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Negative Zinsen für Privatanleger!?

Sieben Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise schockt die Bankenbranche die deutschen Bankkunden wiederum mit neuen Absurditäten.

Das von den Zinsen aufs Erspartes real, also nach Abzug der Inflationsrate, heutzutage ein Verlust bleibt, daran hatten sich viele Anleger schon gewöhnt. Aber was sie nun erleben, klingt endgültig nach einer verrückten Welt: Die Zinsen aufs Ersparte werden nun sogar auch nominal und vor Abzug der Inflationsrate negativ. Negative Zinsen – das ist der vornehme Ausdruck der Bänker für ein hässliches Wort: Strafzinsen, Strafgebühr, erläutert Dr. Lutz WERNER, Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de und des wöchentlich erscheinenden, kostenlosen www.Investoren-Brief.de.

Die Diskussion um negative Zinsen auch für Privatanleger nimmt Gestalt an. Ein Bundesbank-Vorstandmitglied warnte die deutschen Banken vor der Einführung von Strafzinsen auf Spar- oder Girokonten. Verbraucher damit zu schrecken wäre negativ für die so positive Sparkultur in unserem Land.

Die Entscheidung darüber liegt aber bei jeder einzelnen Bank. Grundsätzlich gibt es auch für Bankkunden kein Recht auf positive Zinsen. Die Bankenaufsicht wird sich hier nicht einmischen. Ob und für welche Beträge deutsche Kreditinstitute die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verlangten Strafzinsen an die Kunden weiterreichen, ist aktuell völlig unklar.

Die genossenschaftliche deutsche Skat-Bank hatte ein Tabu gebrochen und ausgerechnet am Weltspartag für Tagesgelder über 500.000 € einen Strafzins von 0,25% eingeführt. Es wird befürchtet, dass das Beispiel trotz aller Warnungen der Bankenverbände Schule machen wird.

Allerdings liegen die Guthabenzinsen derzeit bei den meisten Banken auch nahe der Nulllinie: Für Tagesgeld bietet beispielsweise die Sparkasse München derzeit 0,1% Zinsen. Wer mehr als 250.000 € anlegen will, erhält nur noch 0,01% Zinsen.

In einer ersten Reaktion äußerste sich die Kreditwirtschaft abwehrend und entsetzt. Die Rede war von einem verheerenden Signal. Doch mittlerweile gibt es auch andere Stimmen. Das Beispiel der Skat-Bank wird danach weitere Banken locken, so etwas auch auszuprobieren. Das dürfte angesichts der Niedrigzinspolitik der EZB bald keine Seltenheit mehr sein. Banken würden irgendwann das an ihre Kunden weitergeben, was die Zentralbank ihnen schon abverlange.

Im Juni dieses Jahres hatte die EZB negative Zinsen für die Einlagen der Banken bei der Notenbank eingeführt, um die Kreditvergabe an die mittelständische Wirtschaft anzukurbeln. Bislang geben die Banken diesen negativen Zinsen höchstens an die Geschäftskunden weiter. Doch das wird bald auch Privatkunden treffen. Dann wird hoffentlich vielen klar, dass es sich nicht mehr lohne, immer mehr Geld auf Sparkonten herumliegen zu lassen.

Dagegen teilten der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mit, dass sie die Skat-Bank für einen Einzelfall halten und nicht damit rechnen, dass im großen Umfang ihre Mitgliedsbanken negative Zinsen einführen. Auch die Deutsche Bank und die Commerzbank hatten ausgeschlossen, im breiten Kundengeschäft Gebühren für Einlagen zu nehmen. Verbraucherschützer rechnen ebenfalls nicht damit, dass Millionen Sparern Negativzinsen für Ihre Guthaben bei Banken und Sparkassen drohen.

Negativ- bzw. Strafzinsen im großen Stil kann sich die Branche vor dem Hintergrund des Vertrauensverlustes durch die Finanzkrisen der letzten Jahre nicht leisten.

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