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Kundenorientierte Anlageberatung

Hat die Beratung in den Banken und bei den Finanzvertrieben mehr die Kundeninteressen oder mehr die eigenen im Blick?  Darüber wurde schon viel und wird immer noch viel diskutiert.

Nach einer Studie der deutschen Verbraucherzentralen, die die Anlageberatung von Finanzdienstleistern und Banken untersucht haben, sollen 95 % der Anlageempfehlungen nicht dem Bedarf der Kunden gerecht werden. Oft seien die angebotenen Produkte zu teuer, teilweise unrentabel und in einigen Fällen auch riskant.

Der extrem hohe Anteil von 95 % nicht bedarfsgerechter Empfehlung ist schon bedenklich. Schließlich heißt das im Umkehrschluss, dass nur 5 % dem Anlageziel entsprechende Produkte angeboten bekommen haben. Dazu kommt, dass es sich oft um längerfristige Anlagen handelt, sodass die Folgen der Falschberatung erst Jahre später in Erscheinung treten.

Offensichtlich scheint es, dass Banken oft unter Ertragsgesichtspunkten Produkte des eigenen Hauses verkaufen, obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass das nicht immer den Kundenunteressen entspricht. Wenn Provisionen winken, ist natürlich der Anreiz groß, die eigenen Interessen zu sehen. Da bleibt die Objektivität oftmals „auf der Strecke“.

Ein wenig relativiert wird das niederschmetternde Ergebnis von 95 % Falschberatung zu 5 % bedarfsgerechter Beratung dadurch, dass die Umfrage der Verbraucherzentralen nicht unbedingt als repräsentativ angesehen werden kann. Grundlage für die Erhebung waren knapp 850 Anleger, die sich von 4. Quartal 2014 bis zum 4. Quartal 2015 bei den Verbraucherzentralen haben beraten lassen. Dabei kann es natürlich sein, dass es sich hierbei um besonders kritische Anleger handelt, die sich da von den Verbraucherzentralen beraten ließen. Aber selbst wenn sich das Umfrageergebnis mit einer breiter angelegten Umfrage verbessern würde, ist das generelle Problem der Interessenkollision zwischen bedarfsgerechter Beratung und Provisionsinteressen vorhanden.

Dieses Spannungsfeld wiederum kann man nur lösen, wenn es ein Provisionsverbot für Anlageprodukte gäbe und die Beratung gegen Honorar erfolgt. Das ist bereits in den Niederlanden und in England der Fall.

Für den Verbraucher sicher eine gute Lösung.

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