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Bankensterben und die Abschaffung von Bargeld

– Sind wir bald total abhängig vom bargeldlosen Zahlungsverkehr? –

Die aktuelle Statistik der Deutschen Bundesbank zeigt, dass die Zahl der Banken stetig abnimmt. Und dieser Prozess geht immer schneller. Banken fusionieren und Filialen werden geschlossen, insbesondere auf dem Land.

Im Jahr 1990 gab es in Deutschland noch mehr als 4.000 Banken. Um das Jahr 2000 herum waren es nur noch rund 3.000 und im vergangenen Jahr waren es schon deutlich unter 2.000. Genau gesehen 1.888. Das sind 72 Banken oder 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Sicher ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Erträge der Banken aus dem zinsabhängigen Geschäft stetig schrumpfen lässt, mit ein Grund für das Bankensterben. Die Banken finden immer weniger Ertragsquellen, um den enormen Kostendruck aufzufangen. Aber das allein kann nicht der Grund sein, denn sonst hätte der Prozess erst in den vergangenen Jahren einsetzen müssen und nicht schon in den 90er Jahren.

Neben der Schrumpfung durch Fusionen, insbesondere im Bereich der Volks- und Raiffeisenbanken, aber auch bei den Sparkassen, wirkt sich natürlich die Schließung von Bankfilialen insbesondere auf dem Land auf die Versorgung der Kunden mit Bankdienstleistungen aus. Zwar gibt es zur Zeit noch rund 32.000 Bankstellen. Aber die Zahl sinkt stetig – und zwar rasant.

Mit der Schließung der Bankfilialen geht meistens auch der Abbau der Geldausgabeautomaten einher. Insbesondere auf dem „flachen Land“ sind die Kunden auf längere Wege in eine der größeren Gemeinden angewiesen, wobei niemand weiß, wie lange da noch eine Filiale und/oder ein Geldausgabeautomat besteht.

Es gibt Anbieter, die die Lücken im Netz der Geldausgabeautomaten schließen. Allerdings werden da oftmals saftige Gebühren für die Abhebung verlangt.

Die Zahl der Kunden, die bargeldlos bezahlen, nimmt ständig zu. Inzwischen wird jeder zweite Einkauf mit Karte bezahlt. Auch die Nutzung von Online-Banking steigt stetig. Es gibt viele neue Modelle für bargeldlose Zahlungen. Neben der Bezahlung mit dem Handy sind bereits Modelle in Schweden im Einsatz, die eine Bezahlung mit einem Chip möglich machen, der am Körper getragen wird und alle persönlichen Daten gespeichert hat.

Das alles sind sicher gute Möglichkeiten für die Zukunft. Man darf aber nicht vergessen, dass gerade viele ältere Menschen nicht mit der bargeldlosen Zahlung zurechtkommen und auch das Internet-Banking nicht beherrschen.

Wer sein Leben lang mit Bargeld gelebt hat, der möchte und sollte es auch weiterhin können.

Deshalb können wir und sollten wir auch nicht tatenlos zusehen, wenn einige „Weltverbesserer“ das Ende des Papiergeldes einläuten wollen.

Wenn man dann noch an die Hackerangriffe der letzten Zeit denkt, die wieder einmal die Verwundbarkeit der Systeme aufgezeigt haben, dann sollte man sich die Frage stellen, wie wir dann ohne Bargeld Leistungen und Zahlungen abwickeln wollen.

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