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Enteignung der Sparer ?

Wir alle kennen inzwischen diese These. Sie kommt von allen Seiten und hat letztlich nur einen Adressaten, die Europäische Zentralbank mit seinem Präsidenten Mario Draghi.

Aber findet durch die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank tatsächlich eine Enteignung statt? Sowohl Herr Draghi als auch der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann haben dazu Stellung bezogen und unisono erklärt, dass dieser Vorwurf unberechtigt sei. Der Präsident der EZB sagte, ihm sei die Lage der Sparer sehr wohl bewusst und der Präsident der Bundesbank ließ verlauten, er könne die Sorgen der Sparer nachvollziehen, die derzeit auf ihre sicheren Anlagen kaum oder keine Erträge erhalten. Beide verwiesen darauf, dass durch die geringe bis nicht vorhandene Geldentwertung die Realverzinsung von Spareinlagen bei null oder darüber lägen. Und nur diese realen Erträge würden zählen. Im Vergleich zum Durchschnitt der 90er–Jahre wäre die derzeitige Situation besser. Damals lag die Inflationsrate oftmals über den Zinsen, sodass hier tatsächlich ein Kapitalverlust entstand. Soll jetzt hier nur etwas „schön geredet“ werden oder ist es tatsächlich so, dass es den Sparern in früheren Jahren oftmals unter dem Strich schlechter ging als heute?

Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick auf die Statistik der letzten Jahrzehnte schnell weiter. Aus Zahlen der Deutschen Bundesbank für den Zeitraum von 1972 bis 2014 geht hervor, dass in diesen insgesamt 504 Monaten (42 Jahre) der reale Zins in insgesamt 299 Monaten im Negativbereich lag, also in mehr als der Hälfte des gesamten Zeitraums.

Es ist also mehr ein psychologisches Problem. Der höhere Zins in der Vergangenheit hat offensichtliche darüber hinweg getäuscht, dass der Realzins wegen hoher Inflation negativ war.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über Sinn und Zweck der Nullzinspolitik hat Herr Draghi aber auch darauf hingewiesen, dass es letztlich der Sparer selbst in der Hand hat, wie hoch seine Kapitalerträge ausfielen. „Die Sparer müssen ihr Geld nicht nur auf dem Sparbuch anlegen, sondern haben auch andere Möglichkeiten“.

So etwas lässt sich natürlich leicht sagen. Aber welche Möglichkeiten bieten sich denn einem „durchschnittlichen“ Sparer? Anlagen in Immobilien erfordern oftmals Anlagebeträge, die dem normalen Anleger nicht immer zur Verfügung stehen. Der Anleihemarkt ist Dank der Aufkäufe durch die EZB leergefegt. Entsprechend niedrig sind die Renditen, auf die man sich auch noch lang- und mittelfristig festlegt. Bei einem Zinsanstieg drohen hier massive Kursverluste. Die Risiken des Aktienmarkts sin hinreichend bekannt.

Letztlich kann man nur versuchen, durch einen „Mix“ von Anlagen Risiko und Ertrag in einen vernünftigen Rahmen zu bringen. In diesem Zusammenhang ist es durchaus überlegenswert, die eine oder andere Firmenbeteiligung näher anzuschauen. Es gibt hier interessante Anlagen in Form von Stillen Beteiligungen, Nachrangdarlehen, grundschuldbesicherten Darlehen und Anleihen, die interessante Renditen anbieten.

Als „Beimischung“ für eine gestreute Anlagestrategie sicher überlegenswert.

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