Home > Uncategorized > Deutschland kann wieder Exportweltmeister werden.

Deutschland kann wieder Exportweltmeister werden.

Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht, löst aber nicht ungeteilt Freude aus.

Nach Prognosen des Münchner Ifo-Instituts wird Deutschland wohl in diesem Jahr Waren und Dienstleistungen für 310 Milliarden US-Dollar mehr exportieren als importieren. Das wären 25 Milliarden mehr als im Vorjahr. Damit würde Deutschland auch China überholen, denn für die chinesische Volkswirtschaft wird nur ein Überschuss von 260 Milliarden erwartet. Japan liegt mit 170 Milliarden auf Platz drei.

Wirtschaftsexperten sehen die Entwicklung zunehmend mit Sorge. Die Überschüsse werden nach Prognosen des Ifo-Instituts auf 8,9 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Die EU-Kommission sieht aber bereits dauerhaft vorhandene Steigerungsraten von sechs Prozent als stabilitätsgefährdent an.

Sicher ist das hohe Plus im Exportüberschuss ein Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Letztlich ist der hohe Überschuss aber auch ein Zeichen dafür, dass das Land unter seinen Verhältnissen lebt. Das führt dazu, dass sich die Länder mit einem Minus in der Leistungsbilanz, also für Importe mehr ausgeben, als sie mit Exporten einnehmen, immer mehr verschulden.

Experten, allen voran die EU-Kommission fordern deshalb schon länger und immer wieder, Deutschland solle mehr investieren und damit die Inlandsnachfrage ankurbeln.

Das US-Finanzministerium sieht die deutschen Überschüsse ebenfalls als großes Risiko für die weltweite Finanzstabilität und fordert ebenfalls verstärkte Investitionen der öffentlichen Hand und der Wirtschaft.

Nun ist es ja nicht so, dass man krampfhaft nach öffentlichen Investitionsprojekten suchen müsse. Es ist allgemein bekannt, dass insbesondere in den Bereichen Bildung, Infrastruktur allgemein und insbesondere Verkehrsinfrastruktur ein langjähriger Investitionsstau besteht.

Allerdings steht immer noch vor und über dem Investitionsstau die „schwarze Null“ des Finanzministers. Da sollte man vielleicht einmal ,insbesondere unter dem Gesichtspunkt der sprudelnden Steuereinnahmen und der vollen öffentlichen Kassen, ein wenig umdenken.

Bei aller Freude über das Exportwachstum, das ja zur guten Konjunktur in Deutschland beiträgt und bei allen Problemen, die für die Weltwirtschaft dabei gesehen werden, darf eine Meldung der letzten Tage auch nicht unbeachtet bleiben. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vermeldet, dass nach vorläufigen Erkenntnissen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat im 10 Prozent zurückgegangen sind. Das ist immerhin der stärkste Rückgang eines Vorjahresvergleichs seit 2009. Auch im Vergleich Juni / Juli ergab sich mit einem Rückgang von 2,6 Prozent der stärkste Monatsrückgang seit August 2015. Während der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen von einer „Bruchlandung“ spricht, sehen Experten den außergewöhnlich hohen Rückgang darin, dass der Vorjahresmonat Juli damals außergewöhnlich gut war.

Stellt sich die Frage, ob der Rückgang nur ein „Ausrutscher“ war oder ob es angesichts der vielen Krisenherde und des „Brexit“ eine Trendwende ist. Dann allerdings wird nichts mehr mit dem „Exportweltmeister“.

Advertisements
Categories: Uncategorized
  1. No comments yet.
  1. No trackbacks yet.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: