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Das „gerupfte“ deutsche Rentensystem – das Rentenniveau ist mit das schlechteste in Europa – wo bleibt der Aufstand der Rentner ?

In Deutschland stehen die Sozialwahlen bei den Rentenanstalten bevor. Diese Wahlen kosten viel Geld und bringen gar nichts – außer das die Kosten von dem Rententopf getragen werden und zu einer anteiligen Verringerung der Renten beitragen. Die Sozialversicherungsbeiträge machen in Deutschland das größte Sparten-Milliardenvolumen aus, was gerade dazu einlädt, dass man sich daran bedient: z.B. durch unsinnige Verwaltungsaufgaben und überproportionale Verwaltungsapparate. Die deutschen Arbeitnehmer sind durch die gesetzliche Rente zudem wegen anderer versicherungsfremder Leistungen weniger gut bezahlt als in anderen europäischen Ländern. Die Sozialversicherungsbeiträge versickern offenbar in vielen kaum nachprüfbaren Kanälen, so dass der deutsche Rentner nur halb soviel Rente erhält wie z.B. ein vergleichbarer österreichischer Rentner. Das ergab eine Begutachtung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. So erhielten etwa langjährig versicherte Männer, die 2016 in Deutschland neu in Rente gingen, eine monatliche Altersrente von im Schnitt Euro 1.050,-. In Österreich kam ein vergleichbarer Neurentner dagegen auf Euro 1.560,-  bei 14 Rentenzahlungen pro Jahr. Das sind fast 70 % mehr Rente, als ein deutscher Rentner bezieht.

In der FAZ konnte man lesen: „Auch für die aktuell Beschäftigten sind die Rentenperspektiven in Österreich wesentlich besser als in Deutschland. In Österreich gibt es zwar mit 22,8 Prozent des Bruttoarbeitslohns höhere Beiträge für die gesetzliche Rente, weil sich die Altersversorgung nach wie vor weitgehend auf die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung (GRV) stützt. In die Rentenkassen zahlen in Österreich zudem auch die Selbständigen ein und schrittweise werden auch die Beamte einbezogen. In der BRD wurden umgekehrt in den letzten dreißig Jahren die selbständigen Freiberufler in eigene berufsständische Versorgungssysteme ausgelagert. Das führte zu einer Zerstückelung der Rententöpfe mit großen Nachteilen für abhängig Beschäftigte. So bekommen heute die Freiberufler bei gleichen Beitragsleistungen wesentlich höhere Renten ( weil ihre Versorgungssysteme nicht mit versicherungsfremden Leistungen belastet sind ). Und die Beamten bekommen als Staatspensionäre fast die doppelte Rente als der gesetzliche Rentner. Deshalb müssten eigentlich die über zwanzig Millionen Rentner in Deutschland den Aufstand wagen !

In Deutschland wird hingegen die Versorgungsleistung zum Teil den Bürgern auch bei prekären Beschäftigungsverhältnissen  überlassen, um den Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stabilisieren ( = Wahlkampftrick ). Deutsche Rentner sind deshalb schlechter abgesichert als Österreicher. Die FAZ: „Deutsche Arbeitnehmer müssten aber mit 18,7 Prozent nur dann weniger für die Altersvorsorge aufwänden, wenn die vier Prozent Beitragssatz zur zusätzlichen Riester-Vorsorge nicht mit eingerechnet würden. Obwohl die österreichischen Arbeitgeber mit 12,55 Prozentpunkten einen höheren Anteil des Rentenbeitrags trügen als in Deutschland, sei die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs seit Beginn der Reformen dennoch günstiger gewesen als die Deutschlands“. Aber der Kern des Problems ist, dass die Rentenkassen immer wieder mit versicherungsfremden Leistungen geplündert werden.

Einen wichtigen Grund für das schwächere Abschneiden des deutschen Alterssicherungssystems sehen die Wissenschaftler auch darin, dass sich „die unrealistischen Erwartungen an den teilweisen Umstieg auf eine rein private Kapitaldeckung nicht erfüllt hätten. Die deutlichen Reduzierungen in der gesetzlichen Rente auf demnächst nur noch 42 % des letzten Nettolohns würden durch die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Rente oft nicht ausgeglichen“. Erstens erreiche weder die betriebliche noch die Riester-Rente alle Beschäftigten. Von der Riesterrente hat der Arbeitnehmer nur etwas, wenn er mindestens neunzig Jahre alt wird. Aussicht auf eine betriebliche Rente haben nur die Hälfte aller Arbeitnehmer. „Knapp 30 Prozent aller Arbeitnehmer seien allein auf die gesetzliche Rente angewiesen. Dies treffe besonders für Beschäftigte mit niedrigen Einkommen zu, obwohl diese eine zusätzliche Absicherung besonders nötig hätten. Zudem brächten viele Riester-Verträge nicht die notwendigen Renditen, nicht zuletzt weil der Garantiezins von vier Prozent im Jahr 2000 auf mittlerweile nur noch 1,25 % p.a. gefallen ist.

Ein sogenannter „Standardrentner“ könne laut OECD-Projektion in Österreich von einem Netto-Rentenniveau von 91,6 Prozent ausgehen, in Deutschland seien es – zur Zeit noch – nur 48 Prozent. Dieser Prozentsatz wird weiter absinken und über die Hälfte aller Rentner in die Sozialhilfe – sprich – Grundsicherung – treiben. Damit liegt Deutschland unter den OECD-Staaten am unteren Rand. Die deutschen Rentner werden somit zu staatlichen Bittstellern und „öffentlich-rechtlichen“ Bettlern gemacht. Es ist besser die Aufstockung in Höhe der Grundsicherung nicht durch die kommunalen Sozialämter auf Antrag vornehmen zu lassen, sondern direkt durch die Rentenkassen ohne einen „Bettler-Antrag“.

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