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Banken sollen ihre „faulen Kredite“ besser bekämpfen

Neuer Leitfaden für notleidende Kredite

Die Europäische Zentralbank verschärft den Kampf gegen ausfallgefährdete Kredite, (Non-Performing Loans – NPL) genannt. Sie ist der Meinung, dass die Banken mit ihrer abwartenden Art das Problem steigender Kreditrisiken nicht in den Griff bekommen.

Dazu hat die EZB am 12. September einen Leitfaden vorgestellt, der Grundlage für öffentliche Konsultationen sein soll. Kommentare und Anregungen der Öffentlichkeit können bis zum 15. November angebracht werden. Dazu findet am 7. November am EZB-Sitz in Frankfurt am Main eine öffentliche Anhörung statt.

Kernpunkt des Leitfadens ist die Empfehlung, dass Banken mit einem hohen Bestand an notleidenden Krediten (NPL) unter Berücksichtigung von Geschäftsplan und Risikomanagement klar festlegen, wie sie den Bestand an NPL-Kredite zukünftig verwalten und verringern werden, und das glaubwürdig und auf eine praktikable Weise.

Die Richtlinie betrifft die direkt von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigten Banken und ist nicht bindend. Die Banken müssen aber ein Abweichen von dieser Richtlinie begründen und können von der EZB zusätzliche Auflagen erhalten. Letztlich wird die Richtlinie von der EZB als Maßstab verwendet werden, wenn Sie den Umgang der Banken mit notleidenden Krediten im Rahmen des aufsichtlichen Dialogs beurteilt.

Das Thema „notleidende Kredite“ ist nicht neu. Die EZB hatte bereits 2014 im Rahmen der umfassenden Bilanzprüfung, bei der erstmals identische Maßstäbe angelegt wurden, festgestellt, dass viele Banken die notwendige Verringerung dieser Kredite nicht konsequent genug angehen. Dieser laxe Umgang mit den faulen Krediten, die sich immerhin 1 Billion Euro belaufen, soll nun mit dem Leitfaden für Banken zu notleidenden Krediten beendet werden.

Ein Kredit ist dann notleidend, wenn die Rückzahlung unwahrscheinlich ist und für die Bank Einzelwertberichtigungs- oder Abschreibungsbedarf besteht. Ein großes Volumen von notleidenden Krediten und ein hoher Abschreibungs- oder Wertberichtigungsbedarf hindert die betroffenen Banken natürlich bei der Vergabe von neuen Krediten. Und das läuft natürlich der Geldpolitik der EZB zuwider. Die EZB möchte mit ihrer Geld- und Zinspolitik die Wirtschaft ankurbeln und wünscht sich natürlich eine funktionierende Bankfinanzierung für Investitionen. Deshalb will sie mit der neuen Richtlinie mittelfristig das Volumen der notleidenden Kredite auf ein „vernünftiges Maß“ reduzieren, damit die Banken wieder den gewünschten Spielraum für neue Kredite bekommen.

Mal sehen, ob das funktioniert. Die Richtlinie ist sicher ein Anfang und ein klares Signal der EZB, dass sie den seitherigen Umgang mit den faulen Krediten nicht mehr hinnehmen will. Die Reaktionen der Bankenwelt werden wir spätestens am 7. November bekommen, wenn die geplante öffentliche Anhörung stattfindet.

Betroffen von der „schärferen Gangart“ der EZB sind allerdings überwiegend die Banken in anderen EU-Staaten. Um das Bild abzurunden: 47 Prozent aller griechischen Kredite sind notleidend, in Deutschland sind es zwei Prozent.

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