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Kapitalanlagen sind trotz Prüfung und „Aufsicht“ durch die BaFin immer mit Risiken behaftet

BaFin-Prospekte und Börsenzulassungs-Prospekte sind aufgrund umfangreicher bürokratischer Pflichten sehr speziell, kaum lesbar und wegen Fachbegriffen und Expertensprache meist für Laien und sogar für einen Allgemeinjuristen unverständlich. Ein Anleiheprospekt einer deutschen Bank hatte z.B. allein 150 Seiten Risikobelehrung. Doch auch wenn es mühsam erscheint, sollten Anleger sorgfältig die in Prospekten enthaltenen Anlagebedingungen und Finanzplanungen sowie die Informationen zu den Risiken der Kapitalanlage, zur Anlagestrategie und zur Mittelverwendung lesen. Die Risiken bleiben offenkundig. Die Risikobelehrungen der Emittenten dienen vornehmlich der Enthaftung der Unternehmen bei Fehlschlägen.

Anleger sollten dabei immer wissen, dass die BaFin einen Prospekt nicht daraufhin prüft, ob die Anlage werthaltig oder der Anbieter seriös und finanziell solide ist. Die Kapitalmarktaufsicht BaFin prüft auch nicht, ob die Angaben im Prospekt inhaltlich richtig sind. Billigt die BaFin einen Prospekt, heißt das nur, dass dieser die gesetzlich geforderten Mindestinformationen zum Anbieter und zum Produkt enthält. Es bedeutet aber nicht, dass die BaFin das Unternehmen oder sein Geschäftsmodell abgesegnet oder gar zugelassen hat. Die Prospektprüfung ist kein Gütesiegel und keine Erlaubnis der Geschäftstätigkeit – auch wenn Emittenten mitunter etwas anderes bekunden. Gleichzeitig tummeln sich in allen Marktsegmenten der Kapitalmärkte leider auch dubiose und unseriöse Anbieter. Gerade kleine und mittlere Anbieter wollen zu Recht oft lediglich die hohen Kosten für einen über 100 Seiten langen Prospekt und die mit einer BaFin-Prospektbilligung verbundenen Gebühren von durchschnittlich über Euro 10.000,- vermeiden. So ist das Prospektrecht leider zu einem „Bürokratiemonster“ mit Genehmigungsdauern von Prospekten bis zu achtzehn Monaten und  kaum abschätzbaren Kosten verkommen. Prüfungsgebühren sind in den letzten Jahren von max. Euro 1.000,- auf bis zu Euro 15.000,- pro Finanzinstrument angestiegen. Wer z.B. ein Nachrangdarlehen nur mit zwei verschiedenen Laufzeiten begeben will, muss doppelte BaFin-Billigungsgebühren bezahlen.

Eine fortlaufende Aufsicht der BaFin oder Geschäftskontrolle gibt es über die BaFin-prospektgeprüften Unternehmen nicht. Es gibt nur eine statische Vollständigkeitskontrolle ohne “Richtigkeits-Überprüfung”. Auch solide mittelständische Industrieunternehmen finanzieren sich aus Kosten- und Zeitgründen im Rahmen der gesetzlichen Bereichsausnahmen über den „kleinen (grauen) Kapitalmarkt“; innovative Start-up-Unternehmen versorgen sich dort mit Gründungskapital und das Kapital für die Energiewende wird teilweise ebenfalls auf diesem freien Kapitalmarkt eingeworben, um die eigene Eigenkapitalversorgung in Ergänzung zur Bankkreditversorgung zu gewährleisten. Zur Erfüllung von notwendigen Eigenkapitalquoten ist der “kleine Kapitalmarkt” als Risikokapitalmarkt in einer freien Marktwirtschaft und gerade auch für die Banken unverzichtbar. Ein Großteil der Bankkreditgeschäfte würde gar nicht zustande kommen, wenn sich die Unternehmen nicht vorher über öffentliche Beteiligungsangebote mit dem erforderlichen Eigenkapital nach Basel III eindecken könnten.

Der graue oder freie Kapitalmarkt ist der teilweise unregulierte, aber legale Teil des Kapitalmarkts. Er steht nicht direkt unter staatlicher Aufsicht, aber stets unter staatlicher Beobachtung, denn der freie Kapitalmarkt muss vielfältige gesetzliche Regeln beachten. Dort tätige Unternehmen benötigen zwar nicht immer eine Erlaubnis der BaFin, müssen aber eine Reihe von gesetzlichen Vorgaben ( Prospektgesetze, KWG etc. ) einhalten und erfüllen.

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