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Die BaFin als Bankenaufsicht und die BaFin als Wertpapieraufsicht am grauen Kapitalmarkt

Ein funktionstüchtiges Bank- und Finanzdienstleistungswesen ist für die kreditorientierte Finanzierung und für die kapitalmarktorientierte Eigenkapitalbeschaffung unabdingbar zur Herstellung und Wahrung der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Daher ist aus gesamtwirtschaftlichen Gründen eine effiziente Bankenaufsicht notwendig. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ( BaFin ) beobachtet aber auch besonders aufmerksam den „grauen Kapitalmarkt“, wozu die Banken bekannter Maßen nicht gehören. „Der Graue Kapitalmarkt” ist derjenige Teil der Finanzmärkte, der nicht wie der „Weiße Kapitalmarkt“ der staatlichen Finanzaufsicht oder ähnlichen Regulierungen unterliegt, aber nicht illegal wie der „Schwarze Kapitalmarkt“ erlaubnispflichtige Geschäfte ohne Genehmigung der Regulierungsbehörde betreibt“ so Wikipedia.

Die Verordnungen und Gesetze ( z.B. das Kreditwesengesetz KWG ) geben den Banken die Regeln vor, die sie bei der Gründung und beim Betreiben ihrer Geschäfte zu beachten haben. Diese Regeln sind darauf ausgerichtet, Fehlentwicklungen vorzubeugen, die das reibungslose Funktionieren des Bankenapparates stören könnten. Wie intensiv Banken beaufsichtigt werden, hängt von Art und Umfang der Geschäfte ab, die sie betreiben, und damit entscheidend von den dabei eingegangenen Risiken. Daher wird die Bankenaufsicht auch als “risikoorientierte Aufsicht” bezeichnet.

Dennoch haben die Banken vom „weißen Kapitalmarkt“ mehr Anleger- und Schadensersatzprozesse zu bestreiten, als alle anderen Kapitalmarktteilnehmer am freien (sprich: grauen ) Kapitalmarkt zusammen in den letzten 25 Jahren. Allein die Deutsche Bank mit über 3000 Gerichtsverfahren und Strafprozessen schlägt alle sonstigen Übel am grauen Kapitalmarkt um Längen. Aber wehe ein mittelständisches Unternehmen bemüht sich mit kapitalmarktrechtlich (kleinen) fehlerhaften Vertrags- und Zeichnungsunterlagen um die Aufnahme weiteren Eigenkapitals in einer „family-and-friends-Platzierung“, dann „schlägt“ die BaFin mit ihrem Referat WA 55 zu. Dann spielt der Gedanke eines „funktionierenden Risikokapitalmarktes“ keine Rolle mehr. Hauptsache der Wettbewerb der kreditgebenden Banken wird geschützt ( obwohl die Banken kaum noch Kredite vergeben ).

Wie groß war die Aufregung und das “Geschrei” um die Pleite von Prokon ( Prokon-Prospekte von der Bafin gebilligt ! ). Die Anleger hatten damals ca. 50% ihrer Einlagen verloren. Wer im gleichen Zeitraum Deutsche Bank-Aktien erworben hatte, hat bis heute etwa 90 % seines Kapital verloren; das regt niemanden auf. Im ersten Fall bei Prokon handelt es sich um wenige hundert Millionen Euro; im Fall der Deutschen Bank handelt es sich um viele Milliarden Euro. Und in den USA: es lebe die Bankenaufsicht ! Dort wird die Deutsche Bank trotz Bankenaufsicht mehrere Milliarden Dollar Strafe zahlen müssen. – Nirgends verlieren die Kunden mehr Gelder als im beaufsichtigten und angeblich kontrollierten Banken- und Kapitalmarkt. Die Bankenaufsicht scheint so effektiv, wie die Aufsicht des Kraftfahrzeugbundesamtes bei VW, Audi, Bosch etc.

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