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Archive for February, 2013

Wege und Formen der Marktfinanzierung, 8. Teil

von Dr. jur. Lutz WERNER

Beteiligungskapital durch industrielle Investoren

Eine wichtige Quelle für Beteiligungskapital im Rahmen der kommerziellen Beteiligungsgesellschaften sind strategische Investoren aus der Industrie. Hierbei handelt es sich meist um Unternehmen aus der Branche, die sich an Unternehmen zur Abrundung der Produktpalette oder Verlängerung der Wertschöpfungskette beteiligen.

Neben Partnern ohne professionelle Investorenstruktur (z. B. Wettbewerber, Lieferanten und Kunden) spielen hier vor allem große Industrieunternehmen bzw. Beteiligungsgesellschaften, deren maßgebliche Gesellschafter industrielle Großunternehmen sind, eine überragende Rolle.

1.Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften
Beteiligungsgesellschaften, die zu Konzernen gehören und vorrangig strategische Konzerninteressen verfolgen, werden Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften genannt.

Konzerne setzen Corporate Venture Capital gezielt als Instrument für eine aktive Konzernentwicklung und zur Wahrung strategischer Konzerninteressen ein. Erfolgreiche CVC-Gesellschaften erzielen für ihre Mutterkonzerne zwei entscheidende Vorteile: Sie bieten eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital und zugleich den Zugang zu neuen Technologien (sog. „Window on Technology“) bzw. Kundenkreisen.

Für mittelständische Unternehmen kann Corporate Venture Capital ein wichtiger Bestandteil der Innovationsfinanzierung sein. Darüber hinaus werden sie meist beim Aufbau der Vertriebsorganisation unterstützt, erhalten Infrastrukturen für Produktion und Forschung bzw. kommen in den Genuss des Einkaufvorteils großer Konzerne. Viele CVC-Gesellschaften stellen für einen begrenzten Zeitraum erfahrene Manager zur Verfügung und verfügen darüber hinaus über ein Netzwerk an Unternehmensberatern, Rechtsanwälten, Banken und Wirtschaftsprüfern.

2.Unternehmensbeteiligungsgesellschaften
Das Problem der Eigenkapitalbeschaffung für nicht börsennotierte Unternehmen veranlasste den Gesetzgeber im Jahr 1986 zur Verabschiedung eines Gesetzes, das die Gründung sogenannter Unternehmensbeteiligungen (UBG) fördern sollte. UBG sind Aktiengesellschaften, deren Gegenstand ausschließlich der Erwerb, die Verwaltung und Veräußerung von Anteilen oder stillen Beteiligungen an deutschen Unternehmen ist, deren Anteile weder an der Börse noch an einem sonstigen organisierten Markt gehandelt werden. Die Tätigkeit der Unternehmensbeteiligungsgesellschaften ist durch gesetzliche Kapitalanlage- und -beschaffungsgrundsätze genau geregelt. Vorgeschrieben sind beispielsweise Einzelheiten zum Erwerb von Anteilen, die Kreditaufnahme und unzulässige Möglichkeiten der eigenen Refinanzierung (z. B. Schuldverschreibungen, Genussscheine).

3.Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaften
Mit dem Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRa KG) vom 12.08.2008 wurde das Kapitalbeteiligungsgesetz (WKBG) geschaffen und eine Reform der Unternehmensbeteiligungsgesellschaften eingeleitet.

Diese Gesetze sehen eine gezielte Förderung von Kapitalbeteiligungen an jungen und mittelständischen Unternehmen vor. Parallel zum Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen wurde ein Gesetz zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken (Risikobegrenzungsgesetz) umgesetzt.

Für mittelständische Unternehmen spielt privates Beteiligungskapital eine besonders wichtige Rolle. Daher wurde durch das MoRaKG die Bestimmungen des Unternehmensbeteiligungsgesetzes (UBGG) angepasst und auf diese Weise die Rahmenbedingungen für den gesamten Bereich der Mittelstandsfinanzierung verbessert- So wird der Begriff der Wagniskapitalbeteiligung erweitert. Künftig entfallen daher rechtsformabhängige Beschränkungen für die Kapitalanlage, so dass auch Beteiligungen an einer OHG oder einer GbR zulässig sind. Gleiches gilt für europäische oder ausländische Rechtsformen, die mit den im Gesetz aufgeführten deutschen Rechtsformen vergleichbar sind.

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Wege und Formen der Marktfinanzierung, 7. Teil

von Dr. jur. Lutz WERNER www.hi-tech-media.de

Finanzierung über Venture-Capital-Gesellschaften und Private-Equity-Gesellschaften

1. Venture-Capital-Gesellschaften (Frühphasenfinanzierung):

Venture-Capital-Gesellschaften (VC-Gesellschaften) sind eine spezielle Ausprägung der Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Der markanteste Unterschied zu anderen Kapitalbeteiligungsgesellschaften ist die schwerpunktmäßige Beteiligung an vornehmlich jungen Unternehmen, die sich noch in der Vorgründungs- und Gründungsphase befinden und in wachstumsstarken Branchen agieren. VC-Gesellschaften haben weniger ein Interesse am laufenden Gewinn der Unternehmen als an einer erheblichen Wertsteigerung der Beteiligung bis zum möglichst zeitnahen Exit. Diese Spezialisierung auf die Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen bringt für die Beteiligungsgesellschaften ein hohes Risiko mit sich, welches sich in extrem hohen Renditeerwartungen niederschlägt. Dabei können am Markt Vorgaben von 20 bis 40 % p.a. sowie noch deutlicher darüber liegende Renditevorstellungen beobachtet werden.

Dementsprechend unterliegen Finanzierungsanfragen bei VC-Gesellschaften einem noch stärkeren Selektionsprozess als bei anderen Beteiligungsgesellschaften. Unternehmen, die nicht aus wachstumsstarken Branchen wie der Informations-. Telekommunikations- und Biotechnologie stammen, haben nur eine geringe Chance auf ein Engagement. Die größten Chancen können sich gegenwärtig Unternehmen in den Branchen Telekommunikation und Informationstechnologie, Internet/Medien, Medizin- und Biotechnologie, Nano-/Mikro-Technologie, New Materials, Elektronik, Sensoren und Optoelektronik ausrechnen. Im Hinblick auf die bevorzugten Entwicklungsphasen der eingegangenen Beteiligungen liegt die Start-up- und First-stage-Finanzierung nach einer Phase der andauernden Zurückhaltung in der Gunst der institutionellen VC-Investoren aktuell erstmals wieder vor der Expansionsfinanzierung. Unternehmen in der Seed-Phase werden dagegen nach wie vor kaum unterstützt.

2. Private-Equity-Gesellschaften (Spätphasenfinanzierung):

Im Gegensatz zu VC-Gesellschaften sind Private-Equity-Gesellschaften (PE-Gesellschaften) bei der Auswahl der Beteiligungsunternehmen tendenziell risikoscheuer. Sie fördern hauptsächlich langjährig bestehende große Unternehmen, die im Rahmen der Expansions- und Wachstumsfinanzierung eine laufende Rendite in Höhe von etwa 15 bis 30 % bezogen auf die gesamte Laufzeit der Beteiligung erwarteten lassen. Angesichts der Transaktionskosten interessieren sich Private-Equity-Gesellschaften zumeist für Investitionsvolumen ab 5 bis 10 Mio. €.

Institutionelle Private-Equity-Investoren bevorzugen Unternehmen aus den Branchen Computer, Biotechnologie, Medizin, Chemie sowie Maschinen- und Anlagenbau. Darüber hinaus gibt es Private-Equity-Gesellschaften, die sich auf die Finanzierung besonderer Anlässe spezialisiert haben (z. B. MBO/MBI, Unternehmensnachfolge, Restrukturierung, zum Teil auch Sanierung). Der Exit wird nach drei bis sieben Jahren zumeist durch Trade Sale oder einen Secondary Purchase realisiert.

Stärker noch als andere PE-Gesellschaften richten Private-Equity-Fonds ihr Interesse nicht auf den breiten Mittelstand aus, sondern auf Mega-Deals im Milliardenbereich bzw. wenige Großtransaktionen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, was sich in den oft beträchtlichen Fondsvolumen widerspiegelt. Im Übrigen unterscheiden sich Private-Equity-Fonds in Hinblick auf ihr Investitionsverhalten jedoch nicht von klassischen Private-Equity-Gesellschaften.

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Lukratives Kreditgeschäft für Banken mit mittelständischen Unternehmen

Die Kreditvergabe der Banken an den deutschen Mittelstand ist aktuell äußerst lukrativ. Die Banken verdienen bei der Finanzierung mittelständischer Unternehmen derzeit richtig Geld. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Analyse des Finanzspezialisten Barkow Consulting für das Handelsblatt.

Nach dieser Studie erzielten die Kreditinstitute im vergangenen Jahr eine Rendite von rund 13 % auf das eingesetzte Kapital. Deshalb können sie sich auch großzügige Koppelungsgeschäfte mit anderen Finanzprodukten leisten. Damit ist das Firmenkundengeschäft für die Kreditinstitute äußerst lukrativ. Nach Meinung des Finanzexperten Dr. Lutz WERNER, Vorstand der Hi-Tech Media AG,  befindet sich das Finanzierungsgeschäft mit mittelständischen Unternehmen offensichtlich auf seinem Höhepunkt. Das sah während der Finanzkrise 2008/2009 noch ganz anders aus, als die Rendite nur 1,8 % betrug.

Die Banken verdienen in diesem Segment der Mittelstandsfinanzierung so gut, dass die Kreditinstitute sehr intensiv in dieses Geschäftsfeld drängen. Besonders aktiv sind dabei die Großbanken, aber auch die Landesbanken mit den Sparkassen werben sehr aggressiv. Auch ausländische Banken treten verstärkt in dem Kreditgeschäft mit deutschen Firmenkunden auf.

Der Grund, weshalb die Banken an ihren Mittelstandskunden so prächtig verdienen, liegt an der super günstigen Refinanzierung bei der Europäischen Zentralbank. Die EZB versorgt die europäischen Banken mit Geld zu Rekordniedrigstpreisen. Da die Kreditinstitute diese günstigen EZB-Konditionen nicht weitergeben, ist die durchschnittliche Rendite von 13 % gut erklärbar. Die Banken verdienen also im Kreditgeschäft gut zu Lasten ihrer mittelständischen Firmenkundschaft.

Allerdings rechnen die Experten für die kommenden Jahre mit einem eher schwierigeren Kreditgeschäft und sinkenden Margen. Das Finanzierungsgeschäft wird sich auch und besonders zum Vorteil der mittelständischen Unternehmen und ihren Finanzierungskosten entwickeln. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • höhere Eigenkapitalanforderungen an die Banken nach Basel III,
  • zunehmender Wettbewerb der Banken bei Mittelstandsfinanzierungen,
  • alternative Finanzierungsformen ohne Banken auf dem Vormarsch.

Es wird allgemein erwartet, dass die mittelständischen Unternehmen zukünftig die strategische Differenzierung ihrer Finanzierungsquellen und –formen deutlich ausbauen werden. Auch werde der Mittelstand den Kapitalmarkt zunehmend direkt über Unternehmensbeteiligungen und –anleihen in Anspruch nehmen.

So ist davon auszugehen, dass sich die Finanzierungen des deutschen Mittelstandes in den kommenden Jahren auf eine breitere Basis stellen werden. Die Eigenkapitalfinanzierungen werden zunehmen. Die goldenen Zeiten der Kreditinstitute mit Renditen über 10 % bei Finanzierungen des Mittelstandes gehen langsam zu Ende.

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Die vorgeschlagene EU-Finanztransaktionssteuer in Kürze

National und international ist die Finanztransaktionssteuer umstritten.
Die Tatsachen in Kürze von dem Wirtschaftsjuristen Dr. Lutz Werner, Vorstand der Hi-Tech Media AG:

Vorschlag von EU-Steuerkommissar Semeta
Besteuerung des Aktien- und Anleihehandels mit 0,1 %
Besteuerung des Derivatehandels mit 0,01 %
Steuerpflichtig nur Kreditinstitute mit Sitz in den 11 beteiligten Staaten
Beabsichtigte Geltung in 11 Staaten der Euro-Zone
Erwartete jährliche Einnahmen von insgesamt 30 bis 35 Mrd. €
Zweck der Steuer:

  • Hochfrequenzhandel zügeln
  • Beteiligung der Banken an den Kosten der Finanzkrise

Kern des Vorschlags ist das Ansässigkeitsprinzip:

  • Steuer gilt, wenn eine der an der Transaktion beteiligten Parteien in einem der 11 Staaten ihren Firmensitz hat, unabhängig wo die Transaktion stattfindet
  • Steuer gilt auch, wenn eine Bank im Namen einer Partei handelt, die in einem der 11 Staaten ansässig ist.

Zur Einführung der Steuer ist Einstimmigkeit der 11 Staaten erforderlich.
Das Europäische Parlament wird nur angehört.
Kritiker aus der Koalition behaupten, die Steuer habe Auswirkungen auf Altersvorsorge, Kleinanleger und / oder Realwirtschaft. Außerdem provoziere sie das Abwandern der Banken nach außerhalb der EU.

Näheres unter www.Anleger-Beteiligungen.de

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Rezession gestern, Aufschwung morgen: Positive Konjunkturprognosen

Der Schwächeanfall der deutschen Wirtschaft im vierten Quartal 2012 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,6% hat sogar den Wirtschafts- und Finanzexperten Dr. Lutz WERNER, Vorstand der Hi-Tech Media AG und Herausgeber des Investoren-Brief.com überrascht. Hatten doch insbesondere die regierungsamtlichen Wirtschaftspolitiker die deutsche Widerstandskraft gegen die Rezession in der Europäischen Union betont.

Die Konjunkturexperten sprechen von einem Ausrutscher, einer Delle. In einer ZEW-Umfrage zeigen sich 300 Anleger und Finanzanalysten überzeugt, dass der deutschen Wirtschaft schon im laufenden Quartal eine deutliche Erholung bevorsteht. So weist der ZEW-Index, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, auf eine Rückkehr zum Wirtschaftswachstum hin. Danach werde Deutschland wieder die Rolle der Konjunktur-Lokomotive in Europa übernehmen. Anleger und Investoren zeigen sich über diese Aussichten erfreut.

Ein realistischer Rückblick zeigt, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone der 16 Mitgliedsstaaten in 2012 um 0,5% schrumpfte. In keinem Quartal schaffte der Euro-Raum ein Wachstum. Für wahr eine beachtliche Schwäche. Dem konnte die deutsche Wirtschaft letztlich nicht widerstehen und schrumpfte ihrerseits im vierten Quartal um 0,6%. Für den Einbruch sorgten die Staatsschuldenkrise und die schwache Weltwirtschaft. Besonders litt der Investitionssektor und der deutsche Export – gehen doch 40% unserer Exporte in den Euro-Raum und insgesamt 65% in die Europäische Union. Weiter steigende Konsumausgaben konnten das nicht ausgleichen.

Die Europäische Kommission rechnet für 2013 mit einem Mini-Plus von 0,1% in der Euro-Zone und damit eine ausgesprochen schwache Erholung. Für Deutschland ist die Kommission mit 0,8 % Wachstum schon positiver gestimmt, wie auch die Bundesregierung.

Bundesbank, Finanzexperten und die Chefvolkswirte verschiedener Banken äußern sich gerade jetzt optimistisch. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist besonders deutlich: „Die Finanzmarktexperten haken das schwache vierte Quartal 2012 schnell ab.“ Auch die Zahlen des ifo-Geschäftsklimaindex werden freundlich ausfallen. Nach der Bundesbank werde die Industrieproduktion wieder anziehen, die Unternehmen werden wieder mehr investieren.

Konjunkturprognosen, die Anleger und Investoren nur freuen können und ihre Finanzbereitschaft beflügelt! Näheres unter www.Anleger-Beteiligungen.de

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Marktfinanzierung, 6. Teil – Finanzierung über kommerzielle Beteiligungsgesellschaften

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.hi-tech-media.de)
anleger-beteiligungen.de Der führende Marktplatz für vor- und außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen

Finanzierung über kommerzielle Beteiligungsgesellschaften

Zu den kommerziellen Beteiligungsgesellschaften gehören zunächst die so genannten Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Der Begriff Kapitalgesellschaft entstammt den historischen Anfängen des Beteiligungskapitalgeschäftes in Deutschland und ist bis heute erhalten geblieben. Bei klassischen (universal-)Kapitalbeteiligungsgesellschaften handelt es sich zumeist um Tochtergesellschaften von Banken, die anstelle von Krediten für einen bestimmten Zeitraum Eigenkapital durch den Erwerb von Vollgesellschaftsanteilen oder stillen Beteiligungen zur Verfügung stellen und keine Spezialisierung auf eine bestimmte Branche aufweisen.

Wie bereits angedeutet, bestehen zwischen den Kapitalbeteiligungsgesellschaften bezogen auf die genannten Finanzierungsanlässe mehr oder weniger stark ausgeprägte Spezialisierungen. Nach dem Zeitpunkt der Finanzierung lassen sich vor allem Venture-Capital- und Private-Equity-Gesellschaften unterscheiden. Eine Sonderform der Beteiligungsgesellschaften sind Beteiligungsfonds, die als Finanzintermediäre agieren: Der Fonds sammelt bei Kreditinstituten, Versicherungen, Unternehmen und Privatpersonen die für die geplanten Beteiligungen notwendigen Mittel ein und investiert sie dann in Zielunternehmen.

Neben den klassischen Kapitalbeteiligungsgesellschaften stehen die Unternehmensbeteiligungsgesellschaften, die nach festen gesetzlichen Regeln in mittelständische Unternehmen investieren. Auch sie investieren ausschließlich renditeorientiert, d. h. ihr Ziel ist die Erzielung einer maximalen Rendite auf das eingesetzte Kapital in möglichst kurzer Zeit.

Im Gegensatz zu den institutionellen Finanzinvestoren verfolgen strategische Finanzinvestoren mit einer Investition – der Name lässt es bereits erahnen – neben Renditeinteressen auch strategische Interessen. Hier sind besonders die Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften zu nennen.

Alle diese Beteiligungsgesellschaften sind Partner auf Zeit, denn das Kapital wird üblicherweise nur für einen Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren, zum Teil auch kürzer zur Verfügung gestellt. Die Beendigung eines Engagements wird als „Exit“ bezeichnet. Mögliche Exitstrategien der Beteiligungsgesellschaften sind

  • Rückkauf der Anteile durch Altgesellschafter (Buy-back),
  • Einführung der Anteile an einer Wertpapierbörse (Going Public),
  • Veräußerung der Beteiligung an einen industriellen Investor (Trade Sale),
  • Verkauf der Anteile an eine weitere Beteiligungsgesellschaft (Secondary Purchase/Secondary Buy-out),
  • Liquidation und damit verbundene Abschreibung der Beteiligung.

Als bevorzugte Exitstrategie gilt gegenwärtig wegen des noch immer schwierigen Börsenumfeldes der Verkauf der Gesellschaftsanteile an einen industriellen Investor oder einen anderen Finanzinvestor.

Vorrangiges Ziel eines Engagements, ist nicht die Beherrschung des Unternehmens, sondern die Erzielung einer möglichst großen Rendite in einem kurzen Zeitraum. Kommerzielle Beteiligungsgesellschaften stellen deshalb äußerst strenge Anforderungen an die Zielunternehmen. Je besser die Chancen zu einem lukrativen Ausstieg sind, desto höher ist die Chance einer positiven Finanzierungsentscheidung. Vor dem Hintergrund der meist großen Investitionssummen und der hohen Renditeerwartungen werden Beteiligungsgesellschaften meist in nicht unerheblichem Umfang beratend und überwachend tätig, und verlangen eine Einbindung in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung. Darüber hinaus erwarten sie eine turnusmäßige Berichterstattung zur Entwicklung des Unternehmens.

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Marktfinanzierung, 5. Teil – Finanzierung mittels Beteiligungsgesellschaften

von Dr. jur. Lutz WERNER (www.hi-tech-media.de)
anleger-beteiligungen.de Der führende Marktplatz für vor- und außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen

Finanzierung mittels Beteiligungsgesellschaften

Die wachsende Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten veranlasst immer mehr Unternehmen dazu, alternative Finanzierungsformen zu nutzen. Hierzu gehört vor allem die Aufnahme von zusätzlichem Eigenkapital. In diesem Zusammenhang ist der angelsächsische Begriff „Private Equity“ gebräuchlich.

Private Equity
Für den Ausdruck Private Equity (PE) existiert keine einheitliche Definition, da der Begriff in der Praxis im englischen Sprachraum entstanden ist. Der Begriffsteil „Equity“ macht deutlich, dass es sich um die Bereitstellung von Eigenkapital handelt. Der Begriffsteil „Private“ zeigt, dass dies außerhalb der Institutionen wie z. B. die Börse geschieht. Private Equity bezeichnet somit zunächst ganz allgemein jede Form von Bereitstellung außerbörslichen Eigenkapitals für Unternehmen durch externe, d. h. außerhalb des bisherigen Gesellschafterkreises stehende Dritte. Im Gegensatz hierzu meint „Public Equity“ die Eigenkapitalbeschaffung über die Börsen.

Einer der möglichen Wege zur Finanzierung mit Private Equity führt über so genannte Beteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften). Während in der Boomphase der New Economy gegen Ende der 90er Jahre überwiegend junge und innovative Unternehmen aus technologieintensiven Branchen die Zielgruppe der Beteiligungsgesellschaften bildeten, gibt es mittlerweile auch Beteiligungsgesellschaften, die Unternehmen aus anderen Branchen finanzieren.

Am deutschen Beteiligungsmarkt sind gegenwärtig über 300 PE-Gesellschaften aktiv, von denen 275 im Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e. V. (BVK) – zusammengeschlossen sind. Eine erste Auswahl von Beteiligungsgesellschaften, die für das Unternehmen möglicherweise in Frage kommen, kann beispielsweise anhand der auf der Internetseite des BVK dargestellten Profile der PE-Gesellschaften vorgenommen werden (www.bvk-ev.de).

Finanzierungsanlässe
Beteiligungsfinanzierungen sind vor allem für Unternehmen möglich, die sich in einer Veränderungs- oder Wachstumsphase befinden, bei deren positiver Bewältigung eine signifikante Wertsteigerung für alle Gesellschafter zu erwarten ist. Typische Anläse sind zum Beispiel:

  • die Ausreifung und Umsetzung einer innovativen Idee in verwertbare Resultate, auf deren Basis ein Geschäftskonzept erstellt wird (Seed-Finanzierung),
  • die Gründungsphase, d. h. das betreffende Unternehmen befindet sich im Aufbau oder ist erst seit kurzem im Geschäft und hat seine Produkte noch nicht oder nicht in größerem Umfang vermarktet (Start-up und First-Stage-Finanzierung),
  • die Erweiterung von Produktionskapazitäten, die Produktdiversifikation oder die Erschließung neuer Märkte (Expansionsfinanzierung),
  • die Akquisition eines anderen Unternehmens,
  • die Vorbereitung eines Börsengangs, vor allem mit dem Ziel der Verbesserung der Eigenkapitalquote (Bridge-Finanzierung),
  • die Durchführung von Management Buy-out (MBO)/ Management Buy-in (MBI), d. h. eine Unternehmensübernahme durch das vorhandene (MBO) oder ein externes Management (MBI), z. B. zur Regelung der Unternehmensnachfolge in mittelständischen Unternehmen und
  • die Finanzierung von Turnaround-Situationen (Sanierungen).

Häufig wird der Begriff Venture Capital (=Risikokapital) synonym zu Private Equity gebraucht. Genau genommen handelt es sich bei Venture Capital aber nur um einen Teilbereich von Private Equity, genauer um die risikoreichere Frühphasenfinanzierung. Demgegenüber bezeichnet Private Equity – hier in einem engeren Sinn gebraucht – außerbörsliches Eigenkapital für Expansions- und Wachstumsfinanzierungen bereits reifer Unternehmen sowie für die Finanzierung besonderer Anlässe – insbesondere Unternehmensübernahmen im Rahmen eines MBO/MBI, einer Unternehmensnachfolge und Restrukturierung.

Formen der Finanzierung
Die klassische Finanzierungsform bei einer Finanzierung durch eine Beteiligungsgesellschaft ist deren Eintritt in das Unternehmen als Mitgesellschafter durch Übernahme von Kommandit- oder GmbH-Anteilen bzw. Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Zum Teil werden auch eigenkapitalersetzende Mezzanine-Finanzierungen genutzt. In der Praxis engagieren sich Beteiligungsgesellschaften über eine Mischung aus Vollgesellschaftsanteilen und mezzaninen Finanzierungsformen, teilweise auch mit Fremdkapitalanteilen.

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