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Begriffserläuterung der Kapitalverwaltungsgesellschaft gem. § 17 Abs. 1 Kapitalanlagegesetzbuch ( KAGB )

Insbesondere Immobilienunternehmen können durch die Verwaltung von Objektgesellschaften als Tochtergesellschaften unversehens zu BaFin-pflichtigen Kapitalverwaltungsgesellschaften werden. Kapitalverwaltungsgesellschaften sind gem. § 17 Abs. 1 Satz 1 des Kapitalanlagegesetzbuches ( KAGB ) Unternehmen mit satzungsmäßigem Sitz und Hauptverwaltung im Inland, deren Geschäftsbetrieb ( auch ) darauf gerichtet ist, inländische Investmentvermögen, EU-Investmentvermögen oder ausländische AIF ( Alternative Investment-Fonds ) zu verwalten. Dazu hat die BaFin am 03. Febr. 2017 ein Auslegungsschreiben veröffentlicht:

https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Konsultation/2017/dl_kon-0117_Vermerk_Auslegungsschreiben_WA4.pdf?__blob=publicationFile&v=5 

Das KAGB kennt grundsätzlich zwei Arten von Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen): Die interne und die externe KVG. Bei der internen KVG verwaltet sich der Alternative Investment-Fonds ( AIF ) selbst. Bei der externen KVG verwaltet eine eigenständige Verwaltungsgesellschaft (entsprechend dem früheren Emissionshaus) ein oder mehrere eigene AIF-Fonds. Die externe  Kapitalverwaltungsgesellschaft übernimmt dies als externer Dritter beziehungsweise als Dienstleister.

Durch den Abschluss eines Fremdverwaltungsvertrages überträgt eine AIF-Investmentgesellschaft einer Kapitalverwaltungsgesellschaft sämtliche Tätigkeiten der kollektiven Vermögensverwaltung und erteilt ihr eine vollumfängliche zivilrechtliche Vollmacht. Gemäß §1 Abs. 19 Nr. 24 KAGB fallen unter den Begriff der kollektiven Vermögensverwaltung neben der Portfolioverwaltung und dem Risikomanagement auch administrative Tätigkeiten, Vertrieb und Tätigkeiten im Zusammenhang mit den Vermögensgegenständen des Unternehmens, das als Alternativer Investment-Fonds ( AIF ) gilt.

Die Kapitalverwaltungsgesellschaften ( KVG ) müssen je nach Ausgestaltung unter anderem als AIF-Fonds mindestens Euro 300.000,- beziehungsweise als externe KVG Euro 125.000,-  Anfangskapital nachweisen. Außerdem müssen sie über eine angemessene Organisation und eine zuverlässige und fachlich geeignete Geschäftsleitung verfügen (Solvenzaufsicht). So ist erfordelrich, dass die KVGen über zwei von der BaFin zugelassene Geschäftsleiter verfügen. Diese Geschäftsleiter müssen Erfahrungen aus einer früheren leitenden Tätigkeit über mindestens drei Jahre und einschlägige Kompetenz in dem relevanten Anlage- und Aufgabenbereich (Risikomanagement oder Portfoliomanagement) nachweisen. Sie bedürfen eines einwandfreien polizeilichen Führungszeugnisses und die Straffreiheit in der Vergangenheit ist ebenso Voraussetzung wie die fachliche Eignung.

Das Marktverhalten der AIF-Fonds und der KVGen wird ebenfalls nach dem KAGB überwacht (Marktaufsicht). Bei Investmentfonds, die in Deutschland aufgelegt werden, nimmt die BaFin auch die Produktaufsicht wahr. So genehmigt sie beispielsweise die Anlagebedingungen von Publikumsfonds. Außerdem haben KVGen eine Reihe von Anlagevorschriften zu beachten.

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