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Ist eine Zinswende in Sicht?

Nach einer jahrelangen Talfahrt der Zinsen deutet sich zumindest im Augenblick eine Wende an. Ob daraus ein längerfristiger Trend wird, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall sind seit langer Zeit die Zinsen für Baudarlehen leicht gestiegen, nachdem sie laut Statistik des FMH-Informationsdienstes mit einem Durchschnittswert von etwas über einem Prozent für zehnjähriges Baugeld im Oktober den niedrigsten Stand aller Zeiten erreicht hatten.

Inzwischen haben viele Bankinstitute die Zinsen leicht angehoben, im Schnitt um etwa 0,2 Prozent. Zugegeben, es ist nur ein bescheidener Anstieg, aber der lang anhaltende Abwärtstrend wurde damit zumindest vorerst gestoppt.

Die Impulse für diese Entwicklung gingen vom Anleihenmarkt aus. Die Kurse der Anleihen standen schon die letzten Wochen unter Druck, was zu höheren Zinsen führte. Mit dem Wahlsieg von Donald Trump wurde der Trend noch verstärkt.

Die zehnjährigen Bundesanleihen liegen mit rund 0,3 Prozent wieder im Plus, nachdem sie im Sommer sogar in den Negativbereich gefallen waren.

Die Erwartungen an einen Zinsanstieg hängen natürlich mit der Entwicklung in den USA zusammen. Äußerungen der Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen lassen erkennen, dass eine Erhöhung des US-Leitzinses zu erwarten ist. Die Notenbank-Chefin nennt als Voraussetzung  für eine Leitzinserhöhung die positiven Wirtschaftsdaten in den USA. Abgesehen davon erwartet man in den USA einen Aufschwung der Wirtschaft durch das milliardenschwere Investitionsprogramm des neuen Präsidenten Donald Trump. Die nächste Zinssitzung der Fed ist für den 13. Und 14. Dezember angesetzt. Auch ohne Leitzinserhöhung macht sich in den USA eine leichte Zinswende bemerkbar. Die zehnjährigen Staatsanleihen sin inzwischen von 1,7 Prozent Ende September auf inzwischen 2,3 Prozent gestiegen.

Eine Leitzinserhöhung in den USA, mit der allgemein gerechnet wird, bedeutet natürlich nicht, dass andere Zentralbanken das auch machen oder machen müssen. Im Gegenteil, denn Japan zum Beispiel versucht im Augenblick mit gezielten Anleihekäufen einen Zinsanstieg zu verhindern. Auch die Europäische Zentralbank, allen voran der EZB-Chef Mario Draghi, sieht keine Veranlassung, die Geldpolitik zu ändern. Draghi hält es für notwendig, das im März 2017 auslaufende Aufkaufprogramm für Staatsanleihen zu verlängern. Eine Änderung der Geldpolitik kann nach Meinung der EZB erst dann erfolgen, wenn die Inflationsrate knapp unter der angepeilten Marke von 2 Prozent liegt. Im Moment liegt sie in der Eurozone aber nur bei 0,5 Prozent. Insofern ist zumindest im Augenblick nicht mit einer Änderung der Geldpolitik zu rechnen.

Trotzdem kann man die Zinsentwicklung in den USA nicht gänzlich unbeachtet lassen. Eine zu große Kluft zwischen einem Niedrigzins – Europa und höheren Zinsen in den USA hat natürlich Einfluss auf den Dollarkurs und damit auf den Außenhandel.

Vielleicht zeigt uns die Zinsentscheidung der Fed im Dezember, wohin die Reise geht.

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