Home > Uncategorized > Viele Ökonomen rechnen mit einem Ende der lockeren Geldpolitik im September

Viele Ökonomen rechnen mit einem Ende der lockeren Geldpolitik im September

– Das wird die Finanzminister der Euro-Staaten nicht erfreuen –

Einer Umfrage von Reuters nach rechnet die Mehrheit der befragten Ökonomen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im September erste Schritte in Richtung eines Ausstiegs aus der „ultralockeren“ Geldpolitik einleitet.

Das Thema war schon in den vergangenen Wochen immer wieder im Gespräch, nachdem der EZB-Chef Mario Draghi nach Sitzungen des EZB-Rats mehrfach Äußerungen machte, die von Experten dahingehend interpretiert wurden. Zwar wurden die Äußerungen immer umgehend relativiert. Gleichwohl blieb die Meinung bestehen, dass das Ende der seitherigen Geldpolitik der EZB zu erwarten ist.

Die neueste Umfrage von Reuters ergab jetzt, dass 72 Prozent der Experten davon ausgeht, dass die EZB im September mit dem „Abschmelzen“ der billionenschweren Käufe von staatlichen Anleihen beginnt, entweder gegen Null aber zumindest mit einer deutlichen Verringerung.

Nur 18 Prozent der befragten Ökonomen erwarten, dass die Währungshüter erst im Oktober oder danach Entscheidungen über die Ankäufe der Staatlichen treffen wird.

Egal wie, insgesamt glaubt kaum jemand daran, dass die seitherige Geldpolitik in der Zukunft noch fortgeführt wird. Uneinig ist man bestenfalls über Umfang und Zeitpunkt der Lockerung der seitherigen Politik der EZB.

Auch in den USA wird im September mit Änderungen der Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) gerechnet. Experten erwarten, dass das riesige Portfolio der in den vergangenen Jahren nach der Finanzkrise massenhaft angekauften Wertpapiere (immerhin 4,5 Billionen Dollar) zurückgeführt wird. Auch mit einer Erhöhung des Leitzinses wird gerechnet. Für die Finanzmärkte bedeuten die Erwartungen der Experten natürlich Unruhe und Skepsis.

Und Skepsis gibt es sicher auch bei den Finanzministern der Euro-Staaten. Schließlich profitierten sie seither von der ultralockeren Geldpolitik durch milliardenschwere Einsparungen bei den Zinsen. Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank haben die Staaten seit 2008 in der Eurozone fast eine Billion Euro an Zinsen eingespart. Dabei wurde zum Beispiel allein Deutschland mit zusammengerechnet rund 240 Milliarden entlastet.

Noch höher fiel die Entlastung in Italien aus. Hier lag die Einsparung durch die niedrigen Zinsen bei fas 10,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BiP). Ähnlich hoch lagen die Entlastungen bei Frankreich, Belgien, Österreich und den Niederlanden. Für Deutschland bedeutet die Einsparung immerhin auch rund 7,5 Prozent des BiP.

Da ein Anstieg der Zinsen vorerst nur moderat ausfallen wird, werden die Staatsfinanzen der Euro-Staaten auch in Zukunft noch weiter entlastet werden. Gleichwohl mahnen Experten die Finanzpolitiker, eine entsprechende Vorsorge für steigende Zinsen zu treffen.

Während sich Banken und Anleger sicher über steigende Zinsen freuen werden, sind Kreditnehmer und Finanzminister bestimmt nicht sehr erfreut.

Des einen Freud, des anderen Leid.

Advertisements
Categories: Uncategorized
  1. No comments yet.
  1. No trackbacks yet.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s

%d bloggers like this: