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Droht eine Immobilienblase oder hat sie uns schon erreicht?

Wie bei so vielen Dingen im Leben sind sich auch hier die Experten nicht einig.

Nach Schätzungen des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse haben im Jahr 2015 Wohnungen, Häuser und Grundstücke im Wert von über 200 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt. 2016 wird diese Summe noch ansteigen. Dabei sind die Preise so stark gestiegen, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Obwohl der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse die Preissteigerungen mit Sorge beobachtet, sieht er die Gefahr einer „Immobilienblase“ noch nicht. Gleichwohl wird mit Spannung und großem Interesse beobachtet, was passiert, wenn die Zinsen wieder ansteigen.

Noch „befeuern“ die extrem niedrigen Zinsen den Immobilienmarkt. Inzwischen steigen die Preise auch in den ländlichen Regionen, nachdem die Märkte in den Ballungszentren nahezu „abgegrast“ sind, oder Immobilien nur noch zu exorbitant hohen Preisen am Markt zu erhalten sind.

Aber es gibt auch Stimmen, die von einer drohenden Blase am Immobilienmarkt sprechen. Andere meinen, dass die „Immobilienblase“ Deutschland bereits erreicht hat.

So stellt die Commerzbank in einem ihrer wöchentlichen Marktberichte fest, dass der Immobilienboom immer mehr die „Züge einer Blase“ annimmt. Seit einiger Zeit steigen die Preise schneller als die Mieten, Verbraucherpreise und Einkommen. Die Banker mahnen zur Vorsicht.

Auch die Ratingagentur Moody´s sieht die Gefahr einer „Immobilienblase“ nicht nur hier in Deutschland. Der Ausschuss für Finanzstabilität, in dem Vertreter des Finanzministeriums, der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sitzen, sieht die Gefahr für das deutsche Finanzsystem durch Preisblasen größer, als in der Griechenlandkrise. Deshalb sollte die BaFin Eingriffsrechte bekommen, etwa durch Mindestanforderungen bei der Kreditfinanzierung von Immobilien, zum Beispiel mit einer Mindesthöhe von Eigenkapital.

Nach Meinung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat die „Immobilienblase“ Deutschland bereits erfasst. Die Aussage hat schon deshalb ein besonderes Gewicht, weil die BIZ als eine der ersten den Zusammenbruch des amerikanischen Häusermarktes voraussagte. Dabei sieht die BIZ das Problem gar nicht so sehr in den Preissteigerungen schlechthin sondern viel mehr in der Geschwindigkeit der Preissteigerungen. Liegt nämlich die Preissteigerungsrate mehr als 10 Prozent über dem langfristigen Trend, ist das ein deutliches Alarmzeichen. Inzwischen liegt diese Kennzahl in Deutschland bei 10,6 Prozent. Insofern befindet sich der Immobilienmarkt zumindest nach Meinung der BIZ in einer Blase.

Allerdings kann man die derzeitige Situation nicht mit der damaligen Situation in den USA oder in Spanien vergleichen. Wir haben zwar einen Preis-Boom, aber keinen Kreditboom. Insofern ist die Gefahr, dass beim Platzen einer Immobilienblase massenhaft Kredite ausfallen, eher gering.

Trotzdem würde das Platzen einer Immobilienblase, wenn es sie denn gibt, die Finanzmärkte erschüttern.

Insofern ist zu wünschen, das sowohl am Immobilienmarkt als auch bei den Mieten eine Beruhigung eintritt. Dabei könnte die stark erhöhte Bautätigkeit im Land sicher auch einen Beitrag leisten.

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