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Gibt es eine Wende in der Geldpolitik?

– Die EZB sendet erste Signale –

Seit Monaten fordern Teile von Wirtschaftsfachleuten eine Abkehr von der „ultralockeren“ Geldpolitik. Das hatte bisher die Währungshüter um Präsident Mario Draghi wenig beeindruckt.

Nun sehen Fachleute erste Signale für einen Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik. Dabei gibt es keinerlei klare Aussagen der Zentralbank. Aber inzwischen reichen für viele bereits feine Nuancen in der Formulierung von Presseerklärungen aus.

Nach einer Sitzung des Zentralbankrats in Tallin beschrieb der EZB-Präsident die Wachstumsrisiken für den Euroraum als „weitgehend ausgeglichen“. Seither sprach der immer von „abwärts gerichteten“ Wachstumsrisiken. Allerdings hält er ein außergewöhnliches Maß an geldpolitischer Unterstützung immer noch für nötig.

Als weiteren Hinweis auf eine Umkehr der seitherigen Politik des billigen Geldes sehen Experten darin, dass die EZB in ihrer Erklärung nicht von weiteren möglichen Zinssenkungen spricht. In der Erklärung heißt es, der EZB-Rat gehe davon aus, dass die Zinsen “für längere Zeit…. auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden.“ Der sonst übliche Zusatz „… oder auf einem niedrigeren Niveau“ entfiel.

Obwohl es wie gesagt keine klaren Aussagen über den weiteren Kurs der Europäischen Zentralbank gibt, reichen diese „ kleinen“ aber „feinen“ Nuancen in der Formulierung aus. Viele sehen darin bereits einen zweiten Hinweis auf einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. Einen ersten Hinweis haben viele bereits gesehen, nachdem die Notenbank seit April nicht mehr für 80 Milliarden Wertpapiere kauft sondern nur noch für 60 Milliarden.

Der Bankenverband BdB begrüßte den Hinweis in Richtung „Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik“ sprach aber von „Trippelschritten“. Man hätte sich ein entschlosseneres Vorgehen gewünscht, so BdB – Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. Für die Finanzmärkte stellt sich immer mehr die Frage nach weiteren Schritten der EZB. Neben einem schrittweisen Zurückfahren des Ankaufsprogramms besteht auch bei den Negativzinsen Handlungsbedarf. Wenn Zinserhöhungen erst nach Beendigung des Ankaufprogramms für die EZB eine Option sind, dann solle wenigstens ein Freibetrag für die Überschussliquidität der Geschäftsbanken geschaffen werden, meinte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands.

Experten gehen davon aus, dass  die noch sehr kleinen „Hinweise“ in den Erklärungen der EZB die Finanzmärkte allmählich auf einen Kurswechsel vorbereiten sollen. Selbst wenn man an den Märkten schon länger auf Signale für einen Kurswechsel in der Geldpolitik wartet, so weiß man auch, dass eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes nicht von heute auf morgen geht. Ein plötzliches Ende der milliardenschweren Anleihekäufe und eine unerwartete Zinserhöhung würde massive Turbolenzen an den Finanzmärkten auslösen.

Insofern ist das Setzen von Signalen, sei es auch nur in „Trippelschritten“ sicher kein falscher Weg.

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