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Archive for January, 2015

Software für den Mittelstand – nutzerfreundlich und gebrauchstauglich

Der Einsatz von Software zur Unterstützung von Unternehmensprozessen wird insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) immer wichtiger. Standen bisher vor allem die technische Funktionalität, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit als Qualitätskriterien im Vordergrund, so richtet sich das Augenmerk zukünftig verstärkt auf die Usability – also die Nutzerfreundlichkeit und Gebrauchstauglichkeit– der betrieblichen Software, erläutert Dr. Lutz WERNER, Vorstand der Hi-Tech Media AG und Herausgeber des Finanzportals www.Anleger-Beteiligungen.de .

Im Unterschied zu den großen Softwareanbietern fehlt es den mittelständischen Softwareentwicklern häufig noch an spezifischem Fachwissen, Methoden und Vorgehensmodellen, die gewährleisten, dass im Softwareentwicklungsprozess Nutzerfreundlichkeit und Gebrauchstauglichkeit – Aspekte der sogenannten „Usability“ – in ausreichendem Maß berücksichtigt werden. Mittelständischen Softwareanwendern wiederum mangelt es an Kriterien, wie sie geeignete Software auswählen können. Hier geht es um Werkzeuge und Vorgehensmodelle, um Software mit guter Usability im Markt zu identifizieren. Vor diesem Hintergrund gibt es sowohl auf Anbieter- als auch auf Nachfrageseite Verbesserungspotenziale: Entwickler könnten beispielsweise durch bessere Kundenbindung, weniger Supportanfragen und mehr verkaufte Software profitieren. Auf der Anwenderseite würden effizientere Prozesse und ein geringer Schulungsaufwand die kleinen und mittleren Unternehmen entlasten. Eine bessere Software könnte sie letztlich dabei unterstützen, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Die meisten mittelständischen Unternehmen haben sich bisher nur wenig mit Fragen der Gebrauchstauglichkeit, Nutzerfreundlichkeit und dem Nutzererleben beschäftigt. Dies bestätigt auch eine Studie zur Bedeutung der Gebrauchstauglichkeit von Anwendungssoftware als Wettbewerbsfaktor für KMU, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegeben hatte. Die Studie belegt zugleich, dass sich die Berücksichtigung dieser Aspekte positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Stellung am Markt, sowohl des Anwenders von nutzerfreundlicher Unternehmenssoftware als auch für deren Anbieter, auswirkt.

Auf Basis dieser Erkenntnisse und zur Umsetzung der Strategie „Deutschland Digital 2015“ hat das BMWi die Förderinitiative „Einfach Intuitiv – Usability für den Mittelstand“ ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative soll die Qualität und Nutzerfreundlichkeit betrieblicher Software gesteigert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit sowohl der mittelständischen Softwarenutzer als auch der Softwareanbieter zu erhöhen. Gegenwärtig werden 14 Forschungsprojektverbünde aus Wissenschaft und Praxis gefördert. Diese Verbünde erarbeiten – mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung – mittelstandsgerechte Verfahren, welche die Gebrauchstauglichkeit und die Nutzerfreundlichkeit von Software erhöhen.

Ziel fast aller Projekte ist es, die erarbeiteten Ergebnisse, Methoden und Vorgehensmodelle mittelstandsfreundlich über regionale Kompetenzzentren zu verbreiten. Diese Zentren sind Ansprechpartner für eine erstmalige Kontaktaufnahme und beraten KMU. Dort können kleine und mittlere Unternehmen zum Beispiel über Checklisten, Leitfäden oder Workshops am Expertenwissen zum Thema Usability partizipieren und, unterstützt durch Spezialisten, praktische Erfahrungen sammeln, wenn sie Methoden zur Steigerung der Usability anwenden. Die Förderinitiative trägt dazu bei, dass sich Unternehmen der Bedeutung einer hohen Gebrauchstauglichkeit bewusst werden. Außerdem wird der Transfer von Wissen und Methoden in den Mittelstand gefördert.

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