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Die Wirtschaft boomt – aber Investitionen und Innovationen stagnieren.

Das Kieler Institut für Wirtschaft sieht Deutschland inzwischen an der Schwelle zur Hochkonjunktur.

Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr um 1,7 Prozent steigen und in 2018 sogar um 2,0 Prozent. Wenn man die hohe Zahl von Feiertagen in 2017 berücksichtigt, läge der Anstieg ohne die häufigen Feiertage auch in diesem Jahr wahrscheinlich bei 2,0 Prozent.

Nach Meinung des Instituts wächst die Wirtschaft gegenwärtig schneller, als langfristig und nachhaltig möglich ist. Damit wächst die Gefahr eines Rückschlags.

Im Moment befindet sich alles auf Rekordhöhe. Das betrifft sowohl die Beschäftigung als auch den Export und die Staatseinnahmen.

Die Stimmung in den Unternehmen ist bestens und die Zuversicht der Ökonomen scheint keine Grenzen zu haben. Die Prognosen lauten weitgehend, es geht so weiter.

Aber so rosig, wie man meinen könnte, scheint die Zukunft nicht zu sein. Die Bilanz der deutschen Wirtschaft ist nicht makellos. Es wird viel zu wenig investiert.

Die Warnungen der Ökonomen stammen nicht erst von gestern sondern bestehen schon eine ganz Weile. Getan hat sich bis jetzt nichts. Die Investitionen seien eher „mickrig“ meinen viele Fachleute.

Obwohl die Unternehmen so große Gewinne machen, wie selten zuvor, nehmen die Investitionen in neue Maschinen und Computer stetig ab.

Aus ökonomischer Sicht sind die mangelnden Investitionen schlecht erklärbar. Hohe Gewinne, eine dadurch gute bis sehr gute Liquidität, niedrige Zinsen und beste Zukunftsaussichten sind doch beste Voraussetzungen für Investitionen.  Fragt man Unternehmen nach Gründen für die Zurückhaltung, verweisen viele auf die weltpolitische Lage. Weltweit Konfliktherde, eine unberechenbare Politik in Amerika, der Brexit, die Eurokrise und die ungelösten Flüchtlingsprobleme erschweren Wirtschaftsprognosen und hemmen die Bereitschaft zu investieren.

Die hohe Kapazitätsauslastung spricht eigentlich für einen Ausbau des Maschinenparks. Früher haben die Betriebe immer dann mehr investiert, wenn die Kapazitätsauslastung bei rund 82 Prozent lag. Heute liegt sie bei 86 Prozent, und es tut sich nichts. Bislang horten die Unternehmen lieber ihr Geld, stärken ihr Eigenkapital, nehmen Aktienrückkäufe vor oder schütten üppige Dividenden an ihre Aktionäre aus. Auch grenzüberschreitende Fusionen oder Übernahmen haben zugenommen. Die Anlagen an ausländischen Finanzmärkten haben ebenfalls zugenommen. Inzwischen ist Deutschland auch beim Kapitalexport „Weltmeister“. Allein 2016 flossen insgesamt 266 Milliarden Euro an Kapital ab. Das hätte man auch, zumindest zum Teil, in Deutschland investieren können.

Aber auch bei den Innovationen ist Deutschland nur Mittelmaß. In der Statistik der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WiPo) steht Deutschland nur an Platz 9, ist allerdings von vorher Platz 10 vorgerückt und liegt hinter der Schweiz, Schweden, den Niederlanden, der USA, Großbritanien, Dänemark, Signapur und Finnland.

Wenn das „kleine Wirtschaftswunder“ noch kommen soll, dann müsste sich bei den Investitionen und Innovationen spätestens im Jahr 2018 viel tun. Hält die Investitionsschwäche an, kann Deutschland schnell den Anschluss verlieren.

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