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Archive for August, 2016

Definition der Wandelanleihe, Wandelschuldverschreibung oder Optionsanleihe zur Finanzierung

Eine Namens- oder Inhaberschuldverschreibung wird als Wandelanleihe (convertible bond oder Wandelschuldverschreibung ) bezeichnet, sofern die Schuldverschreibung mit einem späteren Umtauschrecht oder Wandlungsrecht in Aktien oder sonstige Gesellschaftsrechte des emittierenden oder eines anderen Unternehmens ausgestattet ist. Dann verzichtet der Anleihegläubiger auf die Rückzahlung seines Anleihedarlehens, das in einem festgelegten Umtauschverhältnis mit der Übernahme von Aktien verrechnet wird.

Wandelanleihen als Wandelschuldverschreibungen ( Convertible Bonds ), sind Zinspapiere mit Wertpapiercharakter, die ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht ( Umtauschrecht ) in Aktien der emittierenden Gesellschaft verbriefen. Die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen bedarf der Zustimmung der Hauptversammlung mit qualifizierter ( 75 %-iger ) Mehrheit der Hauptversammlung. Das Umtauschverhältnis des Anleihekapitals in Aktien ist bei Begebung der Wandelanleihe im Voraus festzulegen. Der Anleihezeichner kann somit errechnen, wie sich der Aktienkurs entwickeln muss, damit der Umtausch der Wandelanleihe in Aktien für ihn einen Vorteil bzw. Gewinn bietet. Wird das Wandlungsrecht nicht ausgeübt, bleibt die Anleihe bestehen. Wandelschuldverschreibungen können auch in der Unterart des Wandelgenussscheins begeben werden.

Wandelanleihen sind für Unternehmen ein vorteilhaftes Instrument der Unternehmensfinanzierung, zumal eine Wandelanleihe im Gegensatz zu einer normalen Unternehmensanleihe regelmäßig deutlich niedriger verzinst wird. Der Finanzierungsaufwand bleibt also gering. Zudem hat das Unternehmen die Chance, dass der Kapitalgeber seinen Gläubigerstatus aufgibt und Eigenkapitalgeber wird ( Debt-Equity-Swap ). Die ausgebende Gesellschaft einer Wandelanleihe muss nicht mit der Aktiengesellschaft identisch sein, deren Aktien als Basiswert für die Wandelanleihe dienen. So kann – was in Mode gekommen ist – z.B. eine Investmentbank eine Wandelanleihe auf Aktien eines anderen börsennotierten Unternehmens auflegen, deren Entwicklung positiv eingeschätzt wird.

Wandelanleihen verbinden aus der Sicht der Anleihezeichner die Renditeträchtigkeit von festen Zinsausschüttungen bei dem Rentenpapier mit der Chance, bei der Ausübung der Option am Unternehmenswert bzw. der Share-holder-value-Entwicklung der Aktie teilzuhaben. Anleihen bieten daher zum einen eine feste Verzinsung sowie Rückzahlungsansprüche am Ende der vereinbarten Laufzeit und zum anderen das Wahlrecht auf einen Kursgewinn, soweit die Aktie während der Laufzeit im Börsenkurs gestiegen ist. Bei der Wandelanleihe liegt zwar die Verzinsung in der Regel unterhalb der Rendite vergleichbarer Unternehmensanleihen. Andererseits hat der Anleger das Recht, die Wandelanleihe in einem zuvor festgelegten Wandlungsverhältnis in die dem Rentenpapier zugrundeliegende Aktie zu tauschen. Die Wandlung ist bis zu einem bestimmten, festgelegten Zeitpunkt ( Wandlungsfrist ) oder auch innerhalb einer definierten Zeitspanne der Laufzeit der Anleihe möglich. Somit verkörpert die Wandelschuldverschreibung zwitterhaftes Kapital: Während am Anfang ein Gläubiger-/Schuldverhältnis besteht, wird bei Umtausch in Aktien der Investor zum Aktionär als Mitgesellschafter und Mit-Eigentümer. Die (Wandel-)Anleihe als Schuldpapier mit dem Schuldnerstatus der Gesellschaft geht unter.

Die Wandelanleihe bietet dem Kapitalgeber die Chance, an Kursgewinnen der Aktie teilzuhaben. Bei steigenden Kursen kann der Anleger durch Ausübung des Options- und Umtauschrechts an Wertsteigerungen der Aktie teilhaben und beim Verkauf der Aktien zusätzliche (Kurs-)Gewinne realisieren. Bei unveränderten oder fallenden Kursen wird das Wandlungsrecht regelmäßig nicht ausgeübt. Der Anleger erhält weiterhin die vertraglich vereinbarten Anleihezinsen und behält seinen Anspruch auf Rückzahlung des Anleihekapitals zum Nennwert. Den Zeitpunkt der Ausübung des Wandlungsrechts, also des Übergangs vom Gläubiger zum Eigentümer, kann der Anleger innerhalb der Umtauschfrist selbst bestimmen. Weitere Informationen erteilt Herr Dr. Horst Werner unter dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de bei entsprechender Mailanfrage.

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Stresstest. Wie stehen die Banken wirklich da?

Die Ergebnisse des kürzlich veröffentlichen Stresstest der Banken haben zu kuriosen Meldungen geführt.

So konnte man lesen, dass die Banken die Vorgaben der Bankenaufsicht bei weitem nicht erfüllen, sie aber trotzdem in der Lage seien, eine neuerliche Finanzkrise zu überstehen. Die Deutsche Bank sieht sich „auch für härtere Zeiten gewappnet“ und die Commerzbank hält sich für „widerstandsfähig und stressresistent“. Auch der Chef der Bundesbank Jens Weidmann sieht die deutschen Bank für gerüstet, einem „ausgeprägten Schock zu widerstehen“. Offensichtlich hat man übersehen, dass zum Beispiel die Deutsche Bank und die Commerzbank bei einem wirtschaftlichen Einbruch zu den zehn am schlechtesten kapitalisierten von insgesamt 51 Banken gehören würden.

Als Maßstab dient das sogenannte „harte Kernkapital“, das bei einem Stress-Szenario bei der Commerzbank auf 7,4 Prozent und bei der Deutschen Bank auf 7,8 Prozent sinken würde. Eine Quote von 7 Prozent wird von der Bankenaufsicht als bedrohlich und alarmierend angesehen. Von „Widerstandsfähigkeit“ und „Stressresistenz“ kann da wahrlich nicht die Rede sein.

Es gibt zwei irische Großbanken, eine spanische und eine österreichische, die deutlich unter die Marke von 7 Prozent fallen würden. Die italienische Großbank Monte dei Paschi di Siena würde auf minus 2,4 Prozent fallen.

Der Stresstest kann zwar Auskunft über die „Widerstandsfähigkeit“ der Banken geben, er sagt aber nichts über die zukünftige Entwicklung der Branche aus. Dabei ist die größte Frage: „Woher sollen in Zukunft die Gewinne der Banken herkommen“?

Insgesamt gesehen haben die europäischen Banken aus der Finanzkrise wenig gelernt. Spätestens nach der Finanzkrise wäre es erforderlich gewesen, eine Neuorientierung einzuleiten. Seit den siebziger Jahren begann eine Fehlentwicklung. Durch einen übertriebenen Wettbewerb sanken die Margen im Kreditgeschäft. Einen Ausgleich suchte man im Wertpapierhandel, mit der Verbriefung von Forderungen und mit spekulativen Derivaten. Das klassische Kreditgeschäft wurde mehr und mehr vernachlässigt. Die dringend notwendig gewordene Neuorientierung wurde zudem durch die Politik mit einer Reihe von falschen Maßnahmen behindert. Das Signal der nationalen Regierungen, ihre Banken im Zweifelsfall immer noch zu schützen, anstatt sie zu einschneidenden Maßnahmen zu zwingen, führt dazu, dass die Institute in der Regel zu groß sind, zu viele Filialen unterhalten und zu viele Mitarbeiter beschäftigen. Darüber hinaus bremst Basel III die Kreditvergabe und die Finanzmarktrichtlinie MiFID das Wertpapiergeschäft.

Mit dieser Situation, hohe Kosten und auf lange Sicht sinkende Einnahmen werden die Banken fertig werden müssen. Die schwindenden Gewinne verhindern die Eigenkapitalstärkung sowohl durch eigene Mittel als auch vom Kapitalmarkt. Die Banken wären gut beraten, sich wieder verstärkt dem lange Zeit vernachlässigten Kreditgeschäft zuzuwenden. Schließlich werden 75 Prozent des Kreditbedarfs der Unternehmen über Kredite finanziert. Auch im Privatbereich besteht ein nicht unerheblicher Bedarf an Darlehen für die Eigenheimfinanzierung. Trotz der nicht unerheblichen Beeinträchtigungen durch Basel III und den neuen Richtlinien für die Wohnimmobilienkredite sollten die Banken die bei der EZB gegen „Strafzinsen“ geparkten Gelder im Kreditgeschäft einsetzen.

Da selbst bei einer Veränderung der Geschäftspolitik die Forcierung des Kreditgeschäfts durch die Einschränkungen durch Basel III nur bedingt möglich ist, sollten sich die Unternehmen verstärkt auch der Finanzierung durch Beteiligungskapital zuwenden. Ein gesundes Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital stärkt die Kreditfähigkeit der Unternehmen erheblich.

Gerade bei den extrem niedrigen Zinsen müsste es für Anleger interessant sein, sich – und sei es nur mit kleineren Beträgen – an Unternehmen zu beteiligen. Die zu erwartenden Erträge aus diesen Beteiligungen liegen regelmäßig nicht unerheblich über den Kapitalmarktzinsen. Eigenkapitalstarke Unternehmen sind für die Banken gute Kreditnehmer.

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Brexit – Beginnt nun die befürchtete Rezession?

Brexit – Beginnt nun die befürchtete Rezession?

Es sieht ganz danach aus. Nun zeichnet sich ab, was viele Experten schon vor der Brexit-Entscheidung vom 23. Juni prognostiziert hatten.

Der Chef der britischen Notenbank Mark Carney hatte schon vor Monaten vor der Gefahr einer Rezession gewarnt. Seine Warnungen wurden aber von den Befürwortern eines Austritts Großbritaniens aus der EU als „Horrorgeschichten“ bezeichnet.

Nun sieht es ganz danach aus, als solle er Recht behalten. Es geht rapide abwärts in Großbritanien.

Vor dem „Brexit“ hatte das Land eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Das Wirtschaftswachstum war stärker als in den EU-Ländern, der Arbeitsmarkt war stabil und die Immobilienpreise stiegen. Wahrscheinlich hatte diese positive Wirtschaftsentwicklung zu einer gefährlichen „Selbstüberschätzung“ der Befürworter des Austritts geführt, und vielen Wählern den Blick auf die Gefahren eines Austritts „vernebelt“.

Die Stimmungswende ins Negative begann teilweise schon vor der Brexit-Entscheidung. Investitionen wurden zurückgestellt und die Einstellung von Arbeitskräften wurde verschoben. Bereits in den ersten Tagen nach dem Austrittsbeschluss nahm dann das Stimmungstief an Fahrt auf. Der Wertverfall des Pfundes beschleunigte sich. Wenn man Ende 2015 noch fast 1,45 Euro für ein Pfund bekam so sind es jetzt nur noch 1,17 Euro und ein Ende der Talfahrt ist nicht abzusehen.

Die Immobilienpreise geraten unter Druck und die Konjunkturdaten zeigen nach unten. Die Investoren sind hochgradig nervös. Experten erwarten ein stark schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt mit dem stärksten Rückgang seit mehr als sieben Jahren.

Wie ernst die Lage zumindest von der Notenbank eingeschätzt wird, kann man an den jüngsten Entscheidungen ablesen. Noch nie seit Gründung der Bank im Jahre 1694 wurde der Leitzins so weit abgesenkt. Zusammen mit der Ausweitung des Programms zum Kauf von Staatsanleihen ergriff die Bank of England drastischere Maßnahmen als in der Finanzkriese.

Das Vorgehen der Notenbank wird in Expertenkreisen unterschiedlich bewertet. Während einige von einem Vorgehen mit dem „Vorschlaghammer“ sprechen, sagen andere, es hätten auch „feinere“ Instrumentarien zur Verfügung gestanden. Die britische Regierung jedenfalls begrüßt das „robuste“ Vorgehen. Der britische Schatzkanzler Philip Hammond sagte, die britische Wirtschaft müsse unterstützt und das Vertrauen gestärkt werden.

Der Notenbankchef Carney hingegen sieht die Sache trotz der drastischen Maßnahmen eher gedämpft. Nach seiner Meinung haben sich die wirtschaftlichen Aussichten in Großbritanien deutlich verschlechtert. Ob die Schritte der Notenbank ausreichen, ein Abrutschen in eine Rezession abzuwenden, muss sich erst noch herausstellen.

Angesichts dieser Entwicklungen würde eine Abstimmung über den Austritt aus der EU wahrscheinlich heute anders ausfallen.

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Vorsicht vor Geldwäschebetrügern mit Forderungen von Bargeldvorauszahlungen als angebliche „Versicherungsprämien“

Aus gegebenem Anlass der UNISTER-Holding warnen wir alle kapitalsuchenden Unternehmen vor Beteiligungsangeboten aus dem Ausland mit Einladungen zu „Darlehensgesprächen“ z.B. nach Rom, Mailand, Venedig, Rotterdam oder Amsterdam. Hier handelt es sich regelmäßig um Geldwäschebetrüger, denen nun auch der Chef von der UNISTER-Holding, Herr Thomas Wagner zum Opfer geworden ist; siehe den nachstehenden Link :

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/unister-was-geschah-auf-der…

Zahlen Sie niemals eine Bargeldsumme als vermeintliche „Versicherungsprämie“ für das Darlehen, welches Sie dann ohnehin nie erhalten. Der oft angebotene „Bargeldtausch“ ( z.B. 10 % (oder 6 % ) der Darlehenssumme in bar vorab zwecks Kreditversicherung und Teilauszahlung des Darlehensgebers in bar ) dient nur der Geldwäsche oder dem Falschgeldbetrug. Nehmen Sie grundsätzlich Beteiligungsgelder nur per Bank-Überweisung entgegen. Es hilft auch nicht, wenn sich der Kontaktpartner mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweist, da auch diese Dokumente gefälscht sein können. Im Fall der UNISTER-Holding wollte der Darlehensgeber sogar mit zur Bank zwecks Kontoeinzahlung gehen. Offenbar faßte Herr Wagner vertrauen, aber der Darlehensgeber kam nicht zum gemeinsam verabredeten Banktermin zwecks Bargeldeinzahlung. Der Geldkoffer soll dann im wesentlichen Geldblüten enthalten haben.

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FinTech – Definition und Beurteilung einer neuen Unternehmens-Generation im Finanzdienstleistungsbereich

Eine einvernehmliche Definition des Begriffs „FinTechs“ gibt es bislang nicht. Als Kombination aus den Worten „Financial Services“ und „Technology“ ist die Wortschöpfung entstanden. Allgmein versteht man unter FinTechs in bestimmter Weise technisierte Unternehmen, die mit Hilfe technologiebasierter, interaktiver Systeme spezialisierte und vermeintlich kundenorientierte Finanzdienstleistungen regelmäßig ohne persönliche Beratung anbieten. Die FinTechs ersparen sich Personal und insbesondere stationäre Geschäfts- und Filiallokale mit hohen Mietkosten. Sie sind deshalb eine starke Wettbewerbsbedrohung für kostenintensive Bank- und Sparkassenfilialen. Zudem suchen sich die jungen FinTech-Unternehmen aus den Geschäftsfeldern der Banken und Versicherungen diejenigen automatisierbaren Geschäftsfelder heraus, die ertragreich gestaltet werden können.

FinTechs sind im weitesten Sinne Finanzdienstleistungsunternehmen zur automatisierten, unpersönlichen Abwicklung von Aufträgen, bei denen der Kunde seine sämtlichen persönlichen Daten nicht nur preisgeben muss, sondern auch noch selbst in die Speicherdateien der FinTechs eingeben muss. Bei Smava kann man zu den FinTech-Unternehmen lesen: “Dienstleister, die zum Beispiel Leistungen im Bereich Mobile-Payment, Crowdlending oder E-Commerce anbieten, zählen unter anderem zu den Unternehmen der FinTech-Szene. Sie durchbrechen die Wertschöpfungskette der Banken mit ihren modernen Geschäftsmodellen, indem sie vor allem auf die Beziehung zwischen Kunde und Bank setzen”. Die FinTech-Unternehmen erkämpfen sich in einem rasanten Tempo immer mehr Marktanteile. Das bedeutet für die Zukunft der Filialbanken, dass diese an ihrer Art und Weise, Gewinne zu erwirtschaften feilen müssen, um weiterhin auf dem Markt zu bestehen.

Manche FinTech-Unternehmer träumen davon, ihre Geschäfte ohne einen Beratungs- und Ansprechpartner nur noch über einen IT-Roboter abwickeln zu können. Über einen programmierten, selbstlaufenden FinTech-Shop besteht dann zu der geschaffenen Gelddruckmaschine die unternehmerische Aufgabe letztlich nur noch darin, das Konto über Honorar- und Provisionseingänge zu kontrollieren. Der Computer erledigt eigenständig alle Dienstleistungen und Vertragsabschlüsse; FinTech generiert mitunter die Umsätze allein: Für die Kunden eine abscheuliche Entwicklung ohne Berater ! Als FinTechs können auch die vielen Vergleichsportale im Internet betrachtet werden, die Bank-Finanzierungsangebote oder Versicherungsdienstleistungen im Vergleich darstellen. Ziel der Vergleichsportale ist letztendlich, automatisierte Provisionsmaschinen für die Portalbetreiber zu sein. Dabei ist für die Betreiber das Potential für Interessenkonflikte außerordentlich groß.

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Die Erlaubnispflicht zum Verkauf und zur Vermittlung von Wertpapieren gem. § 32 KWG und von Vermögensanlagen gem. § 34 GewO

Für den Verkauf und den Vertrieb von Wertpapieren gilt das sogen. Emittentenprivileg ( www.finanzierung-ohne-bank.de ). Das wertpapier-ausgebende Unternehmen darf seine Wertpapier-Angebote ohne weitere Vertriebserlaubnis selbst platzieren. Auch die festangestellten ( abhängig beschäftigten ) Mitarbeiter des Unternehmens dürfen ohne zusätzliche Genehmigung die Wertpapiere ihres eigenen Arbeitgebers verkaufen und “vermitteln”. Zu den Wertpapier-Beteiligungen im Sinne des Wertpapierverkaufsprospektgesetzes zählen stets die Aktien und die Schuldverschreibungen ( = Anleihen ) und zwar auch dann, wenn über diese Anteilsformen keine physisch vorhandenen Wertpapiere ausgestellt oder gedruckt wurden.

Dritte, die dem wertpapier-emittierenden Unternehmen nicht als abhängig Beschäftigte angehören, bedürfen ausnahmslos als gewerbsmäßige Vermittler von Wertpapieren einer Zulassung als Finanzdienstleistungsinstitut gem. § 32 Kreditwesengesetz. Damit möchte der Gesetzgeber den gesamten Wertpapierhandel unter die Kontrolle der Kapitalmarkt- und Wertpapieraufsicht stellen, da mit Wertpapieren – die praktisch Geldcharakter haben – besondere Gefahren ( z.B. Fälschungen ) verbunden sind.

Für alle nicht-wertpapierverbrieften Vermögensanlagen bedarf es für Vermittler keiner Erlaubnis nach § 32 Kreditwesengesetz als Finanzdienstleistungsinstitut. Dieses Genehmigungserfordernis gilt nur für die Vermittlung von Wertpapieren.

Eine Gewerbeerlaubnis benötigt nach § 34c ff Gewerbeordnung ( GewO ), wer gewerbsmäßig den Abschluss von Darlehensverträgen vermitteln oder die Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge nachweisen möchte. Dies gilt auch im Zusammenhang mit der Vermittlung von grundschuldbesicherten Darlehen, so Dr. Horst Werner ( dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de ). Seit dem 10. Juli 2015 gilt weitergehend der neue § 34 f GewO und seit dem 21. März 2016 für die Vermittlung von Immobiliardarlehen an Verbraucher der neue § 34 i GewO mit jeweils besonderen Genehmigungsvoraussetzungen.

Darlehensvermittler im Sinne der Gewerbeordnung ist, wer dauerhaft gegen Entgelt den Abschluss von Verträgen über Darlehen vermittelt oder die Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge nachweisen will ( § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GewO ). Der Status des Darlehensvermittlers tritt bereits bei der Vermittlung des ersten Darlehensvertrages ein. Die Absicht die Darlehensvermittlungs-Tätigkeit dauerhaft auszuüben, reicht bereits für die Genehmigungspflicht aus.

Die Vermittlung und Beratung über partiarische Darlehen und Nachrangdarlehen als kapitalmarktrechtliche Finanzinstrumente sowie über bestimmte Arten von Direktinvestments als Beteiligungsanlagen im Sinne des Vermögensanlagengesetzes fallen ebenso wie die stillen Beteiligungen, Genussrechte, Namensschuldverschreibungen unter die Erlaubnispflicht als Finanzanlagenvermittler gemäß § 34 f Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 GewO (Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Absatz 2 Vermögensanlagengesetz). Für die Vermittlung derartiger Finanzanlagen ist eine gesonderte Sachkunde mit Befähigungsnachweis bei der jeweils zuständigen IHK nachzuweisen. Zuständig für die Erlaubniserteilung sind die Ordnungsämter der Kreis- oder Stadtverwaltungen. Voraussetzungen für die Erlaubniserteilung sind die Zuverlässigkeit sowie geordnete Vermögensverhältnisse des Antragstellers. Ist der Antragsteller eine juristische Person, müssen alle vertretungsberechtigten Personen diese Voraussetzungen erfüllen.

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Die Sacheinlage zur Kapitalerhöhung zwecks besseren Eigenkapital-Ausweis zur Bonitätssteigerung

von Dr. Horst Werner

Die Erhöhung des Stamm-/Grundkapitals durch Sacheinlage kann nach Dr. Horst Werner ( www.finanzierung-ohne-bank.de ) nach Bewertung der Wirtschaftsgüter unter bestimmten Voraussetzungen durch steuerneutrale Einbringung von Wirtschaftsgütern zur Finanzierung von Unternehmen ohne jegliches Barkapital und ohne jede Steuerbelastung erfolgen. Durch die Übertragung ( Übereignung ) eines Wertgegenstandes als Sacheinlage wird die Eigenkapitalquote eines Unternehmens ( teilweise erheblich ) verbessert und damit Bonität und Rating gestärkt.

Wirtschaftsgüter und Gegenstände als Sacheinlage:
Als Einbringungs-Sachwerte kommen alle Gegenstände ( Wirtschaftsgüter ) in Betracht, die einen Verkehrswert ( Marktpreis ) haben und als notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen der übernehmenden Gesellschaft dienlich sein können. Dies können materielle Wirtschaftsgüter wie Immobilien oder mobile Vermögensgegenstände sein. Es kommen aber auch immaterielle Wirtschaftsgüter wie Patente, Warenzeichen, Urheberrechte, Lizenzen, Franchise-Rechte etc. in Betracht. Die Durchführung der Sacheinlage mit Vermögensgegenständen, also z.B. mit Kfz, Maschinen etc. und mit Rechten erfolgt durch Eigentums-Übertragung auf das Unternehmen nach Erstellung eines sachverständigen Bewertungsgutachtens zur Vorlage beim Handelsregister. In Betracht kommen alle Gegenstände für die Betriebs- und Geschäftsausstattung, ein Fuhrpark oder Immobilien als Betriebs- und Produktionsstätten oder auch Wohn- und Geschäftshäuser mit Verkaufsläden oder andere dem Unternehmen dienliche Sachgegenstände. Soweit die Vermögensgegenstände aus dem Privatvermögen stammen ist die Einbringung zum Verkehrswert unproblematisch möglich. Sollen Vermögenswerte von einem Betriebsvermögen in ein anderes transferiert werden, ist auch das möglich, hat aber steuerliche Folgen, die bedacht sein müssen.

Einbringung von Unternehmen oder Teilen davon:
Ferner können auch ganze Unternehmen ( z.B. durch Verschmelzung ) oder einzelne Unternehmensanteile ( z.B. 50%-GmbH-Geschäftsanteile ) durch Sacheinlage in eine andere ( zweite ) Gesellschaft nach gutachterlich festgestelltem Verkehrswert zur Sachkapitalerhöhung Kapitalerhöhung eingebracht werden. Bei bisher nicht gesellschaftsrechtlich verbundenen Unternehmen bietet sich an, die Gesellschaftsanteile einer Gesellschaft in eine andere, neu gegründete Gesellschaft zu überführen, wenn dadurch ein höherer Eigenkapitalwert erzielt werden kann. So kann das einzubringende Unternehmen unter Aufdeckung der stillen Reserven und unter Berücksichtigung des tatsächlichen Unternehmenswertes (bei dem auch die zukünftigen Ertragsperspektiven des Unternehmens Berücksichtigung finden) in die übernehmende Gesellschaft bei gleichzeitiger Kapitalerhöhung und Aufstockung des Eigenkapitals eingebracht werden. Auf diese Weise können auch die Werte, die nach HGB-Bilanzrecht in der zu übertragenden Gesellschaft nicht bilanzierungsfähig sind, mit einem Bewertungs- und Übertragungsvorgang bilanzrechtlich zu aktuellen Verkehrswerten im Eigenkapital der neuen Gesellschaft erfasst werden. Dieses gilt uneingeschränkt für das Handelsrecht. In vielen Fällen ist die Einbringung sogar steuerlich neutral möglich, wenn nämlich die Werte der Steuerbilanz fortgeführt werden dürfen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig und sollten bei bedeutenderen Transfers durch eine verbindliche Auskunft beim Finanzamt abgesichert werden.

Die Kapitalerhöhung per Sacheinlage oder Verschmelzung lässt sich auch über eine weitere, neue Gesellschaft ( z.B. eine neue Vorratsgesellschaft ) konstruieren und vollziehen. Auf diese Weise können stille Reserven in einer Gesellschaft gehoben und bilanzrechtlich in der übernehmenden Gesellschaft bilanzwirksam gemacht werden. Jeder Unternehmer hat also auch als Einmann-Gesellschafter mit nur einem einzigen Unternehmen die Möglichkeit, sein Unternehmen per Sacheinlage in eine von ihm selbst gegründete zweite Gesellschaft einzubringen und damit das Eigenkapital und die Eigenkapitalquote in der neuen, zweiten Gesellschaft nicht unwesentlich zu erhöhen. Die zweite Gesellschaft ( z.B. GmbH-1 und GmbH-2 ) führt dann die Geschäfte der GmbH-1 mit erhöhter Stammkapitalausstattung fort. Damit hat die GmbH-2 zwar keine Liquidität erhalten, hat aber mit dem erhöhten Stammkapital eine bessere Eigenkapitalquote; . Auf diese Weise können eine Unterbilanz beseitigt und insbesondere das Rating und damit die Kreditwürdigkeit verbessert werden.

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