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Der Bau-Boom hält an

Im vergangenen Jahr haben die Bauämter 375.400 neue Wohnungen genehmigt, berichtet das statistische Bundesamt. Das sind fast 22 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel, wie zuletzt vor 18 Jahren.

Der Bau-Boom findet allerdings vor allem in den Städten statt und spiegelt letztlich den gesellschaftlichen Trend wieder. Insbesondere junge Menschen, aber auch Zuwanderer und Flüchtlinge zieht es in die Ballungszentren, weil dort die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten einfach besser sind.

Trotz der regen Bautätigkeit werden die Wohnungen in den Städten und Ballungszentren immer knapper und dadurch natürlich auch immer teurer. Zwar wurden allein im vergangenen Jahr laut Statistischen Bundesamt 173.400 neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt. Das sind rund 26 Prozent mehr als im Jahr 2015, es wird aber noch einige Zeit brauchen, bis sich das Angebot von Neubauwohnungen und Bestand der ständig steigenden Nachfrage anpasst.

Selbst bei anhaltenden Bau-Boom und einer dichteren Bebauung in den Städten werden die Mietpreise hoch bleiben. Zwar wurden allein im vergangenen Jahr 52.300 neue Wohnungen an oder in bestehenden Gebäuden genehmigt und benötigten deshalb keine überwiegend teuren Grundstücke. Die wesentlich strengeren Auflagen im Energiesparbereich verteuern jedoch die reinen Baukosten nicht unerheblich.

Zum Teil werden die gestiegenen Baukosten durch die Niedrigzinsen nach wie vor für Investoren finanzierbar. Trotzdem versuchen die Investoren und Projektentwickler, die gestiegenen Kosten durch höhere Mieten wieder rein zu holen.

In den Städten sind die Angebotsmieten im Schnitt um fast 5 Prozent gestiegen, in manchen Städten aber noch erheblich darüber. Vor allem Neubauwohnungen wurden noch über den durchschnittlichen Angebotsmieten angeboten. So liegt zum Beispiel die durchschnittliche Angebotsmiete in München bei 15,65 Euro pro qm, Neubauwohnungen werden dagegen für durchschnittliche 17,50 Euro Kaltmiete angeboten. Auch in Stuttgart ist das Verhältnis bei 12 Euro für Bestand und 14 Euro für Neubau.

Trotz der extrem hohen Bautätigkeit und der hohen Zahl an Baugenehmigungen muss man bedenken, dass genehmigte Wohnungen noch lange nicht gebaut sind. Die Firmen des Baugewerbes haben so viele Aufträge wie seit 20 Jahren nicht mehr und sind stärker ausgelastet, als in dem Bau-Boom nach der Wiedervereinigung.

Analysten gehen davon aus, dass die wirklich fertiggestellten Wohnungen erst im laufenden Jahr die Grenze von 300.000 Wohnungen überschreiten wird. Die Bundesregierung geht allerdings davon aus, dass pro Jahr mindestens 350.000 Wohnungen in den Städten nötig sind, um Angebot und Nachfrage einigermaßen auszugleichen.

Es gibt also noch viel zu tun.

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