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Bausparkassen in der Klemme

-Da hilft auch das BGH-Urteil nicht weiter –

Das BGH-Urteil, das die Kündigung hochverzinslicher Altverträge zulässt, verschafft den Bausparkassen eine kleine Entlastung an der Zinsfront. Das Problem, bei der anhaltenden Niedrigzinsphase mit dem Geschäftsmodell in eine gefährliche Schieflage zu geraten, ist aber damit nicht gelöst.

Das System der Bausparkassen, mit den für damalige Verhältnisse niedrig verzinslichen Einlagen (Bausparguthaben) nach einer gewissen Wartezeit ebenso niedrig verzinsliche Kredite (Bauspardarlehen) ausleihen zu können, funktionierte jahrzehntelang sehr gut. Für die Einlagen zahlte man den Bausparern zwischen 2,5% und 3,5% und für die Darlehen verlangte man im Schnitt 5 Prozent.

Insbesondere die für damalige Verhältnisse niedrig verzinslichen Baudarlehen zu einem attraktiven Festzins lockten viele Bausparer an. Darüber hinaus lockten die Bausparkassen die Sparer mit Hinweis auf die günstigen Guthabenzinsen an und stellten sogar Prämien in Aussicht, wenn der Bausparer das spätere Bauspardarlehen nicht in Anspruch nahm.

Mit der Finanzkrise und der darauf folgenden Niedrigzinsphase kam das seitherige bewährte System ins Wanken. Die früher eher am unteren Ende der Zinsscala angesiedelten Guthabenzinsen waren plötzlich höchst attraktiv und die ehemals niedrigen Darlehenszinsen wurden am Markt zu Hochzinsen und damit äußerst unattraktiv.

Aus den ehemaligen Bausparverträgen wurden reine hochverzinsliche Sparverträge und Bauspardarlehen wurden nicht mehr in Anspruch genommen.

Gegenüber dem Jahr 2000 sank das Volumen der Bauspardarlehen um fast zwei Drittel auf rund 16 Milliarden Euro, während sich die Bauspareinlagen um rund zwei Drittel auf rund 159 Milliarden erhöhten. Die Lage am Anleihemarkt mit Nullzinsen und Negativzinsen (Strafzinsen) lässt natürliche eine rentierliche Geldanlage nicht mehr zu. Die Lebensversicherer sind in einer ähnlichen Situation und können die Garantieversprechen der Vergangenheit bei dem derzeitigen Zinsumfeld auch nicht mehr verdienen.

Inzwischen versuchen die Bausparkassen gegenzusteuern und bauen Personal- und Sachkosten ab. So hat zum Beispiel der Marktführer Schwäbisch Hall eine Senkung der Personal- und Sachkosten von fünfzehn Prozent angekündigt. Durch neue Tarifmodelle mit variablen Zinsen will man in der Zukunft mehr Flexibilität erreichen. Durch das neue Bausparkassengesetz haben die Bausparkassen jetzt die Möglichkeit, auch ohne Bindung an Bausparverträge Kredite zu vergeben. Schließlich dürfen Bausparkassen auch mehr Gelder in Aktien anlegen.

Ob und inwieweit mit den Maßnahmen der Weg aus der Krise geebnet wird, bleibt abzuwarten. Die neueste BGH- Entscheidung jedenfalls kommt den Bausparkasse sicher bei der Konsolidierung sehr entgegen.

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