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Die türkische Wirtschaft geht auf Talfahrt

– Die Lira befindet sich im freien Fall –

Die Sorgen um die politische Entwicklung in der Türkei lässt die türkische Landeswährung immer tiefer sinken.

Seit dem gescheiterten Putschversuch im vergangenen Sommer hat die Währung rund 30 Prozent ihres Wertes verloren. Die politischen Turbulenzen und die Terroranschläge veranlassen die Anleger, ihr Geld aus der Türkei abzuziehen.

Die Notenbank muss machtlos zuschauen. Sie müsste zur Stabilisierung der Währung die Leitzinsen anheben. Das allerdings ist nun überhaupt nicht im Sinne von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Der würde lieber die Leitzinsen senken, um die immer schwächer werdende Konjunktur zu unterstützen. Aber selbst wenn die Notenbank Leitzinserhöhungen vornehmen würde, wäre nicht sicher, ob sie mit der Erhöhung überhaupt gegen die Lira-Schwäche ankommt. Eine Leitzinserhöhung im November auf das jetzige Niveau von 8 Prozent konnte die Lira nur vorübergehend stützen. Der freie Fall ging danach weiter.

Trotzdem sind Experten der Meinung, dass die Notenbank um eine Leitzinserhöhung nicht herum kommt, auch wenn das überhaupt nicht Erdogans Vorstellungen entspricht. Der würde viel lieber eine Zinssenkung sehen um die Wirtschaft zu stützen. Zwar stellt der Staatschef offiziell die Unabhängigkeit der Notenbank nicht infrage. Gleichwohl sitzt er den Währungshütern im Nacken.

Die Sorgen des Präsidenten um die Konjunktur kommen natürlich nicht von ungefähr. Im dritten Quartal ist die Wirtschaft erstmals seit 2009 geschrumpft. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde von 5,0 auf 4,4 Prozent gesenkt.

Die Türkei leidet schon lange unter einem chronischen Leistungsbilanzdefizit. Das Land importiert seit Jahren ständig mehr, als es exportiert. Die Währungsschwäche verteuert natürlich die Importe, auf die das Land angewiesen ist. Die Verteuerung führt dann zu Preissteigerungen und treibt die Inflation an. Die Teuerungsrate lag zuletzt bei immerhin 8,5 Prozent.

Bei dieser Lage passen die politische Entwicklung und das Machtstreben des Präsidenten nun so gar nicht ins Bild. Die meisten parlamentarischen Hürden sind bereits genommen. Am Ende steht eine Volksabstimmung. Bis dahin wird sich die Abwärtsentwicklung wahrscheinlich fortsetzen. Die Anleger an den Finanzmärkten fürchten nichts mehr als einen Staatschef, der in einer „Diktatur“ unberechenbar schalten und walten kann.

Bei der wirtschaftlichen Talfahrt in Verbindung mit einer hohen Inflationsrate ist es natürlich fraglich, ob die große Anhängerzahl in der Bevölkerung für Erdogan bei der Volksabstimmung noch vorhanden ist. Schließlich kam seine Popularität größtenteils durch ein „bisschen“ Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten zustande.

Leere Strände und leere Hotels in dem einst so beliebten Reiseland machen da wenig Mut.

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