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Die Riester-Rente

-Gescheitert oder besser als ihr Ruf ?-

Über die Riester-Rente, einst als ideale Ergänzung zur gesetzlichen Rente und zur betrieblichen Altersvorsorge hochgelobt, wird seit einiger Zeit sehr differenziert diskutiert. Eigentlich, wenn man genau hinsieht, wird von Anfang an darüber diskutiert.

Zu bürokratisch und zu kompliziert, wurde gesagt. Als dann der Verkauf zuerst schleppend anlief, wollten viele bereits wissen, dass man das ja hätte voraussehen können. Erst als sich die Finanzvertriebe des Produkts annahmen, stiegen die Abschlüsse. Nunmehr wurde bemängelt, dass zu hohe Abschlusskosten die Renditen aufzehren würden. Dieses Argument wurde natürlich durch die inzwischen eingetretene Niedrigzinsphase noch unterstützt.

Letztlich wurden in den vergangenen Monaten auch vermehrt Stimmen laut, die die Riester-Rente als gescheitert ansehen.

Vor diesem Hintergrund haben sich verschiedene Institute näher mit der Rente und den Renditeaussichten befasst und kamen zu durchaus anderen Ergebnissen.

Nur zu sagen, zu teuer, zu kompliziert, zu wenig Rendite etc. wäre nach Meinung der Experten zu einfach. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat über 1000 Riester-Verträge, die sich in der Auszahlungsphase befinden, näher untersucht und kam dabei zu Ergebnissen, die sich durchaus sehen lassen können. Bei der Analyse von verschiedenen Anlageformen wie Fonds, Versicherungen und Banksparplänen ergaben die Berechnungen eine durchschnittliche Rendite von immerhin rund 3,6 Prozent nach Steuern. Dabei reichte die Spanne von 2,3 Prozent bis 7,5 Prozent. Allerdings werden die Erträge in der Zukunft durch die Niedrigzinsphase geringer ausfallen.

Auch der Vorwurf, die Riester-Rente kann das „Loch“ in der Altersvorsorge nicht, wie ursprünglich geplant, füllen, wodurch eine hohe Altersarmut droht, stimmt so nicht. Es ist richtig, dass durchaus die Gefahr einer Altersarmut besteht. Sie droht aber nicht deshalb, weil die Riester-Rente falsch konzipiert ist, sondern weil erstens die gesetzliche Rente inzwischen gekürzt wurde und weil zweitens durch die Zinspolitik der EZB die Renditen wesentlich niedriger sind. Das betrifft aber auch die nicht geförderten Rentenversicherungen. Viel bedeutsamer ist, dass nur rund 40 Prozent der Förderberechtigten eine Riester-Rente angeschlossen haben bzw. bedienen. Das sind rund 16,5 Millionen Deutsche. Der verbleibende Rest könnte also durchaus mit einer privaten Rentenvorsorge die Gefahr der Altersarmut verringern. Ein nicht unerheblicher Teil von Förderberechtigten sieht keinen Sinn für eine private Altersvorsorge, da sie davon ausgehen, dass sie ohnehin später nur Anspruch auf sogenannte Grundsicherung haben, auf den die Zahlungen aus einer privaten Vorsorge angerechnet werden.

Insgesamt gesehen kann man die Riester-Rente nicht als gescheitert ansehen. Mit einigen Reformen könnte man die Attraktivität durchaus erhöhen. Ganz sicher muss die Verrechnung mit einer Grundsicherung verringert werden. Außerdem müssten die geförderten Maximalbeträge zeitgerecht erhöht werden. Die Garantie der eingezahlten Beiträge und der Zulagen sollte wegfallen, da sie durch das Halten von viel Kapital in sicheren fast unverzinslichen Anleihen Rendite kostet.

Es besteht also durchaus Handlungsbedarf. Das Problem der Altersarmut löst sich nicht von selbst.

 

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