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Sind wir auf dem Weg ins Mittelalter?

– Strafzinsen werden jetzt zu Verwahrgebühren –

Die Vorläufer der Banken waren die Geldwechsler, die es schon im Altertum gab und denen ein schlechter Ruf vorauseilte.

Ihr Geschäft bestand hauptsächlich darin, unterschiedliche Währungen für die Fernhändler umzutauschen und bei Bedarf auch zu verwahren. Ihre Einnahme erzielten sie aus der Handlungsspanne zwischen den Währungen und durch Verwahrgebühren. Anfänglich war es üblich, die verwahrten Münzen in der ursprünglich hinterlegten Form zurückzugeben (Depositum regulare). Später ging man dazu über, dass der Hinterleger keinen Anspruch mehr auf die ursprünglich hinterlegte Sache hatte, sondern nur noch einen Anspruch auf die hinterlegten Werte in gleicher Menge und gleicher Qualität. (Depositum irregulare).

Dadurch wurde es für die Geldwechsler möglich mit einem gewissen „Bodensatz“ der hinterlegten Gelder Kreditgeschäfte zu betreiben.

Damit begann das spätere Bankwesen und die Verwahrung der Gelder trat mehr und mehr in den Hintergrund. Somit entfielen auch die Verwahrgebühren. Stattdessen gab es fortan für das eingelegte Geld Zinsen. Dieses System funktionierte Hunderte von Jahren bis heute.

Damit ist nun offenbar Schluss. Die von der Europäischen Zentralbank vor einiger Zeit eingeführten Minuszinsen (Strafzinsen) werden nun Stück für Stück von den Geschäftsbanken an die Einleger weitergereicht. Anfangs betraf es nur Unternehmen und Großanleger. Inzwischen werden die Kreise größer und die Zahl der Banken, die Strafzinsen verlangen, nimmt ständig zu. Inzwischen befindet man sich in „guter Gesellschaft“ und der Begriff „ Verwahrgebühr“ klingt natürlich auch wesentlich gefälliger, als „Strafzinsen“. Insgesamt befürchten Fachleute eine „Kettenreaktion“, nach dem Motto: „Wenn einer anfängt ziehen die anderen nach“.

Sehr stark betroffen sind die Sozialkassen und verstärkt auch die Kommunen. Beide haben Guthaben in Millionen- und Milliardenbeträgen. So hat z.B. der Gesundheitsfond, der die Krankenversicherungsbeiträge an die Krankenkassen verteilt, im vergangenen Jahr allein 5,1 Millionen Euro an Negativzinsen bezahlt. Auch die Kommunen zahlen teilweise Strafzinsen im fünfstelligen Bereich.

Wenn dieser Zustand noch länger anhält, hat das Problem Strafzinsen gravierende Auswirkungen.

Eigentlich sollten die Strafzinsen die Banken dazu veranlassen, ihre Liquidität in von Form von Krediten an die Wirtschaft zu geben.

Die allerdings scheinen hier kein sehr großes Interesse zu haben und berechnen lieber „Verwahrgebühren“.

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