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Wird China zum Sorgenkind der Weltwirtschaft?

Diese Frage wird schon seit einiger Zeit immer wieder gestellt. Eines ist klar, Chinas Wirtschaft steht unter Druck. Kursstürze an den Börsen und ein anhaltender Rückgang der Kurse seit Juni 2015 verbunden mit einem rückläufigen Wirtschaftswachstums sprechen eine deutliche Sprache. Da halfen auch eine Währungsabwertung und Börsenschließungen nicht weiter.

Noch versucht die chinesische Führung, wirtschaftliche Stärke zu zeigen. Man gibt zwar schon länger zu, dass die Wachstumsraten der Vergangenheit nicht mehr zu halten und auch nicht mehr zu erreichen sind, sprach aber trotzdem immer noch von zweistelligen Wachstumsraten. Als diese Prognosen dann kürzlich auf 6,5 Prozent gesenkt wurden, glaubte schon kein er mehr daran. Fakt ist, dass die stark exportlastige Wirtschaft im Jahr 2015 so schwach wuchs, wie seit über 20 Jahren nicht mehr.

Nun liegen die neuen Export- und Importzahlen vor. Nachdem bereits im Januar schwache Exportzahlen vermeldet wurden, brachen die Exporte im Februar nun über 25 Prozent ein. Auch die Importe gingen um fast 14 Prozent zurück. Das sind alarmierende Zahlen, die die Sorgen um eine weitere Konjunkturabkühlung noch schüren.

Nun will die chinesische Führung mit einem neuen Wachstumsmodell den drohenden Rückgang der Konjunktur aufhalten. Man wolle nicht weiter die „Werkbank“ der Welt sein, sondern mit innovativen neuen Unternehmen und einem Ausbau des Dienstleistungssektors für steigendes und neues Wachstum sorgen.

Dieser Denkansatz ist sicher richtig und auch notwendig. Natürlich wurde man in der Vergangenheit bedingt durch niedrige Arbeitskosten zur Werkbank der Welt. Inzwischen sind die Lohnkosten in China aber auf einem Niveau, das es anderen Nationen ermöglicht, sich als Konkurrenten im Weltmarkt zu etablieren. Insofern ist China gezwungen, sich andere Wachstumsfelder zu schaffen.

Dieser Strategiewechsel wird aber sicher nicht von heute auf morgen möglich sein. Eine staatlich gelenkte Wirtschaft ist nun mal nicht so flexibel, wie eine freie Marktwirtschaft. Diese hätte sicher schon eher auf die Veränderungen in den Märkten reagiert. Experten befürchten deshalb eher, dass dieser „Schwenk“ die Wirtschaft anfänglich weiter schwächt. Schon heute bestehen in wichtigen Bereichen wie Kohle, Stahl und Zement Überkapazitäten mit entsprechender Überproduktion. Das hat auch Folgen auf die Beschäftigungslage. Erst kürzlich hatte die Regierung angekündigt, in der Kohle- und Stahlindustrie 1,8 Millionen Beschäftigte zu entlassen.

Mit der starken Abkühlung der Wirtschaft schwindet natürlich auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Staatsführung. Deshalb versucht diese, sowohl wirtschaftliche als auch politische Stärke zu demonstrieren. Ob die angekündigten Konjunkturprogramme aber helfen, bleibt abzuwarten. Diese staatlich gelenkten Investitionen werden sich wahrscheinlich überwiegend auf die etablierten Branchen und auf den Staatssektor konzentrieren und werden deshalb eher zu weiteren Überkapazitäten führen.

Seiher hat die Staatsführung das Land mit dem Wachstums- und Wohlstandsversprechen geeint. Wer zweifelt schon an einer Führung, wenn es jahrelang stetig nur bergauf geht? Nun brechen andere Zeiten an. Das Ziel der Partei, die Führung in einem weiterhin geeinten Land zu behalten, wird angesichts der neuen Botschaften von Strategieänderung und Neuausrichtung nicht unbedingt leichter zu erreichen sein.

Bleibt zu hoffen, dass die Neuausrichtung weg von der Massenproduktion hin zu innovativen Unternehmen und einem starken Dienstleistungssektor bestenfalls nur in eine ökonomische Krise und nicht in eine ökonomische Katastrophe führt. Dann dürfen aber zu den angekündigten 1,8 Millionen entlassenen Arbeitern in der Kohle- und Stahlindustrie nicht noch Millionen aus anderen Branchen dazu kommen.

Keine leichte Aufgabe für die derzeitige und zukünftige Führungsschicht.

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