-Finanzierungen).

Die Insolvenz des Windenergiebetreibers PROKON hat mehrere 10.000 Kleinanleger um einen Großteil ihrer Ersparnisse gebracht. Mit dem Ziel eine Wiederholung ähnlicher Geschehnisse soweit wie möglich verhindern, haben das Bundesministerium der Finanzen und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im Mai 2014 ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Dieses wird mit dem nun beschlossenen Entwurf eines Kleinanlegerschutzgesetzes umgesetzt.

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Negative Zinsen für Privatanleger!?

Sieben Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise schockt die Bankenbranche die deutschen Bankkunden wiederum mit neuen Absurditäten.

Das von den Zinsen aufs Erspartes real, also nach Abzug der Inflationsrate, heutzutage ein Verlust bleibt, daran hatten sich viele Anleger schon gewöhnt. Aber was sie nun erleben, klingt endgültig nach einer verrückten Welt: Die Zinsen aufs Ersparte werden nun sogar auch nominal und vor Abzug der Inflationsrate negativ. Negative Zinsen – das ist der vornehme Ausdruck der Bänker für ein hässliches Wort: Strafzinsen, Strafgebühr, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich erscheinenden, kostenlosen www.Investoren-Brief.de.

Die Diskussion um negative Zinsen auch für Privatanleger nimmt Gestalt an. Ein Bundesbank-Vorstandmitglied warnte die deutschen Banken vor der Einführung von Strafzinsen auf Spar- oder Girokonten. Verbraucher damit zu schrecken wäre negativ für die so positive Sparkultur in unserem Land.

Die Entscheidung darüber liegt aber bei jeder einzelnen Bank. Grundsätzlich gibt es auch für Bankkunden kein Recht auf positive Zinsen. Die Bankenaufsicht wird sich hier nicht einmischen. Ob und für welche Beträge deutsche Kreditinstitute die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verlangten Strafzinsen an die Kunden weiterreichen, ist aktuell völlig unklar.

Die genossenschaftliche deutsche Skat-Bank hatte ein Tabu gebrochen und ausgerechnet am Weltspartag für Tagesgelder über 500.000 € einen Strafzins von 0,25% eingeführt. Es wird befürchtet, dass das Beispiel trotz aller Warnungen der Bankenverbände Schule machen wird.

Allerdings liegen die Guthabenzinsen derzeit bei den meisten Banken auch nahe der Nulllinie: Für Tagesgeld bietet beispielsweise die Sparkasse München derzeit 0,1% Zinsen. Wer mehr als 250.000 € anlegen will, erhält nur noch 0,01% Zinsen.

In einer ersten Reaktion äußerste sich die Kreditwirtschaft abwehrend und entsetzt. Die Rede war von einem verheerenden Signal. Doch mittlerweile gibt es auch andere Stimmen. Das Beispiel der Skat-Bank wird danach weitere Banken locken, so etwas auch auszuprobieren. Das dürfte angesichts der Niedrigzinspolitik der EZB bald keine Seltenheit mehr sein. Banken würden irgendwann das an ihre Kunden weitergeben, was die Zentralbank ihnen schon abverlange.

Im Juni dieses Jahres hatte die EZB negative Zinsen für die Einlagen der Banken bei der Notenbank eingeführt, um die Kreditvergabe an die mittelständische Wirtschaft anzukurbeln. Bislang geben die Banken diesen negativen Zinsen höchstens an die Geschäftskunden weiter. Doch das wird bald auch Privatkunden treffen. Dann wird hoffentlich vielen klar, dass es sich nicht mehr lohne, immer mehr Geld auf Sparkonten herumliegen zu lassen.

Dagegen teilten der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mit, dass sie die Skat-Bank für einen Einzelfall halten und nicht damit rechnen, dass im großen Umfang ihre Mitgliedsbanken negative Zinsen einführen. Auch die Deutsche Bank und die Commerzbank hatten ausgeschlossen, im breiten Kundengeschäft Gebühren für Einlagen zu nehmen. Verbraucherschützer rechnen ebenfalls nicht damit, dass Millionen Sparern Negativzinsen für Ihre Guthaben bei Banken und Sparkassen drohen.

Negativ- bzw. Strafzinsen im großen Stil kann sich die Branche vor dem Hintergrund des Vertrauensverlustes durch die Finanzkrisen der letzten Jahre nicht leisten.

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