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Wer wird Europas neuer größter Bankplatz?

– Die Banken in London bereiten sich auf den Brexit vor –

Die Zeit drängt, denn bis zum 14. Juli müssen die Banken in London der britischen Notenbank mitteilen, welche Pläne sie für den „Brexit“ haben und wie sie sich auf den Austritt der Briten aus der Europäischen Union vorbereiten.

Um den Zugang zum Binnenmarkt zu behalten, könnten die Geldhäuser Tausende von Jobs auf das Europäische Festland verlegen. Zudem plant die EU, dass die Geldhäuser ihre Handelsgeschäfte bald der EU-Kontrolle unterwerfen.

Deshalb geht natürlich in der Londoner City, wo die Geldhäuser angesiedelt sind, die Angst um, den Job zu verlieren oder den Wohnsitz zu verlegen.

Wie nicht anders zu erwarten, hat natürlich zwischen den Europäischen Finanzmetropolen ein regelrechter Wettkampf um die Standorte für die Verlegung der Konzerne und der damit verbundenen Arbeitsplätze begonnen.

Neben Frankfurt, dass sich die größten Chancen ausrechnet, den Großteil des „Kuchens“ zu bekommen, macht sich auch Dublin große Hoffnungen. Dabei stellt Dublin seine Vorzüge in den Vordergrund und verweist auf die gemeinsame Sprache, auf die gleiche Zeitzone, ein ähnliches Rechtssystem, viele Flugverbindungen und last but not least auf einen Steuersatz von 12,5 Prozent auf die Unternehmensgewinne.

Viele sehen allerdings Frankfurt bereits als Gewinner im Wettlauf um die Standorte. Neben der britischen Großbank Standard Chartered, die ihre Europa-Zentrale in Frankfurt ansiedeln will, haben sich auch die japanische Investmentbank Nomura und der japanische Wertpapierhändler Daiva für Frankfurt entschieden. Japans drittgrößte Bank Sumitomo Mitsui Financial Group plant eine Tochter in Frankfurt. Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley lassen erkennen, dass die Wahl durchaus auf Frankfurt fallen könne.

Nicht zu erkennen ist allerdings, wie viele Stellen, wohin auch immer, verlagert werden. Es wird allgemein erwartet, dass zunächst nur die Verwaltungen umgesiedelt werden. Ob und wann dann auch Kundenbetreuer umziehen müssen, dürfte im Moment noch offen sein. Der Verband der Auslandsbanken rechnet damit, dass in den kommenden zwei Jahren rund 3000 bis 5000 Arbeitsplätze entstehen könnten. Optimisten in Frankfurt dagegen rechnen mit bis zu 10.000 neuen Stellen.

Als weitere Mitwettbewerber treten noch Paris, Mailand und Luxemburg auf. Ihnen werden allerdings weniger Chancen eingeräumt.

Egal wie das Rennen ausgeht, der Immobilien-Markt in Frankfurt ist natürlich mit Blick auf die zu erwartenden neuen Arbeitsplätze und dem damit verbundenen Bedarf an Büro- und Wohnraum heftig in Bewegung geraten.

Bei allen Sorgen um die Verlegung von Tausenden von Arbeitsplätzen gibt es ein Technikproblem, das die befürchtete Massenflucht der Banken verhindern könnte. London hat gegenüber den konkurierenden neuen Standorte einen Vorteil, den Zugang zum neuen ultraschnellen Glasfasernetz für den Computerhandel. An der britischen Westküste kommen die wichtigsten Unterseekabel des globalen Internets an. Sollten die Geldhäuser nach dem Brexit auf das Festland ziehen, müsste man Anschlüsse an das ultraschnelle Netz herstellen. Für Paris, Amsterdam oder Brüssel wäre das noch denkbar. Frankfurt, Zürich oder Mailand hätten da eher wenig Möglichkeiten.

Nach einer Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BiZ) werden rund 84 Prozent der weltweiten Euro-Devisengeschäfte außerhalb der Eurozone abgewickelt. Insofern wird die Abwanderung von Handelsgeschäften aus London, wenn überhaupt, nur allmählich stattfinden.

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